Reisen

Auf der Suche nach Inspirationen für Ihre nächsten Ferien oder Ideen für den geplanten Kurztrip?

 

Klicken Sie auf die interaktive Weltkarte!

Zur interaktiven Karte

Antarktis-Expedition

16. Februar 2017 20:03; Akt: 17.02.2017 09:51 Print

Auf Tuchfühlung mit den Eisriesen

Eisberge sind die majestätischen Hingucker in der antarktischen Landschaft. Im Kajak kommt man ihnen ganz nah. Und der Natur drumherum.

Eisberge entstehen, wenn grosse Stücke von einem Gletscher abbrechen. (Musik: «Mirage», Kevin MacLeod; Video: Incompetech.com)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Dritter Tag in der Antarktis. Destination: Neko Harbor. Über die Lautsprecher werden das heutige Tagesprogramm und die aktuelle Temperatur – vier Grad Celsius – mitgeteilt. So langsam hält die Routine Einzug auf der MS Midnatsol. 400 Passagiere gilt es bei jeder Anlandung vom Schiff an den Strand und wieder zurück zu bringen. Eine logistische Herausforderung – vor allem bei dem wechselhaften Wetter. «Wir kommunizieren jeweils nur Plan A. Aber in unseren Köpfen stehen schon Plan B, C und D bereit», sagt Expeditionsleiterin Tessa. Plan A wäre heute eigentlich ein Kajakausflug gewesen, doch der Wind bläst zu stark.

Deshalb geht es zunächst auf Erkundungstour an Land. Dort gehen die Pinguine ihrem üblichen Pinguinalltag nach: Auf den sogenannten Highways trotten sie hinab zum Meer, fangen Krill und Fisch und klettern danach wieder zur Kolonie hinauf, um die Jungen mit vorverdautem Brei zu füttern. Einige wenige Paare versuchen jetzt im Spätsommer noch ein weiteres Ei auszubrüten und richten liebevoll Nester ein. Kieselstein für Kieselstein. «Dieses Jahr wird das nichts mehr», sagt Guide Marcel. Er behält nicht nur die Tiere, sondern auch die umliegenden Gletscher im Auge. Kalben sie, können teils hohe Wellen entstehen. «Kürzlich gab es einen Tsunami, der unser ganzes Equipment vom Strand wegspülte.»

Heute krümeln nur kleine Teile weg. Brechen massivere Stücke von einem Gletscher ab, entstehen Eisberge. In der Bucht von Neko Harbor lassen sich gleich mehrere von den Naturgewalten kunstvoll geschliffene Kolosse beobachten. Streng genommen handelt es sich erst um einen Eisberg, wenn er mehr als fünf Meter aus dem Wasser ragt, haben wir während eines Vortrags an Bord gelernt. «Bergy Bit» nennen sich die kleineren Bruchstücke, die bis zu 15 Meter lang werden können. Am Nachmittag dürfen wir uns endlich im Kajak an sie heranwagen. Rund 90 Prozent der Eismasse befinden sich unter dem Wasserspiegel. Da sich der Schwerpunkt durch das Schmelzen verlagert, können die weissen Riesen jederzeit umkippen.

Auf Tuchfühlung mit den Eisriesen

Ein Sicherheitsabstand ist deshalb vonnöten. Dennoch taucht man im Kajak – komplett ohne heulenden Motor und nur angetrieben von der eigenen Muskelkraft – ganz in die Umgebung ein. In der Froschperspektive treiben wir durch die faszinierende Landschaft und entdecken an jeder Ecke Neues: Auf einer vorbeitreibenden Eisscholle lümmelt sich eine Gruppe Krabbenfresserrobben, nur wenige Meter weiter entfernt hüpfen Pinguine hektisch durchs Wasser. Womöglich flüchten sie vor der kugelrunden Seeleoparden-Dame, die beim Gähnen ihre spitzen Zähne blitzen lässt. Alltag für die Antarktis-Bewohner. Ein Schauspiel für den Besucher.

(sei)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Regi am 17.02.2017 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arktis vs Antarktis?

    Dachte die Antarktis sei im Süden unserer Erdkugel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Regi am 17.02.2017 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arktis vs Antarktis?

    Dachte die Antarktis sei im Süden unserer Erdkugel.