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Norden von Teneriffa

20. November 2018 09:48; Akt: 20.11.2018 09:48 Print

Kontrastprogramm zu Strand und Sangria

von Laura Hüttenmoser - Natur und Ursprünglichkeit – findet man das noch auf Teneriffa, der touristischsten der Kanarischen Inseln?

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La Laguna liegt im Norden Teneriffas und war bis 1822 die Hauptstadt und das politische Zentrum der Insel. Die Vergangenheit ist bei einem Spaziergang durch die Altstadt überall spürbar, wenn man an historischen Gebäuden, herrschaftlichen Adelspalästen und reich verzierten Kirchen vorbeikommt. 1999 erklärte die Unesco La Laguna zum Weltkulturerbe. Doch heute ist La Laguna vor allem eins: Universitätsstadt. Etwa 25'000 Studenten kommen hier auf 150'000 Einwohner. Die einzige andere Uni auf den Kanarischen Insel ist in Las Palmas auf Gran Canaria. Die Studenten treffen sich tagsüber zum Tapasessen oder abends in den zahlreichen Kneipen und Cafés. Ansonsten zeigt sich das Leben in La Laguna eher von seiner gemächlichen Seite. Auf viele Touristen trifft man hier nicht. Auch gibt es lediglich etwa drei Hotels. Eines davon ist das Laguna Nivaria, welches in einer Villa aus dem 16. Jahrhundert untergebracht ist. Es ist liebevoll geführt, liegt zentral und die Mahlzeiten bestehen aus biologischen Lebensmitteln aus der Region. Der Drachenbaum ist das botanische Wahrzeichen von Teneriffa. In der Natur findet man ihn fast nur noch hier und auf La Palma. Das Alter eines «Drago» kann nicht bestimmt werden, da er keine Jahresringe bildet. In der lokalen Markthalle verkaufen Bauern ihre Ware. Zum Beispiel Kartoffeln in allen Farben und Formen. Typisch kanarisch werden sie als «Papas Arrugadas con mojo» zubereitet: Die Kartoffeln werden mit sehr viel Salz gekocht, das sich als Kruste auf der Schale absetzt. Diese sollte man auf keinen Fall abpellen. Die Kartoffeln tunkt man in Mojo, die leicht scharfe Sauce der Insel. Ebenfalls typisch für die Küche Teneriffas sind frische Fischgerichte, deftige Suppen und ... ... queso blanco, der milde weisse Ziegenkäse. Teneriffa besitzt 43 Naturschutzgebiete, die über die Hälfte der Inselfläche ausmachen. Eines davon ist das Anagagebirge im Nordwesten der Insel. Bei einer Wanderung durch die Lorbeerwälder ist man fast allein. Weil die Strassen, die zum Park führen, zu eng sind für grosse Reisebusse, gelangen hier nur wenige Touristen hin. Die Landschaft ist abwechslungsreich und ... ... wenn man Glück hat und kein Nebel die Sicht verdeckt, ist das Panorama spektakulär. Auf dem Weg zum Bergdörfchen Taborno, ... ... wo Ziegen an den steinigen Hängen zwischen Kakteen weiden. Hier zeigt José Domingo den «Salto del Pastor», den Hirtensprung. Mit einem etwa drei Meter langen Holzstab mit Metallspitze kann er sich flink und schnell durchs Gelände bewegen. Diese besondere Sprungtechnik mussten die Hirten aufgrund der geografischen Gegebenheiten entwickeln. So gelangt er im Nu einen steilen Hang hinunter. Die Technik geht auf die Ureinwohner Teneriffas, die Guanchen, zurück und ist heute noch ein verbreiteter Volkssport.

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Charakterlose Hotelburgen, Poollandschaften und überfüllte Strände: Dieses Bild haben viele von Teneriffa. Auf den Süden der Kanarischen Insel mag das durchaus zutreffen. Seit den 196oer-Jahren landen hier Charterflugzeuge und der Tourismus entwickelte sich zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Fünf Millionen Feriengäste besuchen Teneriffa jedes Jahr – mehr als jede andere Insel der Kanaren. Die meisten von ihnen kommen wegen des ganzjährigen Badewetters und bleiben an den Stränden wie Playa de las Américas oder Los Cristianos.

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Wandern im Märchenwald

Doch es gibt sie noch, die ursprünglicheren Orte, an denen man kaum auf Touristen trifft, wo authentisches Essen serviert und Spanisch gesprochen wird. Das Anagagebirge liegt im Nordosten der Insel und ist ein Paradies für Naturliebhaber. Die Vegetation ist dank dem feuchten, subtropischen Klima üppig und immergrün – und kontrastiert damit stark zum trockenen, wüstenähnlichen Süden.

Am besten erkundet man die Gegend auf einer Wanderung: Zahlreiche Wege sind ausgeschildert und führen vorbei an wilden Schluchten, abgelegenen Bergdörfern und durch verwunschene Landschaften wie den Lorbeerwald. Wenn hier der Nebel in den Bäumen hängt, während man an moosbewachsenen Steinen und mannshohem Farn vorbeikommt, fühlt man sich wie in einer Märchenwelt. Neben den teilweise 30 Meter hohen Lorbeerbäumen stösst man auf andere Pflanzen, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Damit man nicht blindlings durch die einzigartige Umgebung trottet, lohnt es sich, einen lokalen Guide dabeizuhaben, der einem mehr über Fauna und Klima erzählt.

Lebendige Studentenstadt

Als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Anagagebirge eignet sich die Universitätsstadt La Laguna. 25'000 Studenten kommen hier auf etwa 150'000 Einwohner. Junge Kanaren, die studieren wollen, können sich zwischen dieser und der Universität in Las Palmas auf Gran Canaria entscheiden. Für einen Studiengang auf dem Festland Spaniens erhalten sie nur ein Stipendium, wenn sie einen Studiengang belegen wollen, der in La Laguna oder Las Palmas nicht angeboten wird.

La Laguna, offiziell San Cristóbal de la Laguna, war lange die Hauptstadt von Teneriffa und damit das politische und geistige Zentrum der Insel. Der alte, schachbrettartige Stadtkern mit engen Gassen und zahlreichen historischen Häusern hat seinen mittelalterlich anmutenden Charakter bis heute bewahrt und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Da vor allem Tagestouristen hierherkommen, lassen sich die Hotels an einer Hand abzählen. Wer lieber den Alltag in einer authentischen Stadt erlebt, statt Sehenswürdigkeiten abzuklappern, tut jedoch gut daran, in La Laguna einen längeren Stopp einzulegen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • huschmie am 20.11.2018 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemächlich und friedlich

    Bin gerade in Teneriffa, in Puerto de la Cruz, im Nordwesten. Die Stürme machen heute Pause und wir geniessen das angenehme Wetter mit Spaziergängen am Strand. Es ist sehr erholsam. Alles ist gemächlich und friedlich.

  • einheimische am 20.11.2018 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    temperaturangaben wären noch wichtig

    sehr schöner artikel, bin selbt eine chicharrera aber es fehlt die temperatur angaben zu dieser region la laguna liegt auf knapp 600m.ü.m. oft stauen sich wolken und es ist regnerisch und verglichen mit dem süden dann kalt. ich august hatten wir da 17 grad.

  • Reisender am 20.11.2018 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Danke sehr für die tollen Tipps

    Danke sehr für die tollen Tipps, fliege am 22. Dezember mit einem guten Freund nach Teneriffa und wir wollen die grossen Touristenströme meiden. Deshalb möchte ich mich an dieser stelle herzlich bedanken für die Tipps, La Laguna gehe ich selbstverständlich besuchen und die anderen Orte wie den Lorbeerwald natürlich ebenso.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • leser am 27.11.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hotel Laguna Nivaria

    Werbung fürs Hotel Laguna Nivaria und ansonsten Aufnahmen von Gebäuden und ein Artikel mit Informationen, die man auch in Wiki finden kann. Sorry, aber so wird mir diese Urlaubsdestination nicht schmackhaft gemacht.

  • Frank Eckner am 25.11.2018 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anmerkung

    Ich wohne auf Teneriffa seit einigen Jahren und freue mich einen so tollen Bericht zu lesen. Wenn ich noch etwas zum Norden anmerken darf, ist es die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Einheimischen. Das Auswandern habe ich keine Minute bereut, da man hier wunderbare Menschen kennenlernt. Es gibt auch hier Idioten- gar keine Frage, aber das Verhältnis ist erfrischend gering. Gesundheitlich ist das Klima immer hilfreich. Und seitdem ich mein eigenes Kaffee mit frischem Röstkaffee in Puerto betreibe, ist die Insel - meiner Meinung nach - komplett. Vielen Dank für Ihre großartigen Artikel!

  • Ernst am 24.11.2018 04:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schön

    Es geht doch. Bravo! Das ist doch mal was lesenswertes und interessantes.

  • DLibertas am 22.11.2018 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Auswanderer

    Wir sind vor genau fünf Jahren nach Tenerife ausgewandert und leben im Norden, Umgebung Puerto de la Cruz; wir bereuen diesen Entscheid keine Sekunde und vermissen hier Nichts! Gibt definitiv Schlimmeres, als beautiful Tenerife ;-)

  • Typhoeus am 21.11.2018 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Inseln haben

    einen natürlichen bestechenden Charm, sofern sie nicht vom Massentourismus heimgesucht wurden.

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