Long Island

26. Februar 2020 12:32; Akt: 26.02.2020 12:32 Print

Amerikas exklusivster Ferienort

von Laura Hüttenmoser - Traumstrände und Ruhe unweit der Grossstadt: In Long Island erholt sich die New Yorker Oberschicht.

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Die Hamptons: ein Sehnsuchts- und Rückzugsort vieler reicher New Yorker. Der Übername umfasst etwa 20 Dörfer im Osten von Long Island. Long Island ist bestens an New York angebunden. Alle Gemeinden sind mit dem Zug erreichbar. Von der Penn Station im Herzen Manhattans gelangt man innert drei Stunden nach Montauk, dem äussersten Ort auf Long Island. An der Nordküste von Long Island befinden sich die opulenten Mansions aus den Zwanzigern, etwa das Oheka Castle. Heute ein Hotel und ein beliebter Drehort. Vor einigen Jahren drehte zum Beispiel Taylor Swift ein Musikvideo hier. Unsere Führung endet leider bereits im Entrée, da im Oheka Castle gerade gedreht wird. Immerhin kriegen wir die berühmte Treppe zu sehen, die schon Charlie Chaplin hochlief. Viele der Grand Mansions sind heute für Besucher zugänglich, wie die Coe Hall, die einstige Ferienresidenz des Unternehmers William Robertson Coe und seiner Familie. Auch dieses Anwesen wird regelmässig für Filmdrehs und Fotoshootings genutzt. Man kann hier zwar heiraten, jedoch keine Party feiern, weil das Anwesen dem Staat New York gehört. Mr. Coe verkaufte es 1949 für einen Dollar. Das war sein Schlafzimmer ... ... und umgeben von dieser flamboyanten Tapete nächtigte seine Frau. Ebenfalls beeindruckend: die Vanderbilt Mansion, einstige Residenz der reichsten Familie der USA. In den Zimmern befinden sich noch immer die originalen Möbel und Gegenstände. William K. Vanderbilt II, der Urenkel des Eisenbahnmagnaten Cornelius Vanderbilt, hatte eine Menge Zeit und Geld zum Reisen. Er sammelte Tiere und Gegenstände aus allen Kontinenten und stellte sie in mehreren Räumen aus. In seinem Besitz befand sich auch der grösste ausgestopfte Fisch der Welt, ein knapp 10 Meter langer Walhai ... ... und eine Mumie ... ... die er 1938 in Kairo erwarb. Bescheidener ist dagegen das Sommerhaus Sagamore Hill des ehemaligen US-Präsidenten Theodore Roosevelt in Oyster Bay. Es kann im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden, ein Grossteil der originalen Möbel ist noch erhalten. Was selbst viele New Yorker nicht wissen: North Fork of Long Island beheimatet Dutzende von Weingütern. Auf dem Pindar-Weingut werden Merlot, Riesling, Syrah und Dessertweine in 20 Variationen hergestellt, die Besucher in der Degustationshalle ... ... oder neben den Weinreben bei mitgebrachtem Picknick probieren können. Ein Highlight für Kunst- und Architekturinteressierte ist das Parrish Art Museum. Der scheunenähnliche Neubau stammt von Herzog & De Meuron und fügt sich perfekt in die ländliche Umgebung ein. Das Museum wurde 2012 eröffnet und zeigt bevorzugt Werke von Künstlern mit einer besonderen Beziehung zu Long Island. Der Strand von Montauk, dem letzten Dorf der Hamptons, mit dem berühmten Leuchtturm. Hier befindet sich das Gurney's Montauk Resort & Seawater Spa. 2015 wurde das einstige Gurney's Inn für fünf Millionen Dollar renoviert ... ... und zieht heute Schauspieler, Models, Influencer an.

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Long Island mit den berühmten Hamptons kennt man vor allem aus Filmen und Serien – oder von Ferienfotos der Promis. Der durchschnittliche New-York-Tourist hat die Insel neben dem Big Apple aber kaum auf dem Radar. Long Island gilt als Rückzugsort der Superreichen, die sich vom Trubel der Grossstadt erholen wollen. Und war der Place to Be in den wilden 20er-Jahren, Stichwort: «The Great Gatsby». Im Film schmeisst Leonardo DiCaprio als Lebemann und Millionär Jay Gatsby in seiner prunkvollen Villa auf Long Island ein rauschendes, dekadentes Fest nach dem anderen.

Bildergebnis für gif great gatsby

Leonardo DiCaprio haben wir bei unserem Besuch leider nicht gesehen, aber Anwesen wie jenes des grossen Gatsby gibt es auf Long Island en masse. An der Nordküste, die jeder nur «Gold Coast» nennt, steckt «the old money», wie unsere Reiseleiterin Maggie LaCasse erzählt. Sie meint das Geld von schwerreichen Unternehmern wie Cornelius Vanderbilt, J. P. Morgan oder F. W. Woolworth, die sich Ende des 19. Jahrhunderts auf Long Island niederliessen.

Zu Hause beim Monopoly-Mann

Hier wollen wir uns das Oheka Castle ansehen, das zweitgrösste Privathaus in den Vereinigten Staaten mit 127 Zimmern. Es war die Sommerresidenz des deutschen Bankiers Otto Hermann Kahn (daher der Schlossname O-He-Ka), der als Vorlage für die Brettspielfigur von Monopoly gilt. Mittlerweile ist das Oheka Castle ein Hotel, eine beliebte Hochzeits- und Filmlocation. Das legendäre Drama «Citizen Kane» von 1941 wurde hier gedreht sowie vor einigen Jahren das weniger legendäre Musikvideo «Blank Space» von Taylor Swift.

Wir fahren durch die lange, begrünte Auffahrt, durch die auch Taylor mit ihrem Schimmel reitet, zum Hoteleingang und treten ein. Doch das grosszügige Entrée mit Kronleuchter und Treppenaufgang ist alles, was wir vom Oheka Castle sehen werden. Das ganze Hotel ist für Führungen gesperrt wegen – surprise! – eines Filmdrehs.

Zu Hause beim Präsidenten

Doch andere Reiche haben zum Glück auch schöne Anwesen. Und so besichtigen wir stattdessen die Coe Hall, ein prunkvolles Landhaus mit 160 Hektaren Umschwung, und die Villa der Vanderbilt-Familie, heute sind beides Museen. Man kann nur erahnen, was für opulente Feste früher hier gefeiert wurden und was für Bekanntheiten ein und aus gegangen sind. Bescheidener dagegen ist das Haus von Theodore Roosevelt (1858–1919). Der 26. US-Präsident verbrachte seine Sommer auf Sagamore Hill und ist auf dem etwa zwei Kilometer entfernten Friedhof begraben.

Die Milliardärsstrasse

Während man im Norden von Long Island im musealen Glanz vergangener Zeiten schwelgt, wohnen die heutigen Schwerreichen im Osten. «Billionaire Lane» nannte das «Forbes»-Magazin die sechs Kilometer lange Meadow Lane am Südweststrand von Southampton. Hier wohnt unter anderem der Modedesigner Calvin Klein, der sich für 75 Millionen Dollar ein Grundstück kaufte und eine Villa bauen liess. In dieser Liga reist man natürlich nicht mehr mit dem Zug oder Auto nach New York. Die Meadow Lane verfügt über einen eigenen Heliport, innert 30 Minuten gelangt man mit dem Helikopter nach Manhattan.

Die Anwesen an der «Billionaire Lane» aus der Vogelperspektive:

Das letzte Dorf der Hamptons

An der östlichen Spitze von Long Island liegt Montauk. Schon Max Frisch gefiel es hier. 1974 verbrachte der Schriftsteller ein Wochenende mit seiner Geliebten in Montauk und gab einer autobiografischen Erzählung den Namen des Fischerdorfes. Bis vor nicht allzu langer Zeit war das letzte Dorf der Hamptons ein bescheidener Ort mit Motels, Familienbetrieben und breiten, leeren Stränden. Mittlerweile entdeckten Investoren den Ort, Edelrestaurants, High-End-Boutiquen und Designhotels am Meer folgten.

Eine besonders feine Adresse ist das Gurney’s Montauk Resort & Seawater Spa, in dem A-Listers ein und aus gehen. Es liegt direkt am weissen Privatstrand, auf den man von jedem Zimmer aus Sicht hat. Der Bikini kommt bei unserem Besuch im Oktober zwar nicht zum Einsatz, es windet und das Meer tost wie wild. Doch die raue Stimmung am Strand ist magisch auf ihre Weise und könnte den Charme des ehemaligen Fischerdorfes nicht besser unterstreichen.

Diese Reise wurde durch Discover Long Island ermöglicht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tannäzapfä am 26.02.2020 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Long Island

    Die sollen angeblich sehr guten Ice Tea herstellen.

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  • chrigel67 am 26.02.2020 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA oder Amerika?

    emm... ihr meint die USA oder ganz Amerika? Das ist nicht so ganz dasselbe...

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  • Frequent traveller am 26.02.2020 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Möwen im Sturzflug

    Auf Long Island muss man lediglich aufpassen, dass die Möwen im Sturzflug Euch nicht das Hummer Sandwhich aus der Hand reissen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sabrina Keller am 07.03.2020 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Urlaub auf Long Island

    Kann man sich als "normal Sterblicher" einen Urlaub auf Long Island überhaupt leisten? Gibt es dort öffentliche Strände?

  • meierisli am 03.03.2020 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    schöne, herzige serie

    schaut mal royal pains. da seid ihr mit bingewatching das ganze wochenende auf long island ;-)

  • AA am 02.03.2020 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amerika

    Amerik ist schön sogar schöner als die Schweiz finde ich auf jeden fall lohnt es sich in Amerika Ferien zu machen

    • gaga welt am 03.03.2020 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      Als Bergfan

      gefallen mir die Alpen besser als die Rockies. Aber schön haben die Katholiken die Protestanten DORT Zwangsangesiedelt! Jetzt machen die gleichen Löffel dort Ferien und wollen zu den Protestanten flüchten!

    • Ardit am 03.03.2020 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @gaga welt

      Ist nur Meine Meinung das Amerika Schön ist finde Amerika sehr ein Schönes Land

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  • Jimmy am 01.03.2020 00:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry

    Aber wir Amerikaner wollen keine Touristen mehr aus Europa solange das Virus wütet.

    • Laura am 01.03.2020 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jimmy

      War schon an vielen Orten, aber dorthin werde ich nicht gehen. Habe gern warmes Wasser und kein Eis.

    • GuyS am 02.03.2020 13:04 Report Diesen Beitrag melden

      @Jimmy

      Sorry Jimmy, the Virus is already there!

    • Ardit. am 02.03.2020 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Laura

      Das ist Geschmack sache

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  • nüt zvil am 29.02.2020 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    toll

    evt wären hier Tips angebracht, wo sich die Unterschicht erholen könnte

    • D.D am 01.03.2020 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @nüt zvil

      Welche Unterschicht? In der Schweiz hat man doch Geld. Sarkasmus Ende.

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