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Unterwegs in Hamburg

14. März 2019 17:47; Akt: 14.03.2019 18:10 Print

Carsharing ist hier so normal wie Regenwetter

von Laura Hüttenmoser - Würdest du abends ein Mietauto nehmen für ins Restaurant? Für junge Menschen in deutschen Grossstädten ist das Alltag.

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Ein Märzabend in Hamburg, Nieselregen und Wind peitschen ins Gesicht, die Menschen sind eingepackt in dicke Jacken und Schals. Mit einem Tunnelblick wollen sie so schnell wie möglich von A nach B kommen. So auch wir. Ich bin übers Wochenende in der Hafenstadt und mit zwei Freunden unterwegs, die jeden Sonntag ein neues Restaurant ausprobieren. Wir treffen uns im Schanzenviertel, das Lokal liegt im etwas entfernten Stadtteil Ottensen, und auf die 40 Minuten Fussmarsch hat niemand Lust. «Nehmen wir den ÖV oder ein Taxi?», frage ich Hannes und Philip. «Wir nehmen ein Auto», antwortet Hannes. «Was für ein Auto?», will ich wissen. «Na, von einem Carsharing-Dienst. Das machen hier alle.»

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Aus meiner Heimatstadt Zürich kenne ich das nicht. Wie in vielen Grossstädten besitzt keiner meiner Freunde ein eigenes Auto, manche sind deshalb Mitglied bei einem Carsharing-Anbieter wie Mobility oder Sharoo – jedoch eher um zweimal im Jahr zu Ikea und nicht um abends in ein Restaurant zu fahren. Beide Dienste funktionieren mit festen Standorten. Nicht so die deutsche App Drivenow. Die Fahrzeuge stehen nach dem Free-Floating-Prinzip zur Verfügung, fixe Abhol- oder Abgabe-Stationen gibt es nicht.

Das Free-Floating-Prinzip

Die Flotte in Hamburg besteht aus rund 600 Fahrzeugen, die per App geortet werden können. «Da drüben ist gleich eins», sagt Hannes. Er öffnet das Fahrzeug via App und tippt im Navi unseren Zielort ein. Die Fahrt dauert zehn Minuten. Wenige Schritte vom Restaurant entfernt finden wir einen öffentlichen Parkplatz.

Als wir aussteigen, frage ich, wie ich mich an den Kosten beteiligen könne. Mein Kumpel winkt ab, die Fahrt habe nur zwei, drei Euro gekostet. Bei Drivenow beträgt der Tarif für eine Fahrt zwischen 33 und 36 Cent pro Minute, je nach Fahrzeugtyp. In Hamburg gibt es eine grosse Auswahl an Carsharing-Anbietern, der grösste Player ist Car2go von Daimler, dann folgt Drivenow von BMW. Die beiden Autokonzerne haben jedoch ihre Kräfte gebündelt und wollen schon bald eine gemeinsame App mit dem Namen Share Now anbieten (siehe Box).

Catch a car in der Schweiz

Nach unserem Abendessen ist der BMW vom Hinweg zwar schon weg, wir finden aber in der Nähe schnell Ersatz. Mit einem Elektro-Mini fahren wir zurück in die Nähe unserer Bleibe, damit auch Fahrer Hannes noch ein, zwei Bier trinken kann. Ob er den Dienst auch nutze, frage ich Philip. «Nein, ich habe gar keinen Führerschein. Ich warte auf die selbstfahrenden Autos.» Ich muss lachen, aber angesichts des Tempos der technologischen Entwicklung dürfte er mit dieser Einstellung nicht der Einzige sein.

Die sogenannten Free-Floating-Angebote boomen auch in anderen europäischen Ländern. Ob diese sich auch in der Schweiz etablieren, wird sich zeigen. Marktführer Mobility hat Ende Januar 100 Prozent der Aktien von Catch a car übernommen und will das bisher defizitäre Unternehmen zum Erfolg bringen. Im Gegensatz zur Mobility-Autovermietung sind die Fahrzeuge von Catch a car nicht an einen festen Standplatz gebunden. Bisher sind allerdings nur Flotten in Basel und Genf im Einsatz.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joe Pereda am 15.03.2019 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Blödes Neusprech.

    Hört doch auf mit Car"sharing". Sharing wäre es, wenn z.B. 20 Leute zusammen ein Auto kaufen, und es gemeinsam nutzen. Das hier ist ganz einfach eine Kurzzeit-Miete. Aber das tönt halt nicht so hip und modern.

  • rakete am 15.03.2019 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Klimaschutz

    Ich dachte die Jungen wollen Klimaschutz und gehen lieber zu Fuss? Verkehrte Welt.

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  • Thommi am 14.03.2019 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Da ist die Schweiz erneut bitzeli langsam..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz B am 26.03.2019 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolles System

    Wenn man die Kommentare so sieht, merkt man wie engstirnig viele Schweizer sind. Drive Now funktioniert viel besser als das von der SBB subventionierten Mobility System. Ich stelle die Autos auf freien Parkplätzen ab, zahle keine Parkgebühren und nur pro genutzter Minute. Wenn ich das Auto den ganzen Tag haben will kann ich auch das machen. Tolles System hat sich in vielen Städten Deutschlands und auch im Ausland durchgesetzt. Aber die Schweiz hängt halt wie immer hinterher

    • Dani B. am 26.03.2019 20:33 Report Diesen Beitrag melden

      wichtige Grundlage ist

      ...morader ÖV. Und dies bestätigt jeder Hamburger.

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  • Dani B. am 26.03.2019 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    1,8Millionen Einwohner - 600Free-Floats

    Und der Beitrag will mir weiss machen, das sei in Hamburg usus?!

    • Franz B am 26.03.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani B.

      Super System. Habe es letzte Woche in HH benutzt. Funktioniert einwandfrei

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  • PROLLTRASH am 26.03.2019 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    blöd aber egal für mich

    ich habe selbst ein auto. auf dieser ebene ist mir der parkplatzmangel bekannt. aber warum man keine schafft für diese sharinganbieter ist mir ein rätsel. habs mal versucht, ist zu umständlich und zu kompliziert. platz hätte es genug. nur macht das autobashing auch vor dem sharing nicht halt. man verbaut sich also selbst den erfolg solcher plattformen.

  • PROLLTRASH am 26.03.2019 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lol

    in der schweiz zu umständlich und zuviel aufwand. ausserdem ist das parkplatzproblem auch mit carsharing nicht gelöst. es gäbe genug platz für parkplätze damit solche projekte tatsächlich ins rollen kommen. aber anstatt parkplätze für sharing anbieter gibts verkehrsberuhigende massnahmen a la slalom durch den 30er. etc. entweder oder. unser staat sagt momentan definitiv nein. mir aber egal. ich habe selbst ein auto.

  • die Ritterin am 22.03.2019 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unflexibel

    Die Grundidee von Mobility und Co ist sicher gut gemeint, aber für den Alltag zuwenig flexibel. Besser ist es, in gut erschlossenen Gebieten Velo und ÖV zu nutzen. Für einen Restaurantbesuch in einer Grossstadt das Auto zu nutzen, oder in Grossstädten generell zu nutzen, macht eh keinen Sinn. Wir wohnen abgelgen (nächste ÖV fast 10 km) und auf dem Hügel und haben nur ein Auto und als "Zweitauto" ein Ebike, welches ich bei zumutbarem auch für meine Arbeitswege (bis 20 km) nutze. Da bin ich flexibler aks mit Sharing.

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