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Wilderei in Kenia

23. April 2019 19:15; Akt: 24.04.2019 08:51 Print

Dida ist eine der letzten zehn

von Nadine Wozny - In Kenia leben nur noch zehn Elefanten mit bodenlangen Stosszähnen. Die Big Tusker sind durch die Wilderei stark gefährdet. 20 Minuten hat die Ranger vor Ort begleitet.

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Die Elefantenkuh Dida ist ein sogenannter Big Tusker. Die Stosszähne, die bis zum Boden reichen, sind ihr Merkmal. Dida ist etwa 50 Jahre alt und lebt im Tsavo-Nationalpark in Kenia. Der Big Tusker Satao II wurde 2017 mit Giftpfeilen getötet. Nun leben nur noch zehn Bestätigte seiner Art in Kenia. Ausserhalb des Landes wurden keine mehr gesichtet. Jedoch leben in Kenia 25 sogenannte Emerging Tuskers. Sie könnten eines Tages zu Big Tuskers heranwachsen. Links im Bild ist der verstorbene Satao II zu sehen. Aufgrund ihrer langen Stosszähne sind die Big Tusker durch Wilderer besonders gefährdet. Elfenbein wurde in den letzten Jahren auf dem Schwarzmarkt zwischen 2100 und 660 Dollar pro Kilogramm gehandelt. Der Tsavo-Nationalpark ist bekannt für seine Elefanten mit der vom Sand rot gefärbten Haut. Über 12'000 Elefanten leben im Park. Nicht alle habe solche imposanten Stosszähne wie dieser. Das entspricht rund 40 Prozent von Kenias gesamter Elefantenpopulation. Damit diese bestehen bleibt, hat der International Fund for Animal Welfare das Projekt Tenboma ins Leben gerufen, das von der TUI Care Foundation unterstützt wird. 2014 gegründet, unterstützt das Projekt lokale Wildhüter dabei, Daten zu erheben und zu analysieren. 130 Ranger werden speziell geschult. Der Austausch mit der lokalen Bevölkerung, die am Rande des Nationalparks lebt, gehört zur täglichen Arbeit. In Deckung! Die Ranger haben auf ihrer Patrouille etwas Verdächtiges wahrgenommen. Gemäss Angaben des International Fund for Animal Welfare ist die Wilderei seit Start des Tenboma-Projekts im Jahr 2014 um 83 Prozent im Tsavo-Schutzgebiet zurückgegangen.

Fehler gesehen?

Sie sehen aus wie eine Mischung aus Mammut und Elefant: Die Stosszähne reichen bis zum Boden, Fell haben sie aber keines. Diese Elefanten mit den besonders langen Stosszähnen werden Big Tusker genannt und stehen kurz vor dem Aussterben. Die rund 50-jährige Elefantenkuh Dida ist eine der Letzten, die noch leben.

Die Big Tusker stehen im Tsavo-Nationalpark in Kenia unter besonderer Beobachtung. Mit Rangern gehen wir in Tsavo-Ost auf Patrouille. In dieser Gegend wurde auch Dida gesichtet. Anders als bei einer normalen Safari verlässt der Fahrer die staubige Strasse und fährt quer durch den Busch.

Big Tusker gibts nur noch in Kenia

Es ist Mittag, die Sonne brennt – es ist gefühlte 40 Grad heiss. Die Elefanten suchen Schutz unter den Schatten spendenden Bäumen. Ein Elefantenbulle trotzt der Hitze, er steht abseits in der prallen Sonne. Der Ranger weiss, wie nah er an den Elefanten rankann, ohne dass es gefährlich wird. Die Stosszähne des Bullen sind imposant, ein Big Tusker ist er aber nicht. Auch bekommen wir sonst keinen zu Gesicht. Kein Wunder, denn in ganz Kenia leben nur noch zehn bestätigte Big Tusker. Ausserhalb des Landes wurden keine mehr gesichtet.

Die Big Tusker sind durch die Wilderei besonders bedroht. Einerseits töten Kriminelle wegen des wertvollen Elfenbeins die Elefanten, andererseits werden immer weniger Elefanten mit Stosszähnen geboren. So hat auch Dida ein weibliches Kalb ohne Stosszähne zur Welt gebracht. Wie es beim International Fund for Animal Welfare (IFAW) heisst, glauben Forscher, dass die DNA der Elefanten mutiert. Elefanten ohne Stosszähne hätten in Regionen, in denen über Jahrzehnte viel gewildert wurde, die besseren Überlebenschancen.

Giftpfeile als Hauptwaffe

In den meisten Fällen werden die Elefanten mit Giftpfeilen getötet. So traf es 2017 auch den Big Tusker Satao II. «Es macht mich jedes Mal traurig, wenn ich einen getöteten Elefanten sehe», sagt Ranger Wycliff Milimu vom Kenia Wildlife Service zu 20 Minuten. An jedem Arbeitstag geht er in seinem Jeep auf Patrouille und steht mit der Bevölkerung ausserhalb des Nationalparks in Kontakt.

Dida und andere Elefanten sollen nicht das gleiche Schicksal erleiden wie Satao II. Darum hat der IFAW das Projekt Tenboma, das von der TUI Care Foundation unterstützt wird, ins Leben gerufen. Das Ziel: Wilderer künftig fassen, bevor sie zuschlagen.

Bevölkerung hilft mit

130 Wildhüter werden speziell geschult und erhalten die nötige Ausrüstung. So werden die Ranger beispielsweise mit GPS-Geräten, Smartphones, Stiefeln oder Kameras ausgestattet, wie Faye Cuevas von IFAW ausführt. Beweise am Ort eines Angriffs könnten dadurch besser erhoben werden. Alle Informationen werden dann in einer Datenbank gesammelt und analysiert.

Auch Beobachtungen aus der Bevölkerung, wie etwa ein fremder Autoreifenabdruck in der Nähe eines Dorfes, fliessen in die Datenbank mit ein. Dies soll helfen, einen bevorstehenden Angriff auf ein Wildtier frühzeitig zu erkennen.

Hoffnungsschimmer

Können diese Massnahmen die Big Tusker tatsächlich retten? Gemäss den Zahlen von Tenboma ist die gesamte Wilderei im Tsavo-Schutzgebiet seit dem Projektstart im Jahr 2014 um 83 Prozent zurückgegangen. Und einen weiteren Hoffnungsschimmer gibt es bei den Elefanten: Dida ist nun Grosi, vielleicht wird ihre Enkelin einer der nächsten Big Tusker in Tsavo.

Diese Reise wurde durch die TUI Care Foundation ermöglicht.