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10 Fakten

29. Mai 2017 12:11; Akt: 05.06.2017 13:21 Print

Happy birthday, Strandkorb!

von Fee Riebeling - Strandkörbe bieten Schutz gegen Sonne, Wind und Regen – und das seit 135 Jahren. Ein Rückblick.

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Während in der Schweiz Strandkörbe rar gesäht sind, bestimmen sie an den Stränden der deutschen Nord- und Ostsee das Bild. In diesem Jahr feiert die praktische Sitzgelegenheit ihren 135. Geburtstag. Zeit, einen Blick zurück zu werfen. Erfunden wurde der Strandkorb 1882 vom Rostocker Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann. Die Idee stammte von Elfriede von Maltzahn, einer Rheumapatientin. Weil sie trotz ihres Leidens nicht auf den Strandbesuch verzichten wollte, bat sie Bartelmann um eine «Sitzgelegenheit für den Strand als Schutz vor allzu viel Sonne und Wind». Das erste Modell wurde zunächst als Strandstuhl bezeichnet. Dieser bestand noch aus Weiden und Rohr und bot – anders als heute – nur einer Person Platz. Viele Menschen reagierten skeptisch und nannten das schützende Gestell einen «aufrecht stehenden Wäschekorb». (Im Bild: ein Modell aus dem Jahr 1910) An die Einsitzer erinnern – zumindest von der Form her – heute noch die sogenannten Strandzelte. Doch auch sie verschwinden immer mehr von der Bildfläche. Mit nur einer Holzbank darin sind sie nicht wirklich bequem. 1883 wich der Spott Akzeptanz. Und so wurde in Warnemünde an der Ostsee die erste Strandkorbvermietung der Welt eröffnet – von Bartelmanns Gattin Elisabeth. Im gleichen Jahr begann Wilhelm Bartelmann auch mit der Produktion von Doppelsitzern. Dass sich die Form des Strandstuhls in den nächsten Jahren rasch weiterentwickelte, ist einem Versäumnis Bartelmanns zu verdanken: Er hatte verpasst, seine Erfindung zum Patent anzumelden. So gab es bald Modelle mit Fussstützen, Armlehnen, Seitentischchen. (Im Bild: Strandkörbe, 1961) 1897 kam es zu einer weiteren Neuerung: Ein Lehrling Bartelmanns verpasste dem Strandstuhl eine verstellbare Rückenlehne. Dieses Modell wurde als Halblieger bekannt. Heute verfügen so gut wie alle Strandkörbe über Funktionen wie Seitentischchen und verstellbare Rückenlehnen. Den grössten Unterschied gibt es zwischen Körben aus unterschiedlichen Regionen: An der Nordsee sind sie eckig und kantig. An der Ostsee dagegen rundlich und geschwungen. Geflochten sind die Strandkörbe alle. Dafür werden etwa 500 Meter Kunststoffband verflochten. Routinierte Korbmacher brauchen durchschnittlich acht Stunden, um diese Menge zu verarbeiten. In Strandkörben kann man nicht nur sitzen. Das beweist das Ostseebad Zinnowitz Jahr für Jahr mit der Weltmeisterschaft im Strandkorb-Sprint. Dabei müssen die Körbe über 20 Meter weit geschleppt werden. Der Rekord liegt bei unter fünf Sekunden. Gestatten, der wahrscheinlich berühmteste Strandkorb der Welt. Mit seinen gut sechs Metern Breite bot er 2007 die perfekte Kulisse für ein Abschlussfoto beim G-8-Gipfel in Heiligendamm. Platz nahmen damals die Regierungschefs der acht teilnehmenden Wirtschaftsnationen und der Präsident der Europäischen Kommission. Es geht aber noch grösser, wie dieses Bild zeigt. 2014 wurde in Heringsdorf auf der Ostseeinsel Usedom der grösste Strandkorb der Welt eingeweiht. Er bietet Platz für 91 Menschen. Verarbeitet wurden dafür rund 3,5 Kubikmeter Holz, 85 Quadratmeter Stoff und 3 Kilometer Band. Doch es gibt auch noch eine andere XXL-Version, in der sich unter freiem Himmel schlafen lässt. Zu finden sind die Schlafstrandkörbe unter anderem auf der Nordseeinsel Büsum.

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Wer schon einmal Ferien an der deutschen Küste gemacht hat, kennt ihn gut: den Strandkorb. Schliesslich beherrscht er am Strand das Bild und bietet rund um die Uhr Schutz vor Wind und Wetter.

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Trotzdem weiss kaum jemand, dass die praktische Sitzgelegenheit bereits 135 Jahre auf dem Buckel hat. Woher die Idee zu dem Strandmöbel stammt und weitere interessante Fakten zu dem Kultobjekt verraten wir Ihnen in der obigen Bildstrecke.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nordic Fan am 05.06.2017 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rüm hart klaar kimming

    Es gibt nichts Schöneres, als im Strandkorb an der stürmischen Nordsee zu sitzen, eingedeckt mit Lektüre und Verpflegung - den wilden Meereswogen und Möwen zu lauschen, spielenden Kinder im Sand zuzuschauen. Ein kleines Reich für sich - einen ganzen Tag lang.

  • Alter Ossi am 05.06.2017 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kühlungsborn, Rerik und co

    Ostsee,, so herrlich und so viele Erinnerungen an meine Kindheit.

    einklappen einklappen
  • marko 32 am 05.06.2017 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Glückwunsch

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nordic Fan am 05.06.2017 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rüm hart klaar kimming

    Es gibt nichts Schöneres, als im Strandkorb an der stürmischen Nordsee zu sitzen, eingedeckt mit Lektüre und Verpflegung - den wilden Meereswogen und Möwen zu lauschen, spielenden Kinder im Sand zuzuschauen. Ein kleines Reich für sich - einen ganzen Tag lang.

  • Alter Ossi am 05.06.2017 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kühlungsborn, Rerik und co

    Ostsee,, so herrlich und so viele Erinnerungen an meine Kindheit.

    • Mimi am 05.06.2017 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alter Ossi

      ich ziehe die Nordsee vor, die See ist dort stürmischer, eben so richtiges Strandkorbwetter.

    • Anne89 am 05.06.2017 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mimi

      Geht mir auch so... Bei Wind und Wetter dick eingepackt im Strandkorb, und nichts ausser dieser unendlichen Weite und dem Rauschen des Windes um einem... Es ist wunderschön dort!

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  • marko 32 am 05.06.2017 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Glückwunsch

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