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Indonesien

02. September 2015 10:24; Akt: 02.09.2015 10:24 Print

Ein feuchter Traum für Taucher

von Marlies Seifert - Zwergseepferdchen und Teppichhaie: Indonesien ist ein Unterwasser-Paradies. 20 Minuten hat zwei Sehnsuchtsziele im Inselstaat besucht.

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Raja Ampat: Eine Woche tauchen, essen, schlafen

Nur kurz den Koffer abgestellt, die Zahnbürste rausgeholt – und schon die erste Beobachtung gemacht: Im seichten Wasser vor dem Bungalow schwimmt ein Rochen. Man könnte ihn minutenlang beobachten, doch das Abendessen ruft. Im kleinen Restaurant des Papua Paradise Resort sitzen ein Honeymoon-Paar, das noch keinen Tauchschein besitzt, eine dreiköpfige Familie und das 82-jährige Mitglied eines Unterwasserfotografie-Clubs. Die Stimmung ist familiär, man hat ein gemeinsames Interesse: Die Unterwasserwelt.

Und die ist in Raja Ampat so vielfältig wie sonst nirgends: Der Archipel im Osten Indonesiens ist eines der weltweit reichhaltigsten tropischen Korallenriffe. Von kleinen Harlekin-Garnelen bis zu grossen Mantas findet man hier alles. Trotzdem ist der Tauchertraum nicht überlaufen. Denn um ihn zu erreichen, sind mindestens drei Flüge und eine lange Bootsfahrt nötig. Das ist anstrengend. Und teuer.

Rund um die Insel Kri tummeln sich gigantische Fischschwärme, unter Bootsstegen zu den von Einheimischen bewohnten Inseln verstecken sich die schönsten Korallengärten mit den grössten Riesenmuscheln, die man sich vorstellen kann. Spätestens wenn man einen Teppichhai, den sogenannten Wobbegong, im Korallenkörbchen beim Dösen entdeckt, möchte man selbst zur Kamera greifen.

Nach einem kurzen Schläfchen in der Hängematte ist es Zeit für den «Sunset Dive». Während dem Sonnenuntergang stehen die Chancen am besten, die scheuen Mandarinfische im Hausriff beim Liebesspiel zu beobachten. Bei vier Tauchgängen am Tag werden die Haare eine Woche lang nicht mehr trocken. Sieben Tage lang heisst es nur: Tauchen, essen, schlafen. Aus diesem Stoff sind Träume gemacht.


Nord-Sulawesi: Wo sich die Unterwasser-Monster tummeln

«Schau», gibt mir Tauchguide Jemmy per Handzeichen zu verstehen. Ich blicke an eine kahle Wand. «Schau», signalisiert er nochmals und zeigt mit Nachdruck auf die vermeintlich leere Stelle. Und da sehe ich ihn: den riesigen Anglerfisch. In seiner dunkelgrünen Farbe ist er perfekt getarnt und klebt wie Algen am Fels. Hier in der Lembeh Strait muss man beim Tauchen noch etwas genauer hinsehen als sonst.

Die stark befahrene Meeresenge in Nordsulawesi gilt als Mekka des Muck Diving, des – wörtlich übersetzt – Dreck-Tauchens. Im Zivilisationsmüll versteckten sich skurrile Meerestiere wie Sterngucker, Blaugeringelte Kraken oder Geisterpfeifenfische. «Critters» werden die Lebewesen genannt. Das Wort stammt vom englischen Wort für Kreaturen: creatures. Verschiedene Tauchbasen haben sich auf das Stöbern nach den seltsamen Lebewesen spezialisiert. Die ortsansässige Forschungsstation entdeckt regelmässig neue Arten.

Doch man muss nicht eine ganze Woche lang im Trüben fischen. Celebes Divers bietet von Manado aus Tagesausflüge zur Lembeh Strait an. Wenn man dort genug im Dreck gewühlt hat, kann man sich im Bunaken-Nationalpark wieder farbenreichen Steilwänden widmen. Und auch hier spürt Jemmy winzige Schönheiten, die man selbst kaum gesehen hätte: Zwergseepferdchen oder elektrische Muscheln. Zum Schluss lässt bei einem Nachttauchgang sogar eine Riesenschnecke, die Spanische Tänzerin, ihr rotes Kleid im Wasser wehen.

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