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Standardcode

05. August 2016 11:16; Akt: 05.08.2016 12:11 Print

Hotelsafes sind alles andere als sicher

Mit einem einfachen Trick kommen Diebe an die Wertsachen im Zimmer. Der Schweizer Reise-Ombudsman sieht Handlungsbedarf.

Brad Reid zeigt, wie einfach es ist, einen Zimmersafe zu knacken.

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«000000» tippt Brad Reid ein – und schwupps: Schon öffnet sich die Tür. Der Youtuber zeigt, wie einfach es ist, einen Zimmersafe zu knacken. Hier liegt das Problem: Die Sicherheitsschränke werden von den Herstellern mit einem einfachen Standardcode versehen, sodass das Gerät im Notfall – wenn etwa der Gast seine Zahlenkombination vergisst – trotzdem geöffnet werden kann. Für die Hoteliers wäre es ein Leichtes, die Fabrikeinstellung zu ändern. Oft wird das jedoch versäumt.

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Die deutsche Sicherheitsfirma G Data warnt denn auch davor, blind auf Hotelsafes zu vertrauen. «Er ist nicht der schlechteste Ort, um Wertgegenstände aufzubewahren. Man sollte die Sicherheit der Tresore aber auch nicht überschätzen», heisst es auf einem Hinweisblatt. Neben dem Mastercode, der ein Sicherheitsleck darstellt, lasse sich nach dem Abschrauben einer Plakette an der Front des Wertschranks auch das darunterliegende Schloss leicht mit einem Dietrich öffnen. «Reisende sollten niemals ihre Kreditkarte zum Verschliessen des Zimmersafes nutzen, damit keine persönlichen Informationen der Karte mitgelesen werden können», wird zudem geraten.

Bei Diebstahl haftet der Hotelier

Beim Branchenverband Hotelleriesuisse misst man dem Problem keine grosse Bedeutung bei. «Hotelsafes waren in den letzten beiden Jahrzehnten für uns kein Thema», so der Medienverantwortliche Beat Waldmeier. Vielleicht liege dies daran, dass bei tatsächlichen Fällen Hotelier, Gast und Versicherungsgesellschaft sich direkt geeinigt hätten. «Uns sind bis zum heutigen Zeitpunkt keine Fälle von Diebstahl aus einem Hotelsafe im Zimmer bekannt – glücklicherweise würde ich meinen», sagt auch Reise-Ombudsman Franco Muff. Dennoch sieht er Handlungsbedarf: «Die Hoteliers in der Schweiz, wie alle anderen auch, sollten sich auf jeden Fall überlegen, die Mastercodes für den Notfall gut zu hüten und individuell anzupassen. In einem guten Hotel wird kein Mitglied des Reinigungspersonals über diesen Code informiert sein.»

Bei Diebstählen aus Hotelzimmern gilt das jeweilige Recht des Landes. In der Schweiz und in vielen europäischen Ländern etwa haftet grundsätzlich der Hotelier für den entstandenen Schaden. Der Haftpflicht kann er sich auch nicht entziehen, wenn er in den Räumen Anschläge anbringt, auf denen er diese ablehnt. «Wir haben schon Fälle erlebt, in welchen Safes abmontiert und mitgenommen wurden – auch hier haftet der Hotelier», so Muff.

Was im Hotel alles geklaut wird

Allerdings gilt bei der Rückerstattung ein Maximalbetrag von 1000 Franken. Und: «Wenn man die Wertgegenstände im Safe im Zimmer deponiert, hat man als Geprellter möglicherweise ein Problem zu beweisen, dass man dieses oder jenes darin verstaut hatte», mahnt Muff. Anders sieht es aus, wenn Wertsachen dem Hotelier zur Aufbewahrung übergeben werden. Hier kann die Rückerstattung höher ausfallen. Das gilt auch, wenn den Hotelier ein Verschulden trifft. Sogenannte «Kostbarkeiten» müssen in jedem Fall im Safe in der Rezeption verstaut werden. Computer und andere elektronische Geräte fallen nicht in diese Kategorie. Dass man etwas in Depot gegeben hat, lässt man sich am besten kurz schriftlich bestätigen.

Da die Haftpflichtversicherung des Hoteliers höchstens für den Zeitwert eines Geräts aufkommen muss, empfiehlt der Schweizerische Versicherungsverband, den Fall auch der Hausratversicherung zu melden. Sie sehe meist eine Neuwertdeckung vor. Im Fall eines Diebstahls müssen Gäste den Verlust unverzüglich anzeigen.

(sei)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Do it yourself am 05.08.2016 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Eigener Safe

    Ich nehme immer meinen eigenen Safe inkl. Bohrmaschine und Dübel mit in die Ferien.

  • Altersschwäche am 05.08.2016 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Hut

    Wow, da hat jemand wieder im Archiv was ausgegraben!

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  • Der Ironiker am 05.08.2016 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Standardcode ändern

    Mit dem Standardcode dürfte man sicher auch diesen selbst ändern können. Sollte später ein Gast seinen Code vergessen bleibt dem Hotel nichts anderes mehr als den Safe aufzubrechen, und sich einen neuen zu kaufen... und eventuell daraus zu lernen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ratmal Werwol am 11.08.2016 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Mit diesen Tipps

    spielt es auch keine Rolle mehr, wenn mein Hotelsafe ausgeraubt wird. Ich kann ja einfach einen anderen öffnen....

  • Pierre Muller am 06.08.2016 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Anleitung, besten Dank

    Ich finde es ganz toll dass wir hier auch noch gerade die Anleitung bekommen mit welcher Combi der Safe zu öffnen ist. Das ist wirklich sehr intelligent das hier zu schreiben. Besten Dank, werde ich als erstes ausprobieren.

    • Bartli am 06.08.2016 21:00 Report Diesen Beitrag melden

      Diebstahlrisiko mindern

      Es wäre schon gut zu wissen, wenn die Info alle erreichen würde. So kann man den Save-Ckeck gleich machen, bei Ankunft im Zimmer. Leider sind nicht alle informiert. Bei mir galt aber schon immer, Wertsachen an der Rezeption abgeben und in jedem Fall beidseitig quitieren lassen. Damals sogar Travelerchecks mit lückenloser Nummernfolge gelagert. Karten nie abgeben, aber gerade das ist ein echtes Problem, für das ich meine eigene Lösung gefunden und befolge.

    • Cybot am 08.08.2016 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht immer

      Die Kombination hängt vom Safe-Hersteller ab, die ist nicht immer gleich. Mal kurz den Safe-Typen zu googeln reicht allerdings.

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  • Profi am 05.08.2016 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja stimmt

    ich nehm ich auch immer mit bei der Abreise.

  • R. Meister am 05.08.2016 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Code

    Der Fehler liegt bei diesem Thema im Detail. Hotelsafe und Zimmersafe sind nicht exakt dasselbe. Hotelgäste haben die Möglichkeit ihre Wertsachen dezentral unauffällig getarnt im Hotelzimmer zu verwahren (inkl. Safe). Details verrate ich nicht, Kreativität ist gefragt, Erfahrung macht den Meister.

  • Beklaut am 05.08.2016 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Aus dem Guesthouse-Safe geklaut

    wurde mir mein Geld in Thailand. Da ich mich länger dort aufhielt, bekam ich mit, dass diese Leute dies ganz professionell betrieben. Mittlerweile sind sie reich geworden....... Leute traut dem Lächeln im Land des Lächelns nicht, es ist durchwegs falsch.