Argentinien

29. Januar 2020 14:22; Akt: 29.01.2020 17:05 Print

Achterbahn-Feeling bei den Iguazú-Fällen

von Laura Hüttenmoser - Vom tropischen Norden ins eisige Patagonien: Die drei spektakulärsten Naturerlebnisse in Argentinien.

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Die Iguazú-Wasserfälle befinden sich an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien und gehören zu den sieben Weltwundern der Natur. Von der brasilianischen Seite hat man den besseren Panoramablick, auf der argentinischen (die wir besucht haben) kann man die Wasserfälle dafür von näher betrachten. Ganz nah und ganz nass geht das auf dem Boot der «Great Adventure Tour». Bis zu 200 Meter fahren wir an den «Teufelsschlund» heran. Er ist der grösste der 275 Wasserfälle mit einer Höhe von 80 Metern – und natürlich noch imposanter im Bewegtbild: Das Panorama-Video von diesem Aussichtspunkt findest du weiter unten im Artikel. Zahlreiche Wege führen durch den Nationalpark ... ... und bieten verschiedene Perspektiven auf die Wasserfälle. Wir treffen auf süsse, aber aufdringliche Nasenbären ... ... und zahlreiche Insta-Boyfriends. Szenenwechsel: Ab in den tiefen Süden Argentiniens, nach El Calafate. Der Flughafen liegt spektakulär: direkt am Lago Argentino. Etwa 25'000 Menschen leben in El Calafate. Der Ort ist sehr übersichtlich ... ... und ganz auf den Tourismus ausgerichtet. Es ist der Ausgangspunkt zu einem der absoluten Highlights Patagoniens ... ... dem Perito-Moreno-Gletscher in den südamerikanischen Anden. Er ist nach dem argentinischen Geografen Francisco Moreno («Perito» heisst Experte) benannt und schrumpft im Gegensatz zu den meisten Gletschern nicht. Der Perito Moreno bedeckt noch die gleiche Fläche wie vor 100 Jahren, erklärt unser Guide. Grund dafür sei die Lage des Gletschers. Die Winde ziehen von Westen her über die Anden und kühlen in der Höhe so stark ab, dass neue Eisschichten entstehen. Und das etwa im selben Mass, wie der Gletscher unten am See kalbt. Ein sensationelles Erlebnis! Mehrere Male an diesem Tag werden wir Zeuge davon, wie riesige Eisbrocken in den Lago Argentino donnern. Nach der Wanderung auf dem Trail wollen wir uns den Gletscher noch aus der Nähe ansehen. Mit dem Boot fahren wir direkt zum Perito Moreno ... ... wo uns ein Bergführer die Steigeisen umschnallt und instruiert. Vorsichtig wandern wir durch die unwirkliche, eisige Szenerie ... ... und staunen ob den spektakulären Formationen. Frischer und kälter gehts nicht: Eine der zahlreichen Gelegenheiten, einen Schluck Gletscherwasser zu trinken. Der Ort El Calafate verdankt seinen Namen dem Strauch rechts im Bild. Aus der Calafate-Beere werden zum Beispiel Marmelade und Likör hergestellt. Weiter geht es Richtung Süden. Drei Stunden fahren wir von El Calafate nach El Chaltén, der Trekking-Hauptstadt Patagoniens. Die Aussicht auf die vorbeiziehende Landschaft ist stets phänomenal und man sollte genau hinschauen, ... ... denn die Nandus und Guanakos (eine Unterart der Lamas) sind gut getarnt. Der Fitz Roy, verehrte Damen und Herren! Selten ist die Sicht auf den 3406 Meter hohen Granitberg so ungetrübt wie an diesem Traumtag im November. Ab El Chaltén führen Rundwanderwege durch den Nationalpark Los Glaciares. Kurze Verschnaufpause nach den drei ersten steilen Kilometern. Danach ist der Weg grösstenteils flach und bietet immer wieder tolle Gelegenheiten, den charakteristischen Fitz Roy zu fotografieren. Mittagspause bei der blauen Lagune ... ... am Fusse des Massivs. Was für ein Wetterglück! An den meisten Tagen im Jahr sind die Gipfel wolkenverhangen. In der Sprache der Ureinwohner heisst der Fitz Roy deswegen «Chaltén», was «der Rauchende» bedeutet und dem nahe gelegenen Dorf seinen Namen gab.

Fehler gesehen?

Badesachen und Regenjacke für den Norden, Winterkleidung und Wanderschuhe für den Süden: Leicht zu packen, war für diese Reise nicht ganz einfach. Der Inhalt des Koffers lässt erahnen, wie unglaublich vielfältig Argentinien ist. Den Trubel in der Hauptstadt Buenos Aires lassen wir für einmal beiseite und stellen drei Destinationen vor, die Naturliebhaber begeistern:

Iguazú in your face!

In horrendem Tempo donnern wir mit dem Boot durch eine weisse Wand. Gekreische und Unmengen von Wasser schlagen uns von allen Seiten um die Ohren. Der Adrenalinspiegel ist hoch, innert einer Sekunde sind wir klatschnass. Wir sind nur 200 Meter entfernt vom «Teufelsschlund», dem höchsten aller Iguazú-Wasserfälle.

Kreischlevel Achterbahn: Mit dem Boot bei den Wasserfällen.

Die weit ruhigere Variante, die Wasserfälle zu bewundern, sind die zahlreichen Trails im Nationalpark. Die schmalen Pfade führen von einer Aussichtsplattform zur nächsten und sorgen dafür, dass sich die Touristen angenehm verteilen. Schmetterlinge in den prächtigsten Farben begleiten uns auf dem Weg, eine Nasenbären-Gang streift vorbei, der Blick wandert immer wieder rauf zu den Baumkronen, aus denen unbekannte Geräusche ertönen.

Wir erreichen den «Teufelsschlund» – dieses Mal über die trockene Aussichtsplattform. Die ungeheuren Massen an Wasser wirken hypnotisierend, fast wird einem schwindlig, wenn man den Blick lange auf einen Punkt richtet. Unzählige Russsegler schweben durch den Wasserdunst, sie bauen ihre Nester an den Felswänden hinter den Wasserfällen. Ein gewaltiger und gleichzeitig meditativer Ort.

Das atemberaubende Panorama am Teufelsschlund:

Der weisse Gigant

Vor der 60 Meter hohen, steilen Eiswand des Perito-Moreno-Gletschers wird man fast ein wenig andächtig, so winzig kommt man sich vor.

Wir befinden uns im tiefen Süden von Argentinien, in der Nähe von El Calafate. Auf den zahlreichen Wegen im Nationalpark halten wir immer wieder inne, um die Blautöne und Gletscherformationen aus neuen Perspektiven zu betrachten. Und garantiert zu oft zu fotografieren: Irgendwie wirkt der Perito Moreno nach jeder Ecke noch mal eindrücklicher.

Den Gletscher sieht man aber nicht nur, man hört ihn auch. Mit einem lauten Krachen spaltet sich das Eis ab und donnert in den Lago Argentino. Und das etwa im selben Mass, wie in der Höhe neue Eisschichten entstehen. Der Perito Moreno ist einer der wenigen Gletscher der Welt, die nicht schrumpfen.

Video: Der Perito-Moreno-Gletscher im Panorama

Ein Highlight unseres Besuches ist die Wanderung auf dem Eis! Bergführer Eduardo schnallt uns Steigeisen unter die Schuhe und erklärt, wie man auf dem Gletscher am besten geht. In einer kleinen Gruppe bewegen wir uns durch die unwirkliche Umgebung aus bizarren Eisformationen, kleinen Lagunen und tausend Blautönen von Eis und Himmel. Die Tour bietet immer wieder spektakuläre Panoramen und erfordert kein hohes Fitnesslevel. Der krönende Abschluss: ein Whiskey on the rocks – mit Gletschereis!

Vorhang auf für den Fitz Roy!

«Ihr habt keine Ahnung, was für ein Glück ihr habt!», sagt Reiseleiter Lucas auf der Busfahrt nach El Chaltén. Der Fitz Roy sei nur an etwa 15 Tagen im Jahr so klar zu sehen wie heute, meistens werde der 3406 Meter hohe Berg von Wolken verdeckt. Lucas mag vielleicht ein wenig übertreiben, aber wir erwischen in der Tat einen Bilderbuchtag für unsere Rundwanderung.

El Chaltén ist erst seit 1985 bewohnt und damit eines der jüngsten Dörfer Argentiniens. 2000 Menschen leben mittlerweile hier und El Chaltén hat sich als Ausgangspunkt für Wanderungen in Südpatagonien etabliert. Bei strahlendem Sonnenschein ziehen wir los und entledigen uns einer Kleiderschicht nach der anderen. Der Wanderweg im Los-Glaciares-Nationalpark bietet immer wieder herrliche Aussichten auf den Fitz Roy, die wohl imposanteste eröffnet sich bei der blauen Lagune: Glasklares Wasser, keine Wolken am Himmel und dahinter thront das gigantische Granitfels-Massiv. Der perfekte Ort, um zu verweilen und die mitgebrachten Empanadas zu geniessen!

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leni am 29.01.2020 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WoW

    Wow...sehr eindrücklich!! Gut beschrieben ...kurz und bündig!

  • Eileen Grüring am 29.01.2020 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Iguazu

    Ich war dort und es ist unglaublich! Sehr empfehlenswert

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  • bemove am 29.01.2020 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar dort!

    War vor einer Woche dort. Die Iguazu Fälle in Argentinien inkl. Boostour sind der Hammer! (Natur pur im Gegesatz zu den verbauten Niagarafällen)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ruedi44 am 20.02.2020 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Grossartig

    Genau 40 Jahre sind es her; aber vergessen werde ich diese Fälle nie!

  • Sven O am 15.02.2020 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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  • Sven O am 13.02.2020 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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  • Sergio am 09.02.2020 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedauernswerte heutige Junggeneration

    Ich war 1094 bei den Iguazúwasserfälle Falls, als da wirklich nur die Fälle und ein Weg war. Es unfassbar schön und eindrücklich, aber die heutige Generation kann das gar nicht mehr sehen oder begreifen, darum muss man eine Themepark Attraktion daraus machen! Schrecklich, abgestumpft, überreizt, blind...halt eben...Bedauersnwert

  • (-´).* am 08.02.2020 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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