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Voluntourismus

27. September 2019 08:28; Akt: 27.09.2019 08:28 Print

«Es ist logisch, dass Freiwilligenarbeit kostet»

Voluntourismus-Expertin Christine Plüss erklärt, worauf man bei einem Einsatz achten sollte, und ruft zur Prüfung der eigenen Motivation auf.

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Frau Plüss, «Fair unterwegs» empfiehlt die Forschungsreisen der Schweizer NGO Oceancare für Voluntouristen. Was zeichnet ein solches Angebot aus?
Das Forschungsprojekt von Oceancare stufen wir als seriös ein. Es ist eine wissenschaftliche Leitung an Bord, es gibt ein klares Tätigkeitsprofil und man ist ausreichend informiert und gut begleitet. Seriöse Angebote machen aus, dass man als Volunteer direkt mit dem Projekt in Kontakt steht.

Umfrage
Haben Sie schon einmal einen Freiwilligeneinsatz im Ausland geleistet?

Was sollte man mitbringen, wenn man einen Einsatz leisten möchte?
Eine grosse Offenheit und Neugier, im guten Sinne. Aber zuerst muss man sich die Frage stellen: Was ist meine Motivation? Der wichtigste Beweggrund sollte sein, etwas lernen zu wollen. Nicht etwas Gutes zu tun. Das kann ein Zusatznutzen sein. In erster Linie geht es darum, dass man selber eine neue Lebenserfahrung macht.

Welche Eigenschaften sollte man lieber nicht mitbringen?
Besserwisserei, vor allem in ärmeren Ländern, sollte man ablegen. Ein Beispiel: Es ist logisch, dass Abfall getrennt werden muss, aber das ist nur möglich, wenn die Infrastruktur dafür vorhanden ist. Man muss sich vorher unbedingt gut über das Zielland informieren, sich auseinandersetzen und vorbereiten.

In Sachen Kosten entstehen häufig Missverständnisse, denn Voluntourismus-Einsätze kosten oft nicht gerade wenig. Gibt es überhaupt seriöse Projekte, die kein Geld verlangen?
Unsere Untersuchungen ergeben klar, dass es völlig logisch ist, dass für die Volunteers Kosten entstehen. Im Falle der Oceancare-Expedition: Ein wissenschaftlicher Guide, ein Skipper, das Boot wird gechartert, Essen, Trinken – das kostet alles Geld. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass man eine Lehrerfahrung macht, dann ist dies nur logisch, denn Weiterbildung ist etwas wert. Seriös ist es aber nur, wenn man nachvollziehen kann, wohin das Geld fliesst.

Heute ist Voluntourismus ein Trend. Welche Entwicklung wünschen Sie sich in den kommenden zehn Jahren?
Dass es selbstverständlich wird, dass man Freiwilligenarbeit leistet, ohne auf dem Planeten herumzureisen. Neben dem Job sollten aus Solidarität zur Gesellschaft Einsätze geleistet werden. Es gibt nämlich auch hier viel zu tun: etwa in den Bergen, im sozialen Bereich oder mit Asylsuchenden.

20 Minuten war mit an Bord des Forschungsschiffes von Oceancare. Den Erfahrungsbericht lesen Sie hier >>

(hum)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Samuel F. am 27.09.2019 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Meine Partnerin machte ein zweimonatiges Projekt in einem der ärmsten Länder der Welt. Kostenpunkt: knapp 4000.- - also 2000.- Pro Monat. Der durchschnittliche Monatslohn der Locals: 70.- Und dann will mir jemand erzählen, es sei logisch, dass solche Projekte Geld kosten. Logisch ja, die Höhe der Summe ist eine absolute Frechheit und reine Geldmacherei. Dazu kommt, dass wir als Schweizer deutlich mehr zahlen. Gehe davon aus die Bootsmiete, das Essen und Trinken in diesen Ländern etc. ist für alle gleich teuer?

    einklappen einklappen
  • Think Deeper am 27.09.2019 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Moral?

    Freiwilligenarbeit ist oft schlicht und einfach nur Ausbeutung und Ausnützung von Naivität und Gutmütigkeit. Wenn der freiwillige bereits seine (Arbeits/Lebenszeit) kostenlos einbringt sollte dies gewürdigt und kompensiert und zumindest Spesen und Lebenshaltungskosten ersetzt werden. Erwartet man, dass er Lebenshaltungskosten, Spesen etc. auch noch übernimmt ist das allerunterste Schublade. Leider gängige Praxis in vielen "sozialen" und öffentlichen Unternehmungen die nicht in der Lage sind die notwendigen Mittel aufzutreiben und Projekte dennoch durchziehen und damit den Markt verfälschen.

  • freiwilligenarbeit am 27.09.2019 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    extreme preise

    ja, so ein wenig was zahlen ist schon ok, aber teilweise werden summen aufgerufen, für die man gleichlang im hilton mit vollpension und nicht im zelt bei reis und wasser + arbeit verbringen könnte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 02.10.2019 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forschungsreisli, für die,

    die es sich leisten können.

  • Typhoeus am 02.10.2019 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bürokratismus

    beim Mittelmeerplausch vom Schiff aus.

  • Typhoeus am 02.10.2019 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Segeln

    im Mittelmeer mit reinem Ökogewissen.

  • Dan Wesson am 30.09.2019 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freiwillig

    Freiwillig ist es, daher vorher überlegen und nicht nachher jammern.

  • Skipper am 27.09.2019 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Das man dort was lernen kann verstehe ich schon. Aber das man auch noch dafür bezahlen soll leuchtet mir nicht ein. Man bringt ja schließlich auch Arbeitsleistung ein.