Reisen

Auf der Suche nach Inspirationen für Ihre nächsten Ferien oder Ideen für den geplanten Kurztrip?

 

Klicken Sie auf die interaktive Weltkarte!

Zur interaktiven Karte

Yoga-Ferien

02. September 2014 11:57; Akt: 08.09.2014 08:10 Print

Sonnengruss an der Lykischen Küste

von Carina Iten - Antalya ist die pulsierende Metropole der Südtürkei. Doch ganz in der Nähe liegt ein fast unberührter Ort. In Adrasan finden Touristen vor allem eines: Ruhe und Entspannung.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Fährt man durch die lebendige Grossstadt Antalya, wo sich Hotelkomplexe aneinanderreihen und Fahrzeuge im Akkord hupen, kann man sich kaum vorstellen, dass sich nur unweit davon entfernt eine Oase der Ruhe befindet. Adrasan ist ein kleines Küstendorf in einer Bucht, die nicht grossen Tourismusanlagen weichen musste, sondern naturbelassen vor sich hin schlummern darf.

«Für mich hatte dieser Ort von Anfang an etwas Magisches», sagt Nina Meissner und lässt den Blick von der Terrasse über die reiche Gebirgslandschaft bis hinunter zum Meer schweifen. Vor vier Jahren kam sie als Touristin ins Yoga-Resort Lykia – und ist geblieben. Nun gut, sie blieb nicht nur wegen der Umgebung und dem Yoga-Resort, sondern wegen dessen Besitzer, Ismail Güngör, in den sie sich verliebte. Heute führt das Paar zusammen das Gäste- und Seminarhaus Lykia und kümmert sich während rund elf Monaten im Jahr um seine Gäste.

Yoga zum Frühstück

Noch vor dem Frühstück fängt die erste Yogastunde an. Gut 15 Frauen sitzen auf ihren Matten, mit weichen Decken umwickelt und atmen tief ein und langsam wieder aus. Während die ersten Sonnenstrahlen in den kleinen Pavillon dringen, macht Nina die Runde durch die Teilnehmer der Softyogastunde. Sie kontrolliert Haltung, Atmung, und gibt mit sanfter Stimme Anweisungen.

Hier geht alles ein wenig ruhiger, ein wenig gemächlicher zu und her, als man es von der Yogastunde zu Hause kennt. Nach der Lektion darf man auch mal bis zu einer halben Stunde nur daliegen und entspannen: Das Shavasana, wie man die Schlussentspannung nennt, wird hier grossgeschrieben.

Wer es dynamischer will, geht in die Yogastunde von Melanie. Diese Gruppe wiederholt gerade den Sonnengruss zum zehnten Mal. Der zweite Pavillon befindet sich inmitten grüner Sträucher und Bäume. Die transparenten Plastikwände lassen sich bei Hitze nach oben kurbeln, sodass man sich direkt in der Natur wiederfindet.

Männer sind rar gesät

Die Gäste kommen vorwiegend aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. «Wir sind auf deutschsprachige Touristen ausgerichtet», erklärt Nina. Aber längst nicht alle reisen nur für die Yogastunden an. Nina und Ismail bieten ein reiches Rahmenprogramm an. Wandern und Ausflüge stehen jede Woche auf dem Plan. Männer sind jedoch Mangelware. «Wir haben leider mehr Hähne als Männer», scherzt Ismail, als sich ein Gast am ersten Tag über einen schreienden Hahn beschwert. Yoga-Profi muss hier aber niemand sein, das Lykia beherbergt gerne Yoga-Laien.

«Ich hatte zu Hause eine stressige Zeit, ich wollte eine Woche nur für mich haben», erzählt eine junge Frau aus Deutschland am ersten Tag. Alleine ist man hier aber nie. Anschluss findet man schnell, entweder auf den langen Spaziergängen zum Meer oder beim gemeinsamen Frühstück oder Abendessen. Dort werden täglich vegetarische Spezialitäten aufgetischt. Erst am Ende der Woche darf es auch mal ein Stück Fleisch auf dem Grill sein.


Die Ersten und Einzigen

Vor sieben Jahren galt Ismail Güngör noch als Exote. Er war nicht nur der erste, sondern auch der einzige Anbieter von Yoga-Ferien weit und breit. Heute gibt es bereits die ersten Nachahmer. Doch kaum ein Fleck lässt sich mit Adrasan vergleichen. Naturstrassen führen zum Meer, ab und an kräht ein Hahn und Hühner rennen wild durch die Felder. Eines ist klar, der Massentourismus hat dieses Fleckchen noch nicht entdeckt. Zum Glück.