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Restaurants im Libanon

13. April 2018 18:55; Akt: 13.04.2018 18:55 Print

Shisha-Qualm und Mezze-Wahnsinn

von Mareike Rehberg - Wer der Völlerei nicht abgeneigt und nicht auf Diät ist, kommt in libanesischen Restaurants auf seine Kosten. Eine Klasse für sich: das Riesen-Resti Al Shams in Anjar.

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Im Riesenrestaurant Al Shams in Anjar haben 3000 Menschen Platz. Trotz des Trubels dauert es nicht lange, und der Tisch ist reich gedeckt. Familien aus dem ganzen Libanon kommen am Sonntag hierher, um stundenlang zu essen und Shisha zu rauchen. Vor dem Essen gibt es ein bisschen Kultur. Sightseeing-Highlight im Libanon sind ohne Frage die Tempelanlagen von Baalbek, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Die Ruinen des Jupitertempels zählen zu den grössten sakralen Anlagen des Römischen Reichs. Am besten erhalten ist der Bacchustempel, dessen monumentale Bauweise und reiche Verzierungen dem Besucher schlicht den Atem verschlagen. Auch in einer der ältesten Städte der Welt, in Byblos, isst man fein. Wie hier im Restaurant Locanda - A la Granda. Hummus, Moutabbal ... ... und andere Mezze sind im Locanda appetitlich angerichtet. Besonders fein: die Glace, die es zum Dessert gibt. Byblos gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und ist einer der ältesten besiedelten Orte der Erde. Byblos war seit dem dritten Jahrtausend vor Christus eine wichtige Hafenstadt. Sehenswert sind in der 40'000-Einwohner-Stadt nördlich von Beirut die Ruinen der Kreuzfahrerburg aus dem elften Jahrhundert ... ... sowie die kleinen Gässchen in der Altstadt, in der zahllose Souvenirgeschäfte um Kundschaft buhlen. Eindrucksvoll ist auch die Jeita-Grotte. Diese riesige Tropfsteinhöhle liegt 20 Kilometer nördlich von Beirut im Tal des Hundeflusses. Sie beherbergt mit 8,2 Metern Länge einen der grössten Tropfsteine der Welt. Ein unterirdischer See lässt sich mit kleinen Booten befahren. Burj Al Hamam im Mövenpick Hotel in Beirut: Hier essen nicht nur Hotelgäste, sondern auch viele Einheimische. Vorher empfiehlt es sich, ein Bad im Aussenpool des Hotels zu nehmen. Doch Obacht: Nach 20 Uhr sind die Türen verschlossen. Im Beiruter Restaurant Enab sind besonders die Manakish zu empfehlen, eine Art arabische Pizza, die mit der Gewürzmischung Zatar bestreut ist. Fein ist auch die Variante mit Feta und Tomaten. Aber auch die üblichen Mezze schmecken im Enab gut.

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Der Libanon ist ein Paradies für Hedonisten. Dafür sorgen nicht nur der ausgezeichnete Wein aus der Bekaa-Ebene und die zahllosen Party-Locations in der Hauptstadt, sondern auch das unglaublich gute Essen.

Als unwissender Besucher dauert es eine Weile, bis man die elementaren Grundregeln begreift: Selbst das Mittagessen kann hier gern einmal zwei bis drei Stunden dauern, das Essen wird ausgiebig zelebriert. Dann gilt es, einen Anfängerfehler zu vermeiden: Wer sich komplett mit den unwiderstehlichen Mezze vollfrisst, wird Mühe haben, auch noch den Hauptgang (meist grilliertes Fleisch oder Fisch) und das Dessert zu meistern. Und zu guter Letzt: Eine Shisha (deren Nachteile für die Gesundheit hier niemanden zu scheren scheinen) rundet das üppige Mahl ab.

Ein Rauchverbot gibt es in libanesischen Restaurants nicht – und so ist die Luft fast überall geschwängert von Zigarettendunst und süssem Shisha-Qualm. Viele Gasthäuser haben eigens Kellner, die nur damit beschäftigt sind, Wasserpfeifen an die Tische zu bringen und Aschehäufchen gegen frische Kohle auszutauschen.

Grossfamilien verdrücken Berge von Mezze

Ein Restaurant bleibt besonders in Erinnerung: das Al Shams in der Kleinstadt Anjar, 60 Kilometer östlich von Beirut. Die Bezeichnung Fresstempel passt hier perfekt – im positiven Sinne. Das Al Shams ist riesig und bietet Platz für etwa 3000 Gäste gleichzeitig. Zum Vergleich: Die Stadt Anjar selbst hat nur 2400 Einwohner. Die Halle, anders kann man es nicht nennen, ist so gross, dass man sich auf dem Weg zum WC leicht verläuft. Lediglich der Springbrunnen in der Mitte hilft bei der Orientierung.

Dem Kellner zufolge kommen Libanesen aus dem ganzen Land hierher. Das scheint kaum übertrieben: Beinahe jeder Tisch ist besetzt – hauptsächlich von Grossfamilien ab zehn Leuten, die Berge von Mezze verdrücken, Shisha rauchen und gleichzeitig ihre herumtollenden Kinder und schlafenden Babys im Auge behalten. Während Anjar grösstenteils von Armeniern bewohnt ist, schlagen sich hier nicht nur Christen, sondern auch Schiiten, Sunniten und andere Religionsangehörige die Bäuche voll. Wie liberal viele Libanesen eingestellt sind, lässt sich auch in diesem Restaurant beobachten: Tischnachbar Mohammed etwa, ein Sunnit aus Tripoli, genehmigt sich gern ein Gläschen libanesischen Rosé.

Mokka gegen das Fresskoma

Trotz der Grösse des Restaurants ist das Essen fantastisch. Neben Hummus (Kichererbsenpüree), Tabbouleh (Bulgur-Petersiliensalat), Labneh (Frischkäse) und Moutabbal (Püree aus gegrillten Auberginen) begeistern vor allem die Desserts: kandierte, getrocknete und mit Kardamom und Rosenwasser parfümierte Früchte, saftiger Kuchen und mit einer Art Marshmallow-Masse gefüllte Pralinés. Das Highlight kommt am Schluss: Ein Mann mit beeindruckenden Koteletten und einer ebenso beeindruckenden monströsen Kaffeekanne geht von Tisch zu Tisch und schenkt starken, mit Kardamom gewürzten Mokka aus. Auf einen Schlag ist man aus dem Fresskoma erwacht.

Am Ende rollt der Besucher förmlich wieder auf die Strasse hinaus. Der Besuch der nahe gelegenen Ruinen von Anjar (siehe Bildstrecke) wird danach jedenfalls zu einer sehr gemächlichen Angelegenheit.

Die Reise wurde ermöglicht durch die Fluggesellschaft Germania und Mövenpick Hotels.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John am 14.04.2018 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Libanon

    Gehe jedes Jahr in den Libanon, kulturell spannend und man kann am gleichen Tag Ski fahren, im Meer baden und am Abend Party feiern bis zum geht nicht mehr und die Mezze ist einer der besten Küchen der Welt

  • Xsasan am 13.04.2018 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Libanesische Restaurants in Luzern

    Ich liebe libanesisches Essen. In Luzern gibt es sogar zwei libanesische Restaurants, da kann man sein Shawarma oder Mezze auch als Sandwich haben. Schmeckt besser als ein Döner!

    einklappen einklappen
  • Chris am 14.04.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sahtein

    Als Libanese bedanke ich mich bei der Redaktion für diesen Artikel. Mezze wird zwar heute überall angeboten, stammt aber aus dem Liban. Und auch wenn ihr auf Diät seid, das Libanesische Essen ist super gesund! Sahtein (= guten Appetit auf Libanesisch)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus am 19.04.2018 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Zeichen der Zeit

    Wer einen guten Beitrag über den Libanon lesen will: Dr. Hermann Hinsch, ''Libanon: Von Bikern, Yachten und....''

  • Chris am 14.04.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sahtein

    Als Libanese bedanke ich mich bei der Redaktion für diesen Artikel. Mezze wird zwar heute überall angeboten, stammt aber aus dem Liban. Und auch wenn ihr auf Diät seid, das Libanesische Essen ist super gesund! Sahtein (= guten Appetit auf Libanesisch)

  • John am 14.04.2018 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Libanon

    Gehe jedes Jahr in den Libanon, kulturell spannend und man kann am gleichen Tag Ski fahren, im Meer baden und am Abend Party feiern bis zum geht nicht mehr und die Mezze ist einer der besten Küchen der Welt

  • Aromat am 13.04.2018 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kultur

    Die wissen noch wie man lebt :-) Vor allem sind sie nicht so dumm, ihre Ernährung ein paar wenigen Konzernen zu überlassen. Die Restaurants gehören Familien und die versuchen sich mit den besten Speisen gegenseitig zu übertreffen. Es profitiert der Gast! Und der lokale Händler.

  • Loris am 13.04.2018 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow!

    Man stellt sich etwas ganz anders vor wenn man vom Libanon spricht

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