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Singapur–New York

05. Dezember 2018 07:39; Akt: 06.12.2018 09:23 Print

20 Minuten testet den längsten Flug der Welt

von Lucien Esseiva - Lange war es undenkbar, nonstop von Singapur nach New York zu jetten. Mit viel Hightech macht Singapore Airlines den Marathonflug nun möglich.

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Dieses brandneue Flugzeug der Singapore-Airlines-Flotte ermöglicht den längsten Flug der Welt, Nonstop von Singapur nach New York (Strecke je nach Flugroute: über 15'000 Kilometer). Der Airbus A350-900 ULR wurde konsequent auf Leichtbau getrimmt und kann 24'000 Liter mehr Kerosin als der normale A350 tanken. So viel Hightech macht einen Nonstop-Flug um den halben Erdball möglich. 20-Minuten-Redaktor Lucien Esseiva hat sich auf den 17-Stunden-Flug gewagt. Zugegeben: In der Businessklasse lässt sich der längste Flug der Welt gut aushalten. Gestartet wurde kurz nach Mitternacht am Flughafen Changi in Singapur. So präsentiert sich der Sitz der Singapore-Businessclass. Insgesamt bietet die Luxusklasse 67 Sitzplätze, in der Premium-Economy-Klasse finden 94 Passagiere Platz. Die Sitze in der Mitte des Flugzeugs werden gerne von Paaren gebucht. Sollte man seinen Nachbarn nicht kennen (oder mögen), so kann eine Wand zwischen den Sitzen hochgefahren werden. So sitzt es sich am Fenster des A350-900 ULR der Singapore Airlines. Unverzichtbar auf einem 17-Stunden-Flug ist das Entertainment-System. Singapore Airlines offerieren den Gästen in der Businessklasse sogar 30 Minuten Gratis-Internet. Ebenfalls sehr komfortabel: Der viele Stauraum, ... ... die Finken für den Gang ins Bad ... ... und die vielfältigen Verstellmöglichkeiten der Sitze. Ein Leselicht ist natürlich Standard. Verschiedenste Multimedia-Ports wie HDMI, USB etc. läuten ein neues Zeitalter ein. Aber auch in der Premium Economy müssen die Gäste nicht darben und haben aussergewöhnlich viel Beinfreiheit. Es empfiehlt sich jedoch, frühzeitig einen Platz am Fenster zu buchen. Geheimtipp: Die hintersten drei Sitzreihen an den Fenstern verfügen über Einzelsitze. Auf gute Unterhaltung muss auch in der Premium Economy nicht verzichtet werden. Stromanschlüsse für Laptops und Leselampen stehen für jeden Sitz zur Verfügung. Auf jedem Flug von Singapore Airlines, zumindest in der Businessklasse, werden die legendären Satay-Spiesse, die auf einem Holzkohlegrill zubereitet werden, gereicht. Alle Speisen werden in der Businessclass auf weiss gedeckten Tischen serviert. Noch im Flugzeug kann aus verschiedenen Vorspeisen und Hauptgerichten gewählt werden. Für Gourmets bietet die Airline «Book the Cook» an. 24 Stunden vor Abflug kann der Fluggast aus einer riesigen Auswahl von Gerichten, kreiert von Spitzenköchen, wählen. 20 Minuten hat sich für das Rindsfilet auf Blattspinat entschlossen, das das Prädikat «ausgezeichnet» verdient. Auch beim Frühstück hat der Gast die Qual der Wahl. Es stehen gar fünf verschiedene Kaffeesorten zur Auswahl.

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In den 50er-Jahren galt es als Sensation, dass es die Lockheed Super Constellation mit nur einer Tankfüllung über den Atlantik schaffte. Dreissig Jahre später flog die Boeing 767 bereits über 10'000 Kilometer ohne Zwischenlandung.

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Doch das ist heute bereits kalter Kaffee, denn seit Oktober dieses Jahres bietet Singapore Airlines den längsten Langstreckenflug der Welt an, der mit der Strecke von Singapur nach New York (über 15'000 Kilometer) ohne Zwischenlandung alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Singapore Airlines hatte die Strecke Singapur – New York bereits schon einmal im Programm. Doch der verwendete vierstrahlige Airbus A340-500 wurde wegen des zu hohen Verbrauchs im Jahr 2013 ausgemustert.

Der Selbstversuch

20 Minuten fliegt auf Einladung von Singapore Airlines mit drei Flügen in nur vier Tagen um die Welt. Insgesamt beträgt die Zeit in der Luft 39 Stunden, nur eine Nacht wird im Bett geschlafen, die Temperaturdifferenz beträgt maximal 30 Grad (beim Start in Singapur waren es 27 Grad, in New York minus 3 Grad). Doch der Fokus soll auf dem Weltrekordflug von Singapur nach New York liegen.

Gestartet wird am Flughafen Changi in Singapur kurz nach Mitternacht. Eine gute Uhrzeit, denn so ist man quasi schon bettfertig und müde genug, um nach dem späten Abendessen, das kurz nach dem Start serviert wird, ein paar Stunden Schlaf einzulegen. Die Businessclass-Sitze im neuen Airbus A350-900 ULR, die sich zu einem komplett flachen Bett umbauen lassen, erweisen sich als so bequem, dass aus dem geplanten Nickerchen ein veritabler 8-Stunden-Schlaf wird. Und da sind es nur noch neun Stunden bis New York.

Bis zur Landung am Flughafen Newark vertreibt man sich die Zeit entweder mit dem Bordunterhaltungsprogramm, das nebst Blockbustern auch eine hübsche Auswahl an Arthouse-Filmen und spannende Perlen des asiatischen Filmschaffens bereithält. Oder man nimmt Kontakt mit zu Hause auf: Singapore Airlines spendiert den Passagieren in der Businessklasse eine halbe Stunde Gratis-Internet. Wir entscheiden uns jedoch fürs Essen und haben wohlwissend 24 Stunden vor dem Abflug ein Menü aus der sogenannten «Book the Cook»-Karte bestellt, bei der aus einer Fülle von Gourmetgerichten, kreiert von verschiedenen Starköchen, ausgewählt werden kann. Es gibt US-Rindsfilet mit Spargel, Babyspinat und Röstkartoffeln. Serviert wird die Kreation des US-amerikanischen Spitzenkochs Alfred Portale mit einer Balsamico-Zwiebel-Sauce. So verköstigt, vergeht die restliche Flugzeit inklusive Verdauungs-Nap, nun ja, wie im Flug. Nach exakt 16 Stunden und 57 Minuten setzen wir am Flughafen Newark auf. Ebenfalls äusserst komfortabel: Der Flug SQ22 aus Singapur ist einer der ersten, der in Newark landet, und so fällt das lästige Anstehen an der Passkontrolle flach.

Ein Blick in die Premium-Economy-Klasse von SQ22

Richard Quest von CNN testet den längsten Flug der Welt

Die Technik

Ein solches Langstreckenwunder wird erst durch ein brandneues Flugzeug in der Singapore-Airlines-Flotte möglich: den Airbus A350-900, der mit dem Zusatz ULR klarmacht, um was es geht. ULR steht nämlich für Ultra Long Range. Verschiedene technische Änderungen am Flugzeug machen den Flugmarathon möglich. So wurde das Treibstoffsystem modifiziert, sodass der Jet 24'000 Liter Kerosin zusätzlich tanken kann, insgesamt passen so 165'000 Liter in die Tragflächen.

Ausserdem wurde die Aerodynamik verbessert und gnadenlos Gewicht eingespart. Die meisten Teile am Flugzeug sind aus Kohlefasern gefertigt, und selbst die Notrutschen sind beim A350-900 ULR leichter als bei vergleichbaren Flugzeugen. Letzter Trick zur Bewältigung der Monsterstrecke: Der vordere Frachtraum bleibt beim Flug SQ22 leer. Fracht könne man effizient auch auf Flügen mit Zwischenstopp transportieren, erklärt ein Airbus-Sprecher. Der Fokus liegt also klar auf dem Transport der 94 Passagiere in der Premium Economy (eine normale Economy-Klasse gibt es nicht) und der 67 Personen in der Businessklasse. Theoretisch könnte so eine Strecke von 18'000 Kilometern Nonstop-Flug erreicht werden.

Die Flugroute

Je nach Windbedingungen entscheiden sich die Piloten für eine andere Route. In unserem Fall führt der Weg über Südkorea, Japan, den Nordpazifik, über die Beringsee, bis das Flugzeug nahe von Quinhagak in Alaska nach etwas über zehn Stunden Flug zum ersten Mal wieder Boden unter dem Rumpf hat. Gelandet wird aber noch lange nicht. Erst wird noch Kanada durchquert, bis der Flieger nach genau 16 Stunden und 57 Minuten in New York aufsetzt.

Grund für die unterschiedlichen Routen sind die starken Winde in der Troposphäre, der Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen. Die Jetstreams blasen dort mit bis zu 500 Stundenkilometern und treten wellenförmig auf. Planen die Piloten richtig, so können sie mit dem Flugzeug quasi auf dem Jetstream an die Destination surfen und so viel Treibstoff sparen. Herrscht Flaute am Himmel, so dauert der Flug auch mal etwas länger. Im Maximum kann der Flieger 18 Stunden und 45 Minuten am Himmel bleiben. Danach ist der Tank leer.

Die Fakten

Für die Strecke von Singapur nach New York werden pro Stunde fast 6000 Kilogramm Kerosin verbrannt, und weil das Flugzeug so lange nonstop in der Luft ist, fliegen zwei komplette Piloten-Crews mit. Insgesamt sind vier Piloten an Bord, die Kabinen-Crew zählt 13 Personen.

Damit niemand verdurstet, werden Unmengen an Getränken geladen. 100 Liter Champagner und Wein, 100 Liter Spirituosen, Bier, Kokosnusswasser und Mocktails, 200 Liter Mineralwasser und 75 Liter Softdrinks treten die lange Reise an.

Das Gewissen

Kaum ein Passagier wird diese Reise aus purem Spass antreten, die angepeilte Zielgruppe sind Geschäftsreisende. Wer sich dennoch Sorgen um seinen klimatischen Fussabdruck macht, der kann die Emissionen (6,1 Tonnen CO2 beim Flug in der Businessclass) bei Myclimate.org mit 174 Franken kompensieren.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 05.12.2018 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Lachhaft

    Eine Herausforderung wäre es gewesen, wenn er in der Eco geflogen wäre.

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  • Joseph Keller am 05.12.2018 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Paid Post? Wieso immer Business Class?

    Interessanter für das selber zahlende Fussvolk wäre jeweils, wenn die Economy-Klasse beschrieben würde. Die Business-Klasse ist für viele kaum bezahlbar. Gerade bei SQ ist der Klassenunterschied zudem wesentlich.

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  • economy am 05.12.2018 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach ja

    Als ich 'business class' las, hab ich aufgehört zu lesen. Da es sich die wenigsten leisten können oder nicht wollen, wäre der testflug mit zufriedenheit in economy sicher anders ausgefallen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger Mathys am 09.12.2018 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist da neu?

    Hallo! Diesen Flug gab es schon vor 10Jahren oder mehr mit Airbus A340-600. Also was ist neu???

  • viel flieger am 09.12.2018 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    4 mal Doha-Auckland

    bin dieses Jahr schon 4 mal Doha-Auckland geflogen... und jetzt???

  • P.latzhersch am 05.12.2018 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    165tausend liter Kerosin für 161 flugäste. Lass dir das mal auf der Zunge vergehen :o))

    • Rechner am 06.12.2018 13:35 Report Diesen Beitrag melden

      Kerosinpreis am 30.11.18

      1.73$ pro Gallone. 1 Gallone = 3.78541 Liter. Literpreis gerundet = 6.55$. 165'000 Liter kosten 1'080'750$ geteilt durch 161 Passagiere gerundet 6712.73$

    • b.r. am 08.12.2018 19:11 Report Diesen Beitrag melden

      Math

      naja, rechnen ist schwierig. 1 Gallone = 3.78 liter. Daher Literpreis gerundet $ 0.46! 165000 Liter kosten $ 75500! Immer noch viel Geld...

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  • Globalbear am 05.12.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und Pinguine in Grönland?

    Schön. Aber Eisbären in der Antarktis, wirklich? Macht doch eure Hausaufgaben oder lasst diese zweifelhaften Umfragen lieber weg.

  • Pedro Meier am 05.12.2018 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Business Class..?!?!?

    Business Class/ was soll das.....Economy Class wäre noch was...Gruss

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