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Rom Ostiense

24. April 2019 11:39; Akt: 09.05.2019 13:39 Print

Die ewige Stadt kann auch bunt und modern

Weit weg vom Touristenwahnsinn im Zentrum Roms liegt Ostiense. Ein Spaziergang durch das alte Industrieviertel lohnt sich vor allem der Street Art wegen.

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Ostiense liegt im Südwesten von Rom und steht bei den meisten Touristen nicht auf dem Programm. Dabei ist es ebenso ein Openair-Museum wie das historische Zentrum der Stadt. Street-Art-Künstler aus Italien und aller Welt haben hier den alten Wänden neues Leben eingehaucht. Am besten erkundet man das Viertel in aller Ruhe auf einem Spaziergang. Ein guter Anfangspunkt ist die Via del Porto Fluviale: Hier hat der Italiener BLU, der zu den bekanntesten Street-Art-Künstlern der Welt gehört, einer ehemaligen Luftfahrtkaserne einen neuen Anstrich verpasst. Die grossen Fenster des maroden Gebäudes ... ... bilden die Augen, die das Übel der Obdachlosigkeit symbolisieren sollen. Das Gebäude war lange besetzt von 85 Familien aus Südamerika und Nordafrika. An derselben Strassenkreuzung prangt seit Oktober 2018 das grösste Mural Europas: «Hunting Pollution» des italienischen Künstlers Iena Cruz misst 1000 Quadratmeter. Der Pelikan und die Tentakel, die aus einem Fass Öl emporragen, thematisieren die Verschmutzung der Meere. Das Werk hat aber auch einen ganz konkreten Effekt. «Hunting Pollution» wurde mit einer speziellen Farbe gemalt: Airlite ist in der Lage, eine architektonische Oberfläche in einen natürlichen Luftreiniger zu verwandeln. Ein mit Airlite gestrichener Quadratmeter hat die gleiche Wirkung wie ein Quadratmeter Holz. Dieses Mural reduziert dieselbe Menge an Schadstoffen in der Luft wie 30 Bäume. Man stelle sich nur vor, sämtliche Gebäude in einer Grossstadt wären damit gestrichen! Die Fantasmen, verlorenen Seelen und leidenden Kreaturen des Brasilianers Herbert Baglione. Ein Eyecatcher gleich um die Ecke ist die Wall of Fame von JB Rock. Dante Alighieri und Notorious B.I.G. Seite an Seite ... ... und die eine oder andere Liebesnachricht. Eines der bekanntesten Werke im Quartier ist der Schwimmer von Agostino Iacurci, der oberhalb des Fischmarktes seine Runden dreht. Gleich um die Ecke befindet sich das hyperrealistische Mural von Axel Void, das eine Besitzerin des Eisenwarengeschäfts darstellt, das sich seit der Entwicklung des Industriegebiets von Ostiense im 19. Jahrhundert in diesem Gebäude befindet und an die Vergangenheit des Stadtteils anknüpft. Ein Paar Tiere verstecken sich entlang der Hauptstrasse Via Ostiense und gehen in Ruhe ihrer Arbeit nach. Die Affen streichen die alten Wände neu, ... ... die Bienen schauen im Bistro zum Rechten. Ebenfalls an der Via Ostiense hat der spanische Künstler Sam3 das Werk «Silhouette» geschaffen. Aber nicht nur der Street Art wegen lohnt sich ein Spaziergang durch Ostiense. Ehrliche Preise, kaum Touristen, normales Römer Alltagsleben... das Viertel bietet eine erholsame Abwechslung zum hektischen Stadtzentrum.

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Im historischen Zentrum von Rom kann man kaum einen Schritt tun, ohne einem spektakulären Bau, antiken Skulpturen oder einer der 900 Kirchen aus allen Epochen zu begegnen. Aber entspannt geniessen lässt sich das nicht immer, zwischen Strassenlärm, Selfiesticks und Touristengruppen. Wer gern mal eine andere Seite der italienischen Hauptstadt kennen lernen möchte und sehen, wie die Römer leben, sollte einen Abstecher nach Ostiense im Südwesten der Stadt einplanen.

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Das Viertel hat seinen Namen von der Via Ostiensis, einer antiken römischen Strasse, die vom Viehmarkt der Stadt bis zur Hafenstadt Ostia führte. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ein Industriegebiet, dann ein marodes Arbeiterviertel, befindet sich Ostiense heute inmitten eines kulturellen Wandels.

Die gemeinnützige Kulturinstitution 999Contemporary hat zwischen 2013 und 2015 zahlreiche Aktionen von internationalen Künstlern gefördert. Heute finden sich über 30 Murals rund um die Via Del Porto Fuviale und Via Ostiense. Die urbane und oft sozialkritische Kunst hat viel zur Aufwertung von Ostiense beigetragen. Eine Karte, in der die Werke verzeichnet sind, findest du hier.

(hüt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heidi Heidnisch am 24.04.2019 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strassenkunst

    Graue Betonmauern fördern Depressionen. Statt Seelenklempner auf Lebenszeit dafür zu engagieren, wäre es viel klüger, Strassenkunst zu fördern, und die besten Künstler auch für Arbeiten zu bezahlen. Jede grössere graue Fläche sollte bemalt werden.

  • Dante Alighieri am 24.04.2019 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Not Jesus

    In der Beschreibung von Bild 10 wird Dante Alighieri fälschlicherweise als Jesus bezeichnet. Dante war ein wichtiger italienischer Dichter. Sein Hauptwerk Divina Commedia (Göttliche Kömodie) in welcher eine Reise durch das Jenseits und die verschiedene Aspekte von Himmel und Hölle besungen werden, gilt als eines der größten Werke der Weltliteratur. Mit diesem hatte er unter anderen auch einen prägenden Einfluss auf die Darstellung von Hölle und Fegefeuer in der bildenden Kunst und Literatur.

  • Pascal am 24.04.2019 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Graffiti freak

    Ich mag schöne Graffitis aber nicht pseudo Schriften, welche immer gleich aussehen - diese Kinderschrift sollte man verbieten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dogett am 24.04.2019 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naples

    Schaut euch die Werke vom Streetartkünstler Jorit Agoch an

  • Dante Alighieri am 24.04.2019 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Not Jesus

    In der Beschreibung von Bild 10 wird Dante Alighieri fälschlicherweise als Jesus bezeichnet. Dante war ein wichtiger italienischer Dichter. Sein Hauptwerk Divina Commedia (Göttliche Kömodie) in welcher eine Reise durch das Jenseits und die verschiedene Aspekte von Himmel und Hölle besungen werden, gilt als eines der größten Werke der Weltliteratur. Mit diesem hatte er unter anderen auch einen prägenden Einfluss auf die Darstellung von Hölle und Fegefeuer in der bildenden Kunst und Literatur.

  • Pascal am 24.04.2019 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Graffiti freak

    Ich mag schöne Graffitis aber nicht pseudo Schriften, welche immer gleich aussehen - diese Kinderschrift sollte man verbieten

  • Heidi Heidnisch am 24.04.2019 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strassenkunst

    Graue Betonmauern fördern Depressionen. Statt Seelenklempner auf Lebenszeit dafür zu engagieren, wäre es viel klüger, Strassenkunst zu fördern, und die besten Künstler auch für Arbeiten zu bezahlen. Jede grössere graue Fläche sollte bemalt werden.