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Freiwillige Retter

04. Dezember 2018 13:25; Akt: 04.12.2018 13:25 Print

Wenn das Island-Abenteuer böse endet

von Laura Hüttenmoser - Die spektakuläre Natur lockt immer mehr Touristen nach Island. Geraten sie in Gefahr, sind sie auf die Hilfe dieser ungewöhnlichen Rettungsorganisation angewiesen.

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Unterwegs mit der ICE-SAR, der isländischen Rettungsorganisation. Im Rahmen einer Übung demonstrieren die Freiwilligen, ... ... wie sie eine Person in Seenot retten. Die Helikopter stellt die Küstenwache zur Verfügung. Blick in den Hangar mit den verschiedenen Superpumas. Da Island keine Armee hat, ... ... übernehmen Freiwillige die Rettungsaktionen. 4000 Frauen und Männer sind ehrenamtlich für die ICE-SAR im Einsatz. Zum 90-jährigen Jubiläum der Organisation kreierte der offizielle Uhrenpartner Luminox eine ICE-SAR-Kollektion, die in Island vorgestellt wurde. In einem Schulungsraum wird uns die Arbeit der Parachute Teams, der Fallschirmspringer, näher gebracht. 15 bis 20 Freiwillige sind dafür ausgebildet und werden bei schwer zugänglichen Stellen eingesetzt. In einer Nacht- und Nebelaktion üben wir mit den Helfern die Reanimation an einem Dummy. «Wenn ihr unsicher seid bezüglich des Rhythmus der Herzdruckmassage, denkt einfach an 'Stayin' Alive' von den Bee Ges», raten sie uns. Der Name des Songs passt ja schon mal ganz gut. Der britische Abenteurer und Luminox-Botschafter Alex Hibbert spricht über seine Expedition 2012 über den Vatnajökull-Gletscher, bei der er selbst auf die Hilfe von ICE-SAR angewiesen war. Jedes Jahr im Oktober findet in Reykjavík die Rescue-Konferenz statt, wo Rettungsexperten aus aller Welt zusammenkommen. Über 50 Vorträge finden in den Sälen des Konzert- und Konferenzhauses Harpa statt. Das Harpa gilt als Wahrzeichen von Reykjavík, ... ... mit der vom isländischen Künstler Olafur Eliasson gestalteten Fassade.

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Der Satz «Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte einen Augenblick» ist typisch für Island. So faszinierend die Natur auf der zweitgrössten Insel Europas ist, so unberechenbar ist sie auch. Wo am Morgen noch die Sonne scheint, kann am Nachmittag ein heftiger Sturm aufziehen. Eine Begebenheit, die viele Leute unterschätzen, wenn sie zu einem Abenteuer aufbrechen.

Geht jemand im Nebel oder Schneesturm verloren, kann das schnell böse enden: Menschen werden von Lawinen überrascht, betreten aus Versehen die Hauptstrasse oder fallen in Gletscherspalten. Das passiere sowohl Einheimischen als auch Touristen, aber ganz genau will es Helena nicht sagen: «Wir fragen nicht nach der Nationalität, wenn wir jemanden retten.»

4000 Freiwillige

Helena arbeitet für die Icelandic Association for Search & Rescue (ICE-SAR). Die isländische Such- und Rettungsorganisation ist zuständig für Luft-, Land- und Wasserrettung. Das Aussergewöhnliche an ihr ist, dass sie nur aus Freiwilligen besteht. Island verfügt zwar über Küstenwache und Polizei, jedoch über keine Armee. Es sind Bäcker, Studenten, Verkäufer – bis zu einem Notruf: Dann lassen sie alles stehen und liegen und eilen zu Hilfe.

4000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich und sind in rund 100 Rescue-Teams über das ganze Land verteilt, ein grosser Teil im Grossraum Reykjavik, wo zwei Drittel der Isländer wohnen. Um Mitglied bei der ICE-SAR zu werden, ist ein 18-monatiges Training nötig und man muss Isländisch beherrschen. Man kann sich in einem Spezialgebiet schulen lassen, wie Katastrophenschutz, Luft-, Berg-, Wasser- oder Seenotrettung.


Quelle: Youtube / Slysavarnafélagið Landsbjörg

Dass Menschen vermisst werden oder sich nicht mehr aus eigener Kraft retten können, passiert häufiger, als man denkt. 2017 erhielt die ICE-SAR über 1000 Notrufe, etwa 150 davon betrafen eine lebensgefährliche Situation. Wer eine individuelle Reise in unbewohnte Gebiete plant, kann seine Route online mit der ICE-SAR teilen und sich tracken lassen. Wenn die Reisenden die Destination nicht zur vorgesehenen Zeit erreichen, rückt die Such- und Rettungsorganisation aus.

Island ist in den vergangenen Jahren zu einer Trenddestination geworden, seit 2010 hat sich die Zahl der Touristen verfünffacht. Die meisten besuchen die sogenannte Insel aus Feuer und Eis wegen der spektakulären Natur, den Vulkanen, Gletschern, Eisbergen und Wasserfällen. Die Arbeit der Freiwilligen von ICE-SAR ist deshalb nötiger denn je.

Island-ABC

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fabian am 04.12.2018 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Swiss Rescue

    Das nennt sich bei uns Freiwillige Feuerwehr, Seerettungsdienst, Samariterverein, First Responder, Bergrettung, etc. Alles Freiwillige, die wenn's "piepst" alles stehen und liegen lassen und in den Einsatz rennen. Und es sind hierzulande 10-tausende. Ich komme gerade von einem Einsatz zurück.

  • Dumby am 04.12.2018 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke dass es euch gibt und danke dass nicht alle hirnlose Abenteuer eingehen und vorher überlegen wann sie was tun.

  • dä vo Bälp am 04.12.2018 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Ein herzliches "Ich Danke Dir" gebührt allen die in einer Rettungsorganisation engagiert sind. Egal wann, egal wo, Ihr macht den Unterschied aus! DANKE,

Die neusten Leser-Kommentare

  • ElDorado23 am 04.12.2018 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar, aber...

    Es ist wunderbar, dass es diese Rettungsorganisation gibt. Ich hoffe nur, sie ist nicht gratis...

    • Dagobert am 05.12.2018 19:58 Report Diesen Beitrag melden

      Davon darfst Du ausgehen

      Diese Insel gehört zu teuersten Destinationen in Europa.

    einklappen einklappen
  • dä vo Bälp am 04.12.2018 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Ein herzliches "Ich Danke Dir" gebührt allen die in einer Rettungsorganisation engagiert sind. Egal wann, egal wo, Ihr macht den Unterschied aus! DANKE,

  • Franky am 04.12.2018 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schönes land...Island

    Tja es geht auch ohne Armee. Leider in der Schweiz nicht machbar, da hier niemand etwas macht ohne eine Gegenleistung zu erwarten, eigentlich Schade.

  • Dumby am 04.12.2018 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke dass es euch gibt und danke dass nicht alle hirnlose Abenteuer eingehen und vorher überlegen wann sie was tun.

  • marko 33 am 04.12.2018 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich

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