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Norwegische Vogelinsel

06. Juni 2015 21:54; Akt: 06.06.2015 21:54 Print

Papageientaucher im Scheinwerferlicht

von Fee Riebeling - Dank ihres Aussehens und ihres drolligen Gangs erfreuen sich Papageientaucher vieler Fans. Auf Runde kann man sie ungestört beobachten.

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Wer die absoluten Stars der norwegischen Insel Runde südwestlich von Ålesund auf keinen Fall verpassen möchte, muss nicht früh aufstehen. Schliesslich haben die erst am Abend ihren grossen Auftritt. Denn dann kehren die Papageientaucher nach einem langen Tag auf dem Meer zurück und lassen sich zur Freude ihrer Fans auf dem für sie gut einsehbaren Vogelfelsen nieder.

Tausende der putzigen Alkvögel bringen hier Jahr für Jahr ihren Nachwuchs auf einen guten Weg. Nach Aussagen der ortsansässigen Ornithologen gaben sich in 2012 etwa 100'000 Papageientaucher vor und auf Runde die Ehre. Hier finden sie die grasbewachsenen, steilen Klippen vor, die sie so sehr lieben.

Von welchen Stellen aus man sie am besten beobachten kann, erklärt Knut Asle Goksøyr. Der gebürtige Holländer führt den gleichnamigen Campingplatz am Ende von Rundes einziger Strasse und teilt sein Wissen gerne. Wer möchte, kann bei ihm auch gleich einen Zeltplatz mieten oder eine der urchigen Holzhütten beziehen.

Date auf dem Felsen

Um das Eintreffen der Papageientaucher am Felsen nicht zu verpassen, sollte der Aufstieg zum Vogelfelsen rechtzeitig in Angriff genommen werden. Denn obwohl die beiden Aussichtspunkte nur rund einen Kilometer Luftlinie vom Campingplatz und damit vom Ausgangspunkt der Wanderung entfernt liegen: Bis Kaldekloven und Lundeura geht es steil bergauf, und das auf unbefestigten Wegen. Die «gute Dreiviertelstunde», die Goksøyr jedem Neuankömmling dafür einzuplanen rät, ist durchaus realistisch.

Das Schauspiel startet gegen 20 Uhr: Ein Vogel nach dem anderen lässt sich auf den Klippen nieder und geniesst nach getanem Fischfang seinen Feierabend. Immer wieder neigen sie dabei ihre Köpfe oder flattern mit den kurzen Flügeln. Neben dem Meeresrauschen sind nur verzückte «Ahhs» und «Ohhs» zu hören, die nicht ausnahmslos von kleinen Kindern stammen. Abgesehen davon wird die Ruhe der Tiere respektiert. Schliesslich will niemand dieses Vogelparadies zerstören. Alle sind dankbar, an diesem Ort die Natur erleben zu können.

Geduld wird belohnt

Und so kauern Berufs- wie Hobby-Ornithologen still im knöchelhohen Gras. Manche von ihnen haben sich sogar bäuchlings ausgestreckt, «um beim Fotografieren eine ruhige Hand zu haben», wie sie sagen. Doch trotz dieses Körpereinsatzes lautet das Motto hier oben «Gut Ding will Weile haben». Denn so unbeholfen wie die geschnäbelten Tiere auch aussehen mögen: Es fällt ihnen schwer, auch nur einen Moment wirklich still zu halten.

Aber auch am Atlantik zahlt sich Geduld irgendwann aus. Denn hier oben kann man selbst zu vorgerückter Stunde noch tolle Bilder schiessen. Schliesslich liegt Runde auf dem 62. Breitengrad, wo die Sonne auch im Sommer so gut wie gar nicht untergeht.

So muss kaum ein Besucher ohne mindestens einen guten Schnappschuss von dannen ziehen. Und kommt es doch einmal vor, hat wieder Knut Asle Goksøyr den richtigen Tipp: «Johan Moltu, der Kapitän der ‹Aquila›, bringt euch auch am Tag ganz nah an die Papageientaucher heran.» Und erneut hat der damit nicht zu viel versprochen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Feldjaeger_84 am 07.06.2015 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Tipp!

    Absolut erstklassiger Reisetipp! Wer die Natur mag und die Nase voll von überfüllten Stränden hat soll mal im Sommer nach Norwegen reisen, war schon drei Mal dort. Die Lofoten- und Vesterålen-Inseln sind einfach traumhaft. Und dort sieht man diese Lundevögel fast überall. Liebe Grüsse und einen schönen Sommer, geniesst ihn!

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  • Jacqui am 06.06.2015 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zauberhaft

    Wir waren schon öfters da. Der Aufstieg zum Teil auch auf recht schlammigem Weg lohnt sich immer wieder. Wenn man dann ganz still sitzt, hocken die Vögel, die kleiner sind, als man es erwartet, z. T. 20 cm hinter einem. Nicht alle Leute halten sich leider daran, ganz still zu sein und die Tiere nicht zu stören.

  • Miss Money Penny am 06.06.2015 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fan

    Danke für diesen Bericht! Ich gebe es zu - ich bin auch ein Fan von diesen putzigen Vögel. Die können fliegen und tauchen was gibt es noch schöneres?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Feldjaeger_84 am 07.06.2015 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Tipp!

    Absolut erstklassiger Reisetipp! Wer die Natur mag und die Nase voll von überfüllten Stränden hat soll mal im Sommer nach Norwegen reisen, war schon drei Mal dort. Die Lofoten- und Vesterålen-Inseln sind einfach traumhaft. Und dort sieht man diese Lundevögel fast überall. Liebe Grüsse und einen schönen Sommer, geniesst ihn!

    • Donald am 07.06.2015 14:01 Report Diesen Beitrag melden

      psst

      Ich gehe in 2 Wochen auch nach Norwegen. Aber solche Sachen verrät man nicht!

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  • Hans am 07.06.2015 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Besuch lohnt sich.

    In Berner Dälhölzli Tierpark hat es sogar ein eigenes Terrarium. Also, eine Reise nach Bern genügt.

    • Pegasus am 07.06.2015 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wollte gerade fragen

      Danke für Info . War mir nämlich nicht sicher ob das die Vögel sind die ich dort gesehen habe .

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  • O. Rnithologe am 07.06.2015 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    O. Rnithologe

    Diese Puffins gibts auch auf den Kanalinseln; allerdings in etwas geringerer Anzahl!

  • Jacqui am 06.06.2015 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zauberhaft

    Wir waren schon öfters da. Der Aufstieg zum Teil auch auf recht schlammigem Weg lohnt sich immer wieder. Wenn man dann ganz still sitzt, hocken die Vögel, die kleiner sind, als man es erwartet, z. T. 20 cm hinter einem. Nicht alle Leute halten sich leider daran, ganz still zu sein und die Tiere nicht zu stören.

  • User am 06.06.2015 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Delikatese

    In Island stehe die sogar aufm Speiseplan und sollen sehr delikat sein :)

    • Geir am 06.06.2015 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt noch viele

      Ich habe drei verspeist - auf Island heissen sie übrigens 'druigklpi'. Aber nur geniessbar mit viel Mayonnaise (leider auf Island süss).Schöner sind die Taucher aber lebend in der freien Natur.

    • Der der Island kennt am 06.06.2015 23:44 Report Diesen Beitrag melden

      Lundi nicht druigklpi

      Stimmt nicht. Die Papageientaucher heissen 'Lundi' in Island!! (Wiki gucken).

    • Aisl Ender am 07.06.2015 00:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lohnt sich nicht

      Hatte auch ein paar. Lohnt sich nicht, solche Puffins zu essen - Ist nicht viel dran. Aber gibt halt extrem viele davon.

    • chrigubern am 07.06.2015 15:02 Report Diesen Beitrag melden

      Sehr spezielle isländische Küche

      Die isländische Küche ist für Mitteleuropäer sehr gewöhnungsbedürftig (vorsichtig ausgedrückt). Dies fängt an bei diesen Vögeln, geht über fermentierten Hai (Hàkarl) bis zu Robben und Kleinwalen. Doch irgendwie passt dies zu diesen extrem urtümlichen Landschaften und den herzlichen Leuten. An alle die sich über die "bösen" isländischen Allesfresser aufregen: Vor relativ kurzer Zeit gab es eben keine grosse Auswahl an Nahrungsmitteln und Europa war weit weg. Und es ist oft sinnvoller, ungewöhnliche Dinge zu essen statt Delikatessen aus der ganzen Welt einzufliegen.

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