Reisen

Auf der Suche nach Inspirationen für Ihre nächsten Ferien oder Ideen für den geplanten Kurztrip?

 

Klicken Sie auf die interaktive Weltkarte!

Zur interaktiven Karte

Rundgang durch Wynwood

15. Januar 2019 14:31; Akt: 16.01.2019 08:35 Print

Das Insta-tauglichste Viertel von Miami

von Andreas Hauri - Wynwood ist die neue Heimat der Street-Art-Szene Miamis. Ehemalige Lagerhallen dienen den Künstlern hier als Leinwand, den Besuchern als Selfie-Kulisse.

Bildstrecke im Grossformat »
Zu Besuch in Wynwood, abseits von South Beach und dem berühmten Ocean Drive. Das Kunstviertel gilt als neuer Kreativ-Hotspot Miamis. Untypisch für Amerika findet das Leben hier draussen statt. Ehemalige Lagerhallen dienen als Leinwände für Graffiti und Wandmalereien, sogenannte Murals. Beim Bummel durch das Viertel kann man die Künstler bei der Arbeit beobachten. Farbig, frech und mit einer Portion Unterstatement. Auch die Legendenverehrung dient als perfektes Sujet. Die farbigen Wände Wynwoods ziehen seit geraumer Zeit Touristen, Kunstsammler und Künstler an. Die Kulissen werden rege als Foto-Hintergrund genutzt. Ob für ein Porträt ... ... oder für ein Selfie, ... ... die Generation Instagram liebt Wynwood. Kunstwerk und Betrachter werden zur Symbiose. Natürlich gibt es auch Galerien in Wynwood. Und auch die gehören vollständig abfotografiert. Es lohnt sich, im entspanntesten Freiluft-Museum Miamis auf die Details zu achten. Ein bisschen Graffiti war schon da, aber da interessierte sich noch niemand für Wynwood. 50 Jahre lang war Wynwood das Arbeiterviertel der Puerto Ricaner in Miami. Doch mit dem Gewerbe verschwand um die Jahrtausendwende auch das Leben im Viertel. Die Lagerhallen überliess man sich selbst. Das änderte sich 2005. Auch dank ihm. Der abgebildete Herr heisst Tony Goldman, er ist eine Art Übervater von Wynwood. Goldman war ein bekannter Investor und Kunstsammler in den USA. In New York half er etwa mit, das Soho-Viertel aufzuwerten. 2005 begann er, Lagerhallen im brachliegenden Wynwood aufzukaufen und sie an Künstler zu vermieten. Er zog damit Besucher, Industrie und Galerien an. 2012 starb Goldman. Zu seinen Ehren wurde in Wynwood eine Strasse nach ihm benannt. Heute ist das Leben in Wynwood zurück. Es gibt Restaurants, Cafés und Bars. Wynwood ist nicht nur hip, sondern ständig in Bewegung. Alle zwei Monate werden die Wände neu übermalt. In den vielen überklimatisierten Galerien gibt es Kunst zu kaufen, die man direkt mit nach Hause nehmen kann. Pop-Art ist Trumpf! Die Wynwood-Walls von oben.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Over here, Juan!», ruft die schlanke Frau mit den langen schwarzen Haaren und rückt dabei ihren weissen Sonnenhut zurecht. Sie erinnert ein wenig an Kim Kardashian. Juan, ihr Begleiter, tut wie ihm geheissen und zückt sein Smartphone. Schnell schiesst er ein paar Fotos von seiner Freundin.

Umfrage
Würdest du Wynwood gerne besuchen?

Als Kulisse dient eine riesengrosse Wandmalerei von Tatiana Suarez. «One more time, Juan!», flötet das Mädel, doch Juan mag nicht mehr. Also schiesst sie halt ein Selfie, den Mund zum Duckface geformt, versteht sich.

Kunst und Selfies

Juans Schicksal als Insta-Boyfriend droht hier vielen. Das Wynwood-Viertel ist ein Hotspot für Street Art. Fassaden ehemaliger Lagerhallen – die Wynwood Walls – dienen Künstlern als Leinwand. Abseits von South Beach und im Schatten der Skyline tummeln sich hier seit ein paar Jahren Touristen, Kunstsammler und Künstler.

Es gibt Restaurants, Bars, Eisdielen und zahlreiche Galerien. Wynwood ist hip, allein der Bummel durch das Viertel gehört zum Selbstverständnis einer jungen, kunstaffinen Generation, die hier zwar nicht unbedingt nach neuen Bildern fürs Zuhause, sehr wohl aber nach Fotosujets und Selfie-Kulissen sucht.

Das ehemalige Viertel der Puerto Ricaner

Ein bisschen Farbe aus der Dose war schon da, als sich noch niemand in dieser Gegend dafür interessierte. Das ehemalige «Barrio», auch Little San Juan genannt, war über 50 Jahre lang fest in der Hand der eingewanderten Puerto Ricaner Miamis, die in dieser Gegend arbeiteten und lebten.

Um die Jahrtausendwende, als das Gewerbe und die vielen Schuhfabriken schrittweise stillgelegt wurden, gab es im Viertel kaum mehr Arbeit. Die meisten Menschen zogen fort, die Lagerhallen überliess man sich selbst. Für eine ganze Weile sollen sich Obdachlose und Drogensüchtige in der Gegend herumgetrieben haben. Damals war Wynwood als Drogenumschlagplatz berüchtigt.

Neues Leben

Wie man es von anderen gentrifizierten Vierteln der Welt kennt, waren auch in Wynwood die Künstler die ersten, die der Gegend neues Leben einhauchten. Im Graubereich der Legalität begann die Sprayer-Szene Miamis fernab vom berühmten mit Palmen gesäumten Ocean Drive die Wände zu bemalen und anzusprühen.

Erst Jahre später würden Sammler und Investoren von der Art Basel Miami, dem US-Ableger der renommierten Kunstmesse, nach Wynwood pilgern, um die junge, freche Kunst in Beschlag zu nehmen. Gebäude wurden renoviert, Galerien eröffnet. Seit 2010 werden Künstler im monatlichen Turnus für ihre Arbeit an den Fassaden angeworben.

Überhaupt hat die Kreativ-Wirtschaft es sich hier ziemlich gemütlich gemacht. Es läuft wieder was. Die Schattenjahre von Wynwood seien vorbei, erzählt ein Galerist. Lieferwagen rumpeln wieder durch die Strassen, Restaurants, Bars und Clubs haben geöffnet, Schuhläden buhlen wieder um Kundschaft. Vom Bäcker über den Galeristen bis hin zum Bierbrauer, man ist gut drauf im ehemaligen Little San Juan.

Diese Reise wurde ermöglicht von The Biltmore Miami.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Minnie Mouse am 15.01.2019 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist einen Besuch wert!

    Tolle und interessante Gegend! Noch nicht so überlaufen!

  • M. Bühler am 15.01.2019 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist wirklich speziell

    War vor 5 Jahren dort, unser privater Reiseleiter wollte uns etwas zeigen, abseits der Hotspots von Miami. Damals waren die Strassen in Wynwood praktisch leer. Wenn man diese Bilder in echt sieht, ist es noch viel interessanter...

  • Gargamelius am 16.01.2019 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kunst vs. Dreck

    Schöne Malereien, gar nicht mit dem geschmiere dass man bei uns findet zu vergleichen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gargamelius am 16.01.2019 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kunst vs. Dreck

    Schöne Malereien, gar nicht mit dem geschmiere dass man bei uns findet zu vergleichen.

  • M. Bühler am 15.01.2019 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist wirklich speziell

    War vor 5 Jahren dort, unser privater Reiseleiter wollte uns etwas zeigen, abseits der Hotspots von Miami. Damals waren die Strassen in Wynwood praktisch leer. Wenn man diese Bilder in echt sieht, ist es noch viel interessanter...

  • Minnie Mouse am 15.01.2019 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist einen Besuch wert!

    Tolle und interessante Gegend! Noch nicht so überlaufen!

Traumreisen
bis zu 70% günstiger
Melden Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse kostenlos bei Secret Escapes an!
Jetzt entdecken