Living

Hier lesen Sie Geschichten über aussergewöhnliche Häuser, träumen mit uns von Schlössern und alternativen Lebensweisen.
Wir zeigen faszinierende Bilder aus der ganzen Welt und geben gleichzeitig praktische Tipps für Ihre Wohnung und den Umgang mit Vermietern.

Waisenhaus

31. Mai 2018 19:29; Akt: 01.06.2018 10:22 Print

Reicht die Zeit für Europas grösstes Holzhaus noch?

von Meret Steiger - Das Prinkipo-Greek-Waisenhaus ist die grösste Holzkonstruktion Europas – und zerfällt mehr und mehr. Es soll gerettet werden.

Europas grösstes Holzhaus ist das Prinkipo-Greek-Waisenhaus in der Türkei.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Das riesige Holzgebäude wurde im vorletzten Jahrhundert gebaut: Seit 1898 steht es auf Büyükada, der grössten der Prinzeninseln im Marmarameer. Es war einst die Heimat von Hunderten von Waisen. Heute ist es eine Ruine und soll nun gerettet werden.

Umfrage
Interessieren Sie sich für verlassene Orte wie diesen?

Kurz vor dem Zusammenbruch

Das Holzhaus befindet sich in einem desolaten Zustand. Das ehemalige Waisenhaus, das als grösste Holzkonstruktion Europas und zweitgrösste der Welt gilt, ist laut der Organisation Europa Nostra stark gefährdet. Der Verwalter, Erol Baytaş, sieht das ähnlich.

«Es ist ein Wunder, dass das Haus immer noch steht», sagt Baytaş, der das Gebäude seit 30 Jahren verwaltet. «Aber ich fürchte, einen weiteren Winter wird es nicht überstehen.»

Als Luxushotel geplant

Ursprünglich sollte im Holzhaus ein Luxushotel mit Casino entstehen. In Auftrag gab es die Compagnie des Wagons-Lits, das Unternehmen, das auch den Orientexpress und die heutigen Sonderzüge betreibt. Daraus wurde aber nichts: Die Betreiber bekamen keine Glücksspiel-Bewilligung von Sultan Abdülhamid II, da er Glücksspiele für unmoralisch hielt.

Danach wurde das Gebäude an die Ehefrau eines reichen Bankiers verkauft, die es wiederum dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel, einer Kirche, stiftete. Diese Kirche eröffnete 1903 ein Waisenhaus und kümmerte sich bis 1964 um insgesamt 5800 griechisch-orthodoxe Waisenkinder.

Zerfallen

«Es war zweifellos einer der schönsten Orte in Istanbul», sagt Yani Kalamaris, der zwischen 1955 und 1961 im Prinkipo-Greek-Waisenhaus als Lehrer arbeitete. «Es ist so schade, was aus dem Haus geworden ist. Einst kam ein alter Mann, der als Kind hier gelebt hatte. Als wir drinnen waren, fing er an zu weinen und fragte, was aus seinem Zuhause geworden ist», erklärt Kalamaris.

Nun soll das Gebäude gerettet werden: Der Erzbischof von Konstantinopel und der Ökumenische Patriarch Bartholomäus I. haben in Ankara um Hilfe für die Rettung des Hauses gebeten. Es gibt nämlich Hoffnung: Der Kern des Hauses ist stabil und trocken. Im Sommer sollen Experten klären, ob und zu welchem Preis es gerettet werden kann.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trostpris am 31.05.2018 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Europa?

    Für mich gehört die Türkei nicht zu Europa Der grösste Teil ist auf asiatischen Gebiet also sind es Asiaten.

    einklappen einklappen
  • Friedrich Klossner am 31.05.2018 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeit

    Es wäre gerade ideal für gelernte Schreiner und Schreiner-Lehrlinge, dies alles renovieren und am Schluss viel gelernt dazu !

    einklappen einklappen
  • fritz pommes am 31.05.2018 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    luxus hier, luxus dort

    und wieder mal ein LUXUShotel mehr, welches es nicht braucht. und überhaupt, wieso geht der erste gedanke immer richtung luxushotel, luxusressort oder luxusirgendwas??

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 01.06.2018 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher nicht retten!!!

    Weshalb sollte man dieses Haus retten?Zumindest nicht mit öffentlichen mitteln. Es giebt noch vielk zu viele Leute die in Armut leben oder andere grosse Probleme. Wenn dieses Haus wirklich interessant wäre würde es heute nicht so extrem herunter gekommen sein

  • Zurli am 01.06.2018 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Hollywoodfilm

    Wäre doch super, wenn man das in einen Hollywood Film einbauen könnte und z.b. bei einem Actionfilm im Hintergrund mit einer gewaltigen Explosion beseitigen könnte. Wäre voll cool. Das Gebäude ist sowieso nicht mehr zu retten. Ein Neubau in der selben Technik und mit dem selben Material würde garantiert nicht einmal 10% dessen kosten, was eine Renovierung verschlingen würde. Dieses Gebäude ist total kaputt und mit Dach ist da auch nicht mehr viel, das droht ja selbst auf Google Maps schon beim Betrachten zusammen zu fallen.

  • Thomas Meier am 01.06.2018 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schade aber!

    HhWenn wir es retten würden, würde Erdoghan es noch in eine Mosche umwandeln, dan lieber verfallen lassen.

    • Holzwurm am 01.06.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas Meier

      Ja lieber verfallen lassen. Schreihälse gibt es sonst schon so zu genüge

    einklappen einklappen
  • Gigolo am 01.06.2018 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Abreissen und neu bauen

    Die Kosten für die Renovation wären etwa doppelt so hoch wie abreissen (oder anzünden und Cervelats grillen) und dann neu bauen. Wenn man solche Gebäude nicht laufend pflegt und morsches Holz ersetzt, verzieht sich irgendwann alles und dann müsste man am Ende wahrscheinlich jeden dritten Balken ersetzen und das dauert viel länger und ist viel teurer. Ausserdem würde ein Neubau aus Holz nach ein paar Jagen wieder nachdunkeln und genau so ausschauen.

  • A.J. am 01.06.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Europa?

    Geografisch gehört von der Türkei nur 3% zu Europa (die Prinzeninseln sind übrigens auf der asiatischen Seite), von der Bevölkerungszahl her immerhin zu 12%.