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12. April 2015 21:53; Akt: 12.04.2015 21:53 Print

Willkommen in der Karibik-Perle Kolumbiens

von Marlies Seifert - Während einer Woche berichtet 20 Minuten aus Kolumbien. Der erste Stopp ist Cartagena.

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Cartagena ist in ganz Kolumbien berühmt für seine Süssigkeiten. Die Stadt an der Karibikküste ist nicht zuletzt wegen ihrer gut erhaltenen Kolonialbauten das beliebteste Reiseziel innerhalb Kolumbiens. Auf dem Blumenmarkt werden nicht nur frische Rosen verkauft ... ... sondern auch wichtige Schreiben in Auftrag geben. Über eineinhalb Millionen Kolumbianer sind Analphabeten. Aber auch wer schreiben kann, nimmt die Dienste der geübten Verfasser von offiziellen Schreiben in Anspruch. Eine Fruchtverkäuferin in bunter Tracht ... ...bietet ihre Waren feil. Wechseln sie ihren Standplatz, transportieren die Frauen ihre Ware auf dem Kopf. Blick vom Convento de la Popa auf den neuen Stadtteil Bocagrande mit seinen Wolkenkratzern. Bei der riesigen Auswahl kann man sich kaum entscheiden. In der Paletteria kommt handgemachtes Glacé über die Ladentheke. Das beste Ceviche der Stadt gibt es in der Cevicheria. Grosse Portionen werden im Restaurant Esprito Santo serviert. Kunterbunte Strassenzüge machen einen Spaziergang durch die Altstadt zum Erlebnis. Blumen ranken sich von den piktoresken Balkonen. Stolz weht die kolumbianische Fahne auf der Festung Castillo San Felipe de Barrajas. Von hier aus wehrten die Spanier 1741 einen Angriff der englischen Armada ab. Man sagt, hätten die Briten den Kampf um Cartagena gewonnen, wäre heute in Südamerika Englisch die Amtssprache. Heute laufen Touristen durch die Tunnels, die den Spaniern den Sieg sicherten. Shoppingparadies: Cartagena ist nicht nur voll von Schmuckläden und Juwelieren, sondern auch teuren Designermarken. «Die reichen Leute aus Bogotá geben gerne und viel Geld aus», sagt Sophia, die Designerbrillen aus Deutschland vekauft. Freundlichkeit zahlt sich aus: in diesem Restaurant wird der Kaffee günstiger, je netter man ihn bestellt (s. Tafel im Hintergrund) Mit aussergewöhnlichen Fassaden ... ... und abgefahrener Inneinrichtung - hier in der russischen Bar KGB - buhlen die zahlreichen Lokale um Kundschaft. Nachts wird das beschauliche und gemütliche Cartagena zum Party-Mekka. Zahlreiche Restaurants wie das Bazurto in Getsemani verwandeln sich nach dem Abendessen in einen Club mit Live-Musik.

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Wenn es ihnen in ihrem «Kühlschrank», wie sie ihre Heimat liebevoll nennen, zu unbequem wird, zieht es die gestressten Grossstädter aus Bogotá nach Cartagena de Indias. Die Metropole an der Karibikküste ist das touristische Zentrum Kolumbiens. Hier finden Besucher aus der Hauptstadt neben einer Auszeit und warmen Temperaturen auch die besten Süssigkeiten des Landes. An der Portal de los dulces werden die zuckrigen Leckereien feilgeboten. Bei 30 Grad im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit um die 75 Prozent scheinen jedoch frische Früchte die bessere Alternative. Bunt gekleidete Verkäuferinnen bieten sie an mancher Strassenecke an.

Handgemachtes Glacé ist in Cartagena schon lange hip

Die Damen sind das Wahrzeichen der Stadt und lachen einem von zahlreichen Souvenirständen als Postkarten, Kühlschrankmagneten oder Puppen entgegen. Saftige, dunkelrote Wassermelonen, knallgelbe Bananen und kugelrunde Mamonchillos, eine Art Mischung aus Litschi und Limone, locken hübsch aufdrappiert zum Reinbeissen. Wer eine Mango bestellt, bekommt eine kulinarische Offenbarung geschenkt: Mit einer Prise Salz bestreut, schmeckt die Tropenfrucht noch erfrischender – wenn im ersten Moment auch etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Variante 2.0 der fruchtigen Abkühlung findet man in der Paletteria: handgemachtes Glacé. Was in Brooklyn und London in den letzten Jahren hip geworden ist, hat hier längst Tradition. Mit dem schmelzenden Paleta in der Hand schlurft es sich in der drückend schwülen karibischen Hitze gleich etwas angenehmer durch die kunterbunten Gassen der ummauerten Altstadt. Senfgelbe Häuser wechseln sich mit dunkelroten, violetten und hellblauen an. Von den kunstvoll gedrechselten Holzbalkonen ranken wuchtige Topfblumen. Ob der Pracht ist man an jeder Ecke versucht, den Fotoapparat zu zücken.

Eine Stadt, zwei Gesichter

«Ich sage immer: Cartagena ist schizophren», meint Reiseführerin Veronica. «Die Stadt hat tagsüber einen ganz anderen Charakter als in der Nacht.» Sie behält recht. Nach Sonnenuntergang verwandelt sich die beschauliche, leicht verschlafene Kolonialschönheit in ein modernes Vergnügungsparadies. Auf der Plaza de Bolívar schütteln Tanzgruppen ihre Hüften in rauschhaftem Tempo. Die gut angezogene Schickeria lasst sich in der Pferdekutsche über das Kopfsteinpflaster zu einem der zahlreichen Edelrestaurants chauffieren.

Auch der Stadtteil Getsemani erwacht nach Einbruch der Nacht zum Leben: Salsatheken reihen sich an Bars und Hostels. Zahlreiche Lokale führen ein ähnliches Doppelleben wie die Stadt: Sie verwandeln sich vom Speiselokal in einen Club mit Live-Musik. Ein Partymekka für Backpacker, die sich hier die Nächte mit lauten Latinoklängen und Aguardiente-Shots um die Ohren schlagen.

Weitere Impressionen, Tipps und Informationen in der Bildstrecke.

Nächste Station der Reise ist die Guachaca-Region nordöstlich von Cartagena.