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Staaten-Blog

30. Juli 2016 19:20; Akt: 30.07.2016 19:20 Print

Island? Nein, Wyoming!

von Pascal Meister - Wilde Prärie, seltsame Felsen und einer der unwirtlichsten Orte der Erde: Der «Cowboy State» sieht aus wie von einem anderen Planeten.

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Der Old Faithul auf 2240 Metern über Meer gehört zu den bekanntesten Geysiren der Welt und bricht täglich aus. Zwischen zwei Ausbrüchen liegen durchschnittlich 90 Minuten. Die Eruptionssäule erreicht dabei eine Höhe von zwischen 30 bis 55 Metern. Mit 129°C wurde 1994 die höchste je gemessene Wassertemperatur verzeichnet. Seit 1978 gehört er wie der ganze Park zum Unesco-Weltnaturerbe. Die Grand Prismatic Spring ist die drittgrösste Thermalquelle auf unserem Planeten. Die ersten Aufzeichnungen datieren von 1839, als Trapper wohl die Quelle auf ihrem Weg nach Westen passierten. In ihren Berichten vermerkten sie einen «kochenden See von 300 Fuss». Wie fast jede Sehenswürdigkeit im Yellowstone ist auch die Grand Prismatic Spring einfach mit dem Auto zu erreichen. Das Biscuit Basin ist eine Ansammlung von vielen thermalen Quellen und Geysiren im Nationalpark. Der Name rührt von der keks-oder brötchenähnlichen Umrandung des Sapphire Pools her, die allerdings bei einem Erdbeben 1959 weggesprengt wurde. Der Name blieb bestehen, ebenso der ... ... Sapphire Pool . Die heisse Quelle ist seit dem Erdbeben nicht mehr aktiv und deshalb auch seit Jahren nicht mehr als Geysir in Erscheinung getreten. Im Gegensatz zu anderen Quellen ist der Sapphire Pool auch kälter und hat die Bezeichnung heisse Quelle eigentlich gar nicht verdient. Der Sulphur Caldron ist ein Schlammvulkan, der äusserst sulfurhaltig ist. Man riecht ihn schon von weitem. Der Schwefelgestank treibt einem Tränen in die Augen. Mit einem PH-Wert zwischen 1 und 2, ist der Schlammvulkan der sauerste im ganzen Park. Er brodelt 24 Stunden vor sich hin, bildet Blasen und lässt Schlamm in die Höhe schnellen. Die Mammoth Terraces gehören ebenfalls zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten im Yellowstone. Über diese Kalksteinformation fliesst 70 Grad warmes Wasser, welches von unterirdischen Vulkanen erwärmt wird und bei Mammoth Hot Springs (dem Verwaltungszentrum des Park) an die Erdoberfläche tritt. Um den Devils Tower, den Spielberg in seinem Film «Unheimliche Begegnung der dritten Art» berühmt machte, rankten sich bereits vor vor dem Filmstart 1977 übersinnliche Geschichten. Bisons beim Grasen. Kein seltener Anblick im Yellowstone-Nationalpark. Auch Büffel, Kojoten und Grizzlybären können einem auf Wanderungen begegnen. Deshalb gilt folgendes Gebot: Tiere aus der Ferne beobachten und fotografieren. Gerald Ford, 38. Präsident der USA. arbeitete im Sommer 1936 als Ranger im Yellowstone. Er war für die Bärenfütterung zuständig. Typische Szenerie im Yellowstone. Ureinwohner benutzten die heissen Quellen, um ihre Kleider zu waschen. Auch die Farben im Yellowstone sind einzigartig. Sie rühren von braunen, orangenen und gelben algenartigen Bakterien her. Amerikas bekannteste Indianerin neben Pocahontas fand ihre letzte Ruhe in der abgelegenen Prärie von Wyoming. Als 17-Jährige begleitete Sacajawea (mit ihrem Säugling Jean Baptiste auf dem Rücken) Lewis und Clark auf ihrer Überlandexpedition an die Pazifikküste.

Zum Thema
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Der neuntgrösste Bundesstaat der USA liegt in den Rocky Mountains und zählt deshalb geografisch zu den Mountain States. Von sechs anderen Staaten umgeben, muss man sich erst stundenlangen Autofahrten durch die Berge stellen, um zu den wahren Schätzen des Staates vorzudringen. Über abenteuerliche Landstrassen gelangt man schliesslich im Nordwesten von Wyoming zu einem der speziellsten Orte der Erde: dem Yellowstone-Nationalpark.

Wie Himmel und Hölle

Der älteste Nationalpark des Landes wurde 1872 von Präsident Grant eingeweiht. Die majestätische Wildnis mit Bergen, Flüssen und Seen vermittelt ein idyllisches Bild. Doch innerhalb des Parks ist die Erde in Aufruhr. «Yellowstone ist der gefährlichste Ort der Erde, wir bewegen uns zwischen Himmel und Hölle», erklärt ein Parkranger während seiner Führung. Der Grund dafür liegt zwei Kilometer unter der Erdoberfläche, wo sich in Hitzekammern Geysire bilden und durch schmale Kanäle an die Oberfläche gepresst werden. 62 Prozent aller weltweit existierenden heissen Quellen liegen im Yellowstone. Die dampfende, nach Schwefel riechende Landschaft erinnert an einen Kriegsschauplatz mitten in der Natur.

Zwischen speienden Geysiren blubbern auch saphirblaue Schwefelpools, welche wie Edelsteine an einer Krone den ganzen Park schmücken. Die Natur verzeiht hier keine Fehler. Ausrutscher in die heissen Quellen gehen selten gut aus. Doch nicht die Quellen oder wilden Tiere im Yellowstone machen der Bevölkerung Angst. Ein Supervulkan, der unter der Erde schlummert, könnte die Welt verändern. Bräche er aus, so würden 45'000 Kubikmeter Magma an die Oberfläche gelangen, eine gigantische Asche und Säurewolke würde den gesamten Erdball einhüllen und das Klima würde dramatisch abkühlen.

Unheimliche Begegnung der dritten Art

Der Devil’s Tower im Nordosten von Wyoming ist ein turmartiger Monolith nahe der Stadt Sundance und das Wahrzeichen des Staates. Für die Kiowa-Indianer ist er ein heiliger Ort, für den Rest der Menschheit einfach ein cooler Ort, an dem Steven Spielberg 1977 die Schlussszene seines Sci-Fi Films «Unheimliche Begegnung der dritten Art» drehte. Und nicht erst seit der Alien-Landung in diesem Film wollen Touristen immer wieder sonderbare, ausserirdische Aktivitäten rund um den Monolithen herum beobachtet haben. Bereits im Jahr 1900 dokumentierten Ureinwohner hier übersinnliche Phänomene.

Amerikanische Folklore

Im abgelegenen Indianerreservat Wind-River liegt eine Frau begraben, die in der volkstümlichen amerikanischen Literatur einen besonderen Platz innehat. Sacajawea, ein indianisches Mädchen aus Idaho, begleitete als 17-jährige Lewis und Clarke auf ihrer Überlandexpedition und fungierte als Dolmetscherin, da sie die Sprache der Shoshone beherrschte. Der Erfolg der Expedition war auch ihr Verdienst und in der Öffentlichkeit wurde sie später immer wieder als wichtige Vermittlerin zwischen der Armee und den Indianern gefeiert, obwohl sie paradoxerweise durch den Erfolg der Expedition die Ausbreitung der Weissen im Westen Nordamerikas und damit die Verdrängung der Indianer mitbestimmt hatte. Das Fort Washakie erzählt ihre Geschichte. Hier erlebt man die Indianerkultur hautnah und erfährt, dass Sacajaweas Konterfei seit dem Jahr 2000 die 1-Dollar-Münze der USA ziert. Eine schöne Geste für eine Frau, die keine 25 Jahre alt wurde.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moi am 30.07.2016 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wauw...

    Ich war dort....einer der schönsten orte der erde, und ich bin weit gereist! Immer wieder yellowstone, einzigartige natur!!

    einklappen einklappen
  • NEPatriots am 30.07.2016 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nice.

    Endlich wieder mal ein Staaten Blog ! Danke !

  • SouthDakota am 30.07.2016 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    3 Matho Thipila

    Der Devil's Tower wird nicht nur von den Kiowa verehrt, sondern von vielen verschiedenen Stämmen (da wegen der Völkerwanderung viele Stämme wie z.B. Apachen mal in der Region gelebt haben). Bei den Lakota (Sioux) heisst er Matho Thipila (Bears Lodge). Ausserdem ist er nicht unheimlich, sondern einfach wunderschön, hat etwas von einem Märchen (aber man muss eben hingehen und nicht von weitem schauen)!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Erik Hëss am 31.07.2016 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schön aber überlaufen

    Yellowstone ist wirklich einzigartig, aber darum leider auch extrem populär und entsprechend überfüllt. Es empfiehlt sich also, nicht in der Hauptsaison während des Sommers zu reisen und sich generell etwas antizyklisch zu bewegen. Ratsam ist insbesondere alles, das nicht direkt einen Parkplatz daneben hat. Sobald man irgenwo mehr als ein paar Meter zu Fuss gehen muss, ist plötzlich von den Besuchermassen kein Mensch mehr zu sehen.

  • voyager am 31.07.2016 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Grand Teton

    ... ich war auch sehr begeistert, doch Grand Teton, südlich davon, gefiel mir ... WOW!... noch viel besser...diese Gebirgskette und Jackson, die Cowboy Stadt... einfach traumhaft schön...würde gerne mal im Winter hinfahren...

  • Guerino Simeon am 31.07.2016 04:29 Report Diesen Beitrag melden

    Live gesehen

    Bin letzte Woche mit der Harley durch gefahren und erlebt. Wirklich faszinierend. Lohnt sich jederzeit eine Tour durch den Yellostonepark. Am besten mit einer Harley.

  • Alfred Zbinden am 31.07.2016 01:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Yelowstone

    Wow Das ist wirklich der schönste Nationalpark. Ich verbrachte mit meiner Frau eine Woche in diesen Park 1983. Auch die Anreise mit dem Auto ist schon ein Erlebnis.

  • traveler am 30.07.2016 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Himmel und Hölle

    Ja, der Yellowstone NP. War jedesmal super. Immer viele Tiere gesehen, immer auch Bären. Wer spezielle, wunderschöne Landschaften, natürliche "Action" und Wildtiere mag, der ist dort richtig. Übrigens bricht der Yellowstone Supervolcano alle ca. 640'000 Jahre aus, das letzte Mal vor 660'000 Jahren - er ist also überfällig. Wer den Yellowstone noch anschauen will, sollte sich somit etwas beeilen. Wer im Park übernachten will, sollte zudem mindestens ein halbes Jahr im Voraus buchen.

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