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Oberengadin

13. Februar 2019 19:37; Akt: 13.02.2019 19:37 Print

Die besten Pistenbeizen für Anspruchsvolle

Kreative Konzepte, neue Betriebe: Im Oberengadin kommen auch Gäste auf ihre Kosten, die nicht nur Schnipo und Bratwurst essen wollen.

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Das Oberengadin gehört zu den beliebtesten Wintersport-Destinationen der Schweiz und bietet ein vielfältiges gastronomisches Angebot. Das befindet sich auf dem Corvatsch-Gipfel und ist das am höchsten gelegene im Kanton Graubünden. Hier setzt man voll auf Polenta. Der Maisgriess ist sein Image als Arme-Leute-Essen oder eintöniger Sattmacher mittlerweile zwar los, trotzdem überrascht, wie vielfältig und kreativ damit gekocht werden kann. Die Polenta frites mit Tomatenmarmelade (24.50 Fr. mit Salat «Corn Chicken») schmecken so lecker, dass man sich zurückhalten muss, um sich nicht schon vor dem Hauptgang satt zu essen. Diese knusprige Alternative zu Pommes frites würde man gern öfter auf einer Karte sehen. Wer sich nicht entscheiden will, bestellt am besten eine Tavolata (29.50 Franken pro Person). Appetitlich in Holzschalen angerichtet, werden zwei Arten von Polenta aufgetischt: die klassische Bianca (links), die nur mit Wasser, Salz und Pfeffer zubereitet wird, und die spannendere Taragna (rechts), die aus Buchweizen- statt aus Maismehl hergestellt und mit Käse vermischt wird. Kombiniert mit den schmackhaften Beilagen (Meatballs mit Tomatensauce, Kalbsragout in Steinpilzsauce, Gemüsepfanne) ein absolutes Wohlfühlessen und ziemlich deftig. Doch das Dessert, eine Rahmpolenta mit Lavendelglace und marinierten Zwetschgen (13.50 Fr.), ist es wert, etwas über den Hunger zu essen und glücklicherweise leichter als es klingt. Neben den überraschenden Kreationen lohnt sich der Besuch des Panoramarestaurants wegen der atemberaubenden Aussicht auf die Engadiner Bergwelt.130 Gäste finden hier Platz. Zwischenstopp in der , einer klassischen Après-Ski-Beiz. Nach einer Tasse Glühwein und einer halben Stunde auf dem Liegestuhl in der Sonne ist man genug aufgewärmt für die Piste – oder für die Party. Im in Sils Maria sind im Sommer – wie der Name sagt – Kühe untergebracht, von Dezember bis April werden Gäste kulinarisch verwöhnt. Die gemütliche Hütte bietet Platz für 80 Personen. Mittags bestellt man à la carte, abends gibt es ein Menü, das die ersten Gäste, die reservieren, in Absprache mit dem Koch aussuchen dürfen. Souschef Nils Hauenstein legt Wert darauf, dass die Zutaten frisch und wenn möglich aus der Region sind. «Unsere Küche würde ich als schweizerisch mit asiatischem Einfluss beschreiben», sagt er. Zur Vorspeise gibt es Kalbstatar und (unter dem Teller) eine Kürbis-Kokoscremesuppe (21 Fr.), ... ... der Hauptgang ist ein Entrecôte vom Schweizer Weiderind mit geröstetem Blumenkohl in verschiedenen Texturen. Grappaliebhaber, Obacht! Auf dem «Gifttischli» stehen 20 verschiedene Sorten zur Auswahl. Die moderne an der Bergstation Corvigilia ist nicht ein Ort, wo man stundenlang einkehrt, eher kurz auf einen Kaffee, ein Glas Champagner oder einen Happen vorbeischaut. Die meisten Gäste wärmen sich im Stehen am Holztresen bei einem warmen Getränk auf, es herrscht ein umtriebiges Kommen und Gehen. Wer Glück hat, kann sich einen gemütlichen Sessel in Cheminée-Nähe ergattern. Worauf aber wegen der grossen Fensterfronten niemand verzichten muss, ist die spektakuläre Aussicht auf die alpine Landschaft. Gleich gegenüber der Quattro Bar empfängt das stylische anspruchsvolle Gäste. 2017 wurde das Restaurant komplett umgebaut und ist unterteilt in einen Lounge-, Restaurant- und einen Barbereich. Den Bereich am Fenster hat man in dunklen Farben gehalten, damit die Gäste von der Spiegelung der Sonne nicht geblendet werden, der Teppichboden dämpft das Klacken und Stampfen der Skischuhe. Überhaupt hat man starke Farben nicht gescheut. Das Herzstück ist die Bar in der Mitte des Raumes mit dem namensgebenden weissen Murmeltier. Täglich bis 17 Uhr werden 40 klassische, modern interpretierte Gerichte serviert. Am Abend kann das White Marmot für Anlässe gemietet werden. Die karamellisierte Aubergine an Miso und Tahina (32 Fr.) zergeht auf der Zunge und ist garniert mit knusprigen Auberginenstreifen. Küchenchef Marco Moroni hat fünf Pastagerichte auf die Karte gesetzt. Wir probieren die Paccheri an einer Nduja-Sauce (eine pikante italienische Rohwurst), die fantastisch schmecken. Für das Dessert kommt der Chef persönlich an den Tisch: Was da mit Schokolade übergossen und Caramel-Schnee bestäubt wird, ... ... ist ein Snickers-Riegel. Die verschiedenen Texturen, Temperaturen und Geschmäcker begeistern und bilden den perfekten Abschluss eines Besuches.

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Die schweren Skischuhe poltern auf dem Boden, Hose und Jacke rascheln bei jeder Be­wegung, man schnappt sich ein Tablett, stellt sich bei der Essensausgabe an und fragt sich: «Nehme ich Bratwurst mit Rösti, Schnipo oder Spaghetti Bolo?». So sah der typische ­Besuch in der Pistenbeiz lange aus. Selbstbedienung, die immer gleichen Speisen – einerseits wohlig vertraut, andererseits vorhersehbar und langweilig.

Im Oberengadin, einer der beliebtesten Wintersport-Destinationen des Landes, will man den Gästen mehr Abwechslung bieten. Rund um die Bergbahnen Corvatsch, Diavolezza und Lagalb will man die Konzepte der einzelnen Gastrobetriebe in den nächsten zwei Jahren mehr differenzieren: «Jedes Restaurant soll auf eine Spezialität setzen, damit eine Art Foodcourt über die Bergwelt verteilt entsteht», sagt Martina Peterhans, Leiterin Gastronomie und Nebenbetriebe Corvatsch AG. Wie einen Pistenplan soll es dereinst einen Restaurantplan geben, sodass die Gäste je nach Lust entscheiden können, wo sie einkehren wollen.

20 Minuten hat sich auf eine Food-Tour entlang der Oberengadiner Pisten begeben und verschiedene Verpflegungsmöglichkeiten getestet. Die Eindrücke sehen Sie in der Bildstrecke.

(hüt)