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Auf Elvis' Spuren

08. Januar 2015 16:22; Akt: 08.01.2015 16:22 Print

Der King ist tot – lang lebe der King!

von Marlies Seifert - Vor fast 38 Jahren hat sich Elvis für immer von der Welt verabschiedet. Heute wäre er 80 Jahre alt geworden. In seiner Heimat ist er aber noch immer omnipräsent.

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In einem Eisenwarenladen im trostlosen Südstaatennest Tupelo nahm die Legende ihren Anfang: Zu seinem zehnten Geburtstag sollte Elvis Aaron Presley ein Velo bekommen. Stattdessen fiel das Auge des Geburtstagskindes auf ein Gewehr, das ihm Mutter Gladys jedoch verwehrte. «Wer weiss, was aus ihm geworden wäre, hätte er es bekommen», sagt Ladenbesitzer Jim Palmer. Denn statt der Knarre bekam das grösste Musikidol aller Zeiten 1945 seine erste Gitarre.

Auch Jahrzehnte später pilgern die glühendsten Verehrer des Kings in seinen Geburtsort, eine verschlafene Kleinstadt in Mississippi, die ohne Elvis nur ein winziger Fleck auf der Landkarte wäre.

Das krasse Kontrastprogramm dazu bietet Graceland: ein bis in die letzte Ecke perfekt organisiertes Elvis-Disneyland, das bis heute jährlich über eine halbe Million Besucher anzieht und auch die Sinne jener reizt, denen «Hound Dog» und «Don’t Be Cruel» nur vom Hörensagen ein Begriff sind. Im Gänsemarsch und mit Audio-Guide ausgestattet geht es durch die extravaganten Gemäuer, die den steilen Aufstieg des Jungen aus ärmlichen Verhältnissen zum weltberühmten Superstar veranschaulichen. Von dem Zauber, den das Anliegen einst durchwehte, ist aber nur mit viel Einbildungskraft noch etwas zu spüren.

Geradezu greifbar ist die Atmosphäre hingegen im sagenumwobenen Sun Studio, der Geburtsstätte des Rock’n’Roll. John Lennon soll vor Ort so ergriffen gewesen sein, dass er den Flecken küsste, auf dem Elvis stand, als er seinen ersten Hit «That’s Alright, Mama» einsang. Andächtig schreitet man durch den Raum, der noch immer als Aufnahmestudio genutzt wird. Die Zeit scheint stillzustehen, doch der Geist des Rock’n’Roll lebt hier weiter.

Auf dem Music Highway durch Tennessee

Lebende Musikgeschichte gepaart mit echtem Südstaaten-Feeling erwartet einen in Jackson, Tennessee. Auf halbem Weg zwischen den beiden Musik-Metropolen Memphis und Nashville bietet das Städtchen am Music Highway die ideale Gelegenheit für einen Zwischenstopp, alleine schon wegen der Rockabilly Hall of Fame: Im Inneren des leicht heruntergekommenen Backsteingebäudes eröffnet sich eine wahre Fundgrube für Musik-Aficionados. Im wilden Sammelsurium des auskunftsfreudigen Stadtoriginals und Museumsgründers Henry Harrison finden sich etwa so ku­riose Exponate wie der Defi­brillator, mit dem Elvis’ Leibarzt George «Dr. Nick» Nichopoulos das Leben des Kings zu retten versuchte. Und mit ­etwas Glück läuft man Johnny Cashs Drummer W.S. Holland beim Lunch im traditionellen Old Country Store über den Weg.