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Charity

24. Dezember 2019 14:05; Akt: 07.01.2020 16:26 Print

Erste Nachbarschaft aus dem 3-D-Drucker

In Mexiko entstehen Häuser aus dem 3-D-Drucker. Wohnen sollen dort Menschen, die vorher in rudimentären Hütten gewohnt haben.

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Ein riesiger 3-D-Drucker hat vergangene Woche zwei Häuser in einem verarmten ländlichen Teil von Mexiko gebaut. Sie sind der Anfang der ersten vollumfänglich von einem 3-D-Drucker gedruckten Nachbarschaft der Welt.

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Erdbebenfest und wasserdicht

Die Häuser sind keineswegs nur Prototypen: Bis Ende 2020 wollen die Entwickler etwa 50 Häuser gedruckt haben, die die bisherigen Unterkünfte der Einwohner ersetzen: Dabei handelt es sich um rudimentäre Hütten aus Holz, Metall und allem, was die Menschen gefunden haben.

Die betroffenen Familien wohnen in einer heiklen Gegend: Es gibt oft Erdbeben, und wenn es in Tavasco regnet, drohen Überflutungen. Beim Design der Häuser war es deswegen entscheidend, dass sie Erdbeben und starke Regenfälle überstehen.

Häuser aus Betondrucker

«Diese Familien sind die verwundbarsten, sie haben das tiefste Einkommen. Viele von ihnen leben von nur gerade drei Dollar pro Tag», sagt Brett Hagler, CEO und Mitgründer von New Story, der Non-Profit-Organisation, die die Nachbarschaft baut. «Sie leben in zusammengeschusterten Hütten, die während der Regenzeit geflutet werden. Einige Frauen haben gesagt, ihnen stehe das Wasser manchmal bis zu den Knien – wochenlang!»

Der zehn Meter lange Drucker Vulcan II, der Icon gebaut hat, druckt einen Betonmix, der langsam trocknet. Für zwei kleine Häuser, die gleichzeitig gedruckt werden können, braucht New Story insgesamt 24 Stunden – allerdings verteilt über mehrere Tage, damit die Betonmischung trocknen kann.

46 Quadratmeter und mehrere Zimmer

Diese Betonmischung soll zäher sein als klassischer Beton, sagt New Story. Das und das Fundament sollen die häufigen Erdbeben überstehen. Die Häuser sind etwa 46 Quadratmeter gross und haben zwei Schlafzimmer, ein Bad, ein Wohnzimmer und eine Küche.

«Mit dem 3-D-Drucker können wir wesentlich schneller eine bessere Qualität liefern – vor allem für Menschen mit tiefem Einkommen. Die Häuser sind etwas, worauf die Bewohner stolz sein sollen», sagt Jason Ballard von Icon.

Grosse Freude bei den künftigen Bewohnern

«Am meisten freue ich mich auf mein eigenes Zimmer, in dem ich in Ruhe lesen kann. Vorher ging das nicht, die Bücher sind bei Regen immer nass geworden», sagt Alan, ein Achtjähriger, der bald mit seiner Familie in eines der Häuser einziehen wird.

Auch Isela, eine junge Mutter von zwei kleinen Kindern, freut sich sehr auf ihre neue Unterkunft: «Ich kann es kaum erwarten, endlich richtige Schlafzimmer zu haben, in denen meine Familie bequem schlafen kann. Wir sind dann vor Regen und Moskitos geschützt.»

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M. Einig am 24.12.2019 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache

    Finde ich eine super Sache, schön mal was Positives an Heiligabend. Allen besinnliche Weihnachten

  • D. am 24.12.2019 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freue mich auf die weiteren Generationen

    Supernews! Ich liebe Technik und neue Lösungen. Irgendwann werden auch Luxus wohnungen und ganze Siedlungen und dörfer gedruckt. Für einen Bruchteil der Kosten und die Immobillienblase wird platzen. Auch hier in der schweiz.

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  • Juanita am 24.12.2019 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Viva México

    Perfecto! Schönes Projekt! Habe selber viele Jahre in Mexiko gelebt. Das sind buenas noticias! Feliz Navidad!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Edith am 01.01.2020 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtigen geholfen

    Ich finde es toll,dass man diesen armen Leuten die sonst nichts haben ein Haus baut. Diese Leute sind dankbar ein trockenes Zuhause (egal wie gross) zu haben. Für die ist das, das grösste Geschenk was man ihnen machen kann,denn sie sind mit wenig zufrieden nicht wie wir wo einfach zur Bank oder Kreditkarten Geld beziehen können und dann immer noch nicht zufrieden sind mit dem was wir schon haben,nämlich Luxus in Hülle und Fülle.

  • Giftmischer am 28.12.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mischung?

    Eigentlich toll , dass man sowas macht. Nur nimmt es mich wunder, was dieser Betton enthält, damit er zäher ist. Etwa wieder Kunststoff? Gut, so wie sie jetzt da leben wird wahrscheinlich mehr Kunststoff freigesetzt. Als mit diesen Bauten. Aber wenn das dann mal wieder Sondermüll ist... Naja

  • mim08 am 27.12.2019 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Stahlarmierung und doch erdbebensicher

    Die Frage, die ich mir stelle: Wie kann ein Haus nur mit Beton und ohne Stahlarmierungen Erdbeben standhalten? Das ist schon ohne Erdbeben notwendig ?!?!

    • Christopher Wren am 29.12.2019 19:59 Report Diesen Beitrag melden

      Armierung nicht zwingend

      Der Beton an sich ist ziemlich resistent gegen Druck, die Stahlarmierung macht die Konstruktion dazu noch resistenter gegen Torsion (Verdrehung/Verzug). Bei einem einstöckigen, kleinen Bau reicht´s vermutlich auch ohne Armierungen

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  • alfa18 am 27.12.2019 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Urs

    Dies ist sicher ein gutes Projekt, wenngleich solche Häuslein mit konventionellem Elementbau schneller gebaut und günstiger wären. Was mich in diesem Zusammenhang stört ist der Begriff 3D Drucker. Dies ist ein automatisiertes Auftrageverfahren für Mörtel, das mit einem Extruder vergleichbar ist.

  • Corse71 am 27.12.2019 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coole Idee

    Ist doch mal ne gute Sache. Schön wäre wenn noch mehr solche Drucker auch in anderen Länder zum Einsatz kommen würden.