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Schweizer mit Reiseagentur

08. Februar 2019 10:00; Akt: 08.02.2019 10:42 Print

«Ich will die Angst vor Kolumbien nehmen»

von Laura Hüttenmoser - Der Bieler Lukas Hohl-Jaramillo möchte Schweizer für seine zweite Heimat Kolumbien begeistern. Noch immer gebe es viele Vorbehalte.

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Mit 19 Jahren reiste Lukas Hohl-Jaramillo zum ersten Mal nach Kolumbien, um das Land kennenzulernen, in dem er seine Wurzeln hat. Seine Mutter ist Kolumbianerin, sein Vater Schweizer, der allerdings in Medellín geboren wurde und lange Zeit dort gelebt hat. Neun Jahre sind seither vergangen, in denen Lukas Hohl-Jaramillo das Land regelmässig bereist hat, das er mittlerweile als seine zweite Heimat bezeichnet. Vor zwei Jahren gründete der 28-Jährige die Reiseagentur «Kolumbien entdecken».

Was hat dich dazu bewegt, eine Reiseagentur zu gründen?
Es ist ein Herzensprojekt und mein Beitrag dazu, das Image Kolumbiens zu wandeln. Ich versuche, den Leuten das Land näherzubringen und ihnen die Angst zu nehmen. Ich sehe mich als touristischen Botschafter Kolumbiens.

Kolumbien ist in den letzten Jahren zu einem enorm trendigen Reiseziel geworden. Haben die Menschen wirklich immer noch Vorbehalte?
Ja, aber in der Tendenz sicher abnehmend. Die Leute merken, dass es ziemlich einfach und sicher ist, Kolumbien zu bereisen. Natürlich gibt es Viertel, die du als Tourist nicht unbedingt betreten und in denen du mit deiner Spiegelreflexkamera nicht prahlen solltest. Aber schlussendlich gelten dieselben Regeln wie überall; wenn man mit gesundem Menschenverstand unterwegs ist, hat man nichts zu befürchten. Wir legen grossen Wert darauf, sichere Reisen zu organisieren.

Reisebüros erleben ja nicht ihre besten Zeiten, wie unterscheidet ihr euch von anderen?
Wir organisieren Reisen durch Kolumbien von A bis Z und kennen das Land in- und auswendig. Der Kundenkontakt ist ausserdem sehr unkompliziert, man kann uns jederzeit anrufen, eine Whatsapp-Nachricht oder ein E-Mail schreiben. Wir klären die Bedürfnisse ab und stellen innert 24 Stunden ein individuelles Programm zusammen. Unser Partner vor Ort, in Bogotá, ist während der Reise stets per Whatsapp oder Telefon erreichbar und trifft unsere Reisenden sogar persönlich – ein Service, der sehr geschätzt wird.

Inwiefern profitiert die lokale Bevölkerung von den gebuchten Leistungen?
Da wir das Land wie gesagt sehr gut kennen, können wir Orte abseits vom Massentourismus empfehlen. Wir legen Wert darauf, einheimische Guides einzusetzen oder Unterkünfte von Locals und Familienbetriebe anzubieten, damit man einen authentischen Einblick bekommt. Ins Hilton oder Marriott schicken wir jetzt niemanden, ausser natürlich, die Person wünscht das.

Was sind deine Lieblingsorte in Kolumbien?
Das Beste an Kolumbien ist seine Vielfältigkeit und die Herzlichkeit der Leute, es ist schwierig, einen Ort hervorzuheben. Die Kaffeezone ist wahnsinnig schön und sehr ruhig. Auch das Kolonialstädtchen Barichara, das noch sehr unberührt ist, kann ich jedem ans Herz legen.

Die Netflix-Serie «Narcos» hat das Interesse vieler Reisender an Kolumbien geweckt. Was hältst du von den Escobar-Touren in Medellín?
Eine Escobar-Tour wirst du bei uns nie verkauft bekommen, übrigens sind diese Touren mittlerweile nicht mehr offiziell erlaubt. Damit wird eine Person glorifiziert, die Tausende von Leuten auf dem Gewissen hat. Ja, es gehört zur Geschichte, man sollte darüber reden, aber nicht mit dem Escobar-Shirt ins Land reisen oder beispielsweise sein Grab besuchen. Einheimische empfinden diese Touren als respektlos, denn fast jeder kann dir eine Geschichte erzählen, wie ein Bekannter oder ein Familienmitglied in diesem Drogenkrieg ums Leben kam. Aber ja, es ist eine Tatsache, dass die Serie «Narcos» den Tourismus angekurbelt hat.

Du hast im Januar zwei Schulen in Kolumbien besucht und mit Jugendlichen Unihockey gespielt. Was hat es damit auf sich?
Ich habe die letzten sieben Jahre eine Delegation von Jugendlichen aus Kolumbien in der Schweiz betreut, ein Projekt des EDA. Sie stammten aus Nariño, einer Region, die geprägt ist von Farc-Guerillas, und hatten hier die Möglichkeit, verschiedene Sportarten kennenzulernen. Über den Sport versuchten wir, Werte wie Leadership, Disziplin und Respekt zu vermitteln, damit sie diese weitertragen und andere Jugendliche motivieren, auf dem sauberen Weg zu bleiben. In diesem Jahr habe ich neue Regionen besucht, um mit Kindern zu spielen, hier entstand dieses Video:

Konntest du bei deinem Besuch im letzten Jahr einen positiven Impact feststellen?
Wir konnten den Jugendlichen, die in der Schweiz waren, neue Perspektiven mit auf den Weg geben. Etwa 90 Prozent von ihnen sind jetzt am Studieren an der Uni. Das ist sehr cool und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Verena am 08.02.2019 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Colombia

    Ein wirklich faszinierendes Land , wunderschöne Natur, interessante Städte und einfach Symphatisch Menschen!!! Kann es nur empfehlen ...nur Spanisch müsst ihr können.

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  • Gringo am 08.02.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Ich besuchte bereits einige Länder in Südamerika. Kolunbien war wirklich toll. Kann es nur empfehlen. Einfach mit dem nötigen gesunden Menschenverstand (wie im Artikel erwähnt) reisen. Auch ein wenig Spanisch sollte man (mindestens) können, sonst ist die Reise nur halb so spannend.

  • Peter Zöhrer am 08.02.2019 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer dine Reise wert!!

    Kolumbien ist ein wunderschönes und sicheres Land! Ich war schon 6x dort und ich hatte keine Sekunde ein Unwohlsein oder Angst! Ich fürchte mich mehr in Köln, Paris, oder Brüssel, all die Abschläge in Europa machen mir mehr Angst. Bereist das wünsche Land und erlebt Freundlichkeit und gutes Essen!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 14.02.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nööö

    Es gibt noch hunderte andere Länder bevor ich nach Kolumbien und Venezuela gehen würde. In Südamerika ist die Kriminalität viel zu hoch!

  • Silvio am 13.02.2019 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kolumbien ist super.

    Interessanter Artikel. Danke. Ich bin mit 56, vor nun 7 Jahren nach Kolumbien ausgewandert. Mir ist bis jetzt nur mal was in der U Bahn in Medellin geklaut worden. Einfach bei Stosszeiten aufpassen... Nun habe ich ein Hostal in Capurgana. Es heisst Hostal Capurgana. Auch habe ich mit meiner Kolumbianischen Frau das Reisebüro Capurgana Tours. Wir über Panama kommt und die schönen San Blas Inseln besucht, kommt automatisch nach Capurgana. Es ist der erste Ort in Kolumbien mit der Imigration. Ich kann allen Kolumbien nur ans Herz legen. Dennoch. Etwas Spnisch ist sehr hilfreich.

  • Om am 11.02.2019 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Empfehlenswert

    Ich war 17 mal in Kolumbien, habe fast das ganze Land bereist. Nie ein Problem gehabt. Ich kann das das Land nur empfehlen. Danke das du dieses Reisebüro führst. Viel Glück.

  • Schmelzpunkt am 09.02.2019 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Venezuela

    Ich war schon mehrmals mehrere Wochen in Kolumbien. Es ist ein wunderschönes und sehr vielfältiges Land. Meidet einfach die Grenzen zu Venezuela. Besonders die grösseren Städte wie Cucuta. Leider hat dort die Kriminalität und Armut spürbar zugenommen und ich konnte dies am eigenen Leib erfahren. Ich hoffe, die Probleme in Venezuela sind bald gelöst. Denn Venezuela wäre genau so schön zum Bereisen!

  • Hene am 09.02.2019 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Schön und laut

    Ich bin seit 2002 jährlich rund 3 Monate in Kolumbien. Meine Frau ist von dort. Angst muss man nur von Fahrzeuglenkern haben, und auch dort gib es immer mehr. Zebrastreifen sind definitiv da, dass man Fussgänger nicht einzeln überfahren muss. Von Verkehrsregeln null Ahnung, scheinen ihren Führerschein in einer Tombola gewonnen zu haben. Erstaunlich aber ist, dass ich noch nie einen wirklich schweren Unfall da. Aber sonst sind Land und Leute wunderbar. Wer Lärm empfindlich ist sollte Südamerika meiden.

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