Disaster City

02. Februar 2020 15:23; Akt: 02.02.2020 15:23 Print

In dieser Stadt geht die Welt jeden Tag unter

von Daniela Gschweng - Für die einen ist Disaster City ein Paradies mit Schutthaufen, Schrottautos und Ruinen, für die anderen eine Ausbildungsstätte.

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Es ist sehr heiss. Den Rettern läuft unter den Helmen und Atemschutzmasken der Schweiss über das Gesicht. Sie suchen sich einen Weg durch die Trümmer. Einige Stunden zuvor hat ein heftiges Erdbeben D. C. heimgesucht. Ein Zug ist entgleist, mehrere Gebäude sind eingestürzt. Überall ist Rauch. Den Hubschrauber über sich können sie nur hören.

In den Trümmern halten schreiende Angehörige Verletzte im Arm. Die Retter hören es, reagieren aber nicht. Ihr Ziel ist es, möglichst schnell möglichst viele Menschen zu retten. Die Strasse ist blockiert durch Trümmerhaufen und Autos, die aussehen, als wären sie von einer grossen Hand auf die Strassen geworfen worden.

Jeden Tag eine neue Katastrophe

Was gar nicht so falsch ist. Tatsächlich war es ein Bagger. So oder so ähnlich sieht ein Tag in Disaster City aus. In der texanischen Stadt ist Tag für Tag Doomsday. Terroranschläge wechseln sich mit Erdbeben, Wirbelstürmen, Flugzeugabstürzen und Zugunglücken ab. Es sieht wortwörtlich immer so aus, als ob gerade eine Bombe eingeschlagen hätte.

Rettungsmannschaften, Katastrophenhelfer und Feuerwehren aus der ganzen Welt trainieren in Disaster City den Katastrophenfall. Ingenieure testen Sensoren, künftige Ärzte bauen Notspitäler auf. Sie lernen, wie man sich durch eingestürzte Gebäude gräbt, mit Hunderten Verletzten umgeht, und nicht zuletzt, wie sie dabei auf sich selbst achten.

Eines der grössten Übungsgebiete

Solche Zentren gibt es auch anderswo auf der Welt, in einer ehemaligen Kaserne im deutschen Neckarelz oder im schweizerischen Balsthal, wo Feuerwehren unter anderem die Rettung in Tiefgaragen und Tunneln trainieren können. Das 21 Hektaren grosse Stadtgebiet von Disaster City beim Ort College Station, ist eines der grössten.

Die Lehrgänge tragen Namen wie «Chemical and Freight Train Derailments» (Entgleisung von Güter- und Gefahrstoffzügen) oder «Advanced Structural Collapse». Geleitet werden sie von erfahrenen Rettern, die schon bei Ereignissen wie 9/11 oder dem Wirbelsturm Katharina im Einsatz waren.

«Solange sie dabei etwas lernen, ist es nicht verboten, Spass zu haben»

Zu denen, die dort trainieren, kommen Statisten, die desorientierte Opfer mimen oder sich aus kontrolliert kollabierten Gebäuden befreien lassen. Jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt eine Katastrophe geschieht, lernt die Stadt dazu. Neue, möglichst realistische Szenarien werden aufgestellt.

Andere betrachten die Stadt als eine Art Katstrophenspielplatz und treffen sich regelmässig, um zu retten. Oder einfach nur, um zu lernen, wie man sich durch ein eingestürztes Gebäude gräbt, ohne dass ihnen gleich ein Stahlträger auf den Kopf fallen kann. «Warum nicht», sagte George Kemble Bennett, der Gründer der Katastrophen-Stadt 2010 zum «Spiegel». «Solange sie dabei etwas lernen, ist es nicht verboten, Spass zu haben.»

Im harschen texanischen Klima sind die Bedingungen für einen solchen Zeitvertreib recht anspruchsvoll. Im Ernstfall, das ist Hobbyrettern wie Berufsleuten klar, sind sie allerdings ungleich härter.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Lehrer Büneli Monte signore am 02.02.2020 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    da schicke ich Morgen um 6:00 die Schwiegermutter hin!

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  • Pascal Emmenegger am 02.02.2020 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben wir in der Schweiz auch

    Heisst Zivilschutz

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  • Wilder Osten am 02.02.2020 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zerstörte Welt

    Besser so eine Disaster-City, als Sin-City oder Sodom und Gomorrha, wie so langsam überall ^^

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonym am 04.02.2020 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch in der Schweiz.

    Etwas ähnliches gibt es auch in der Schweiz, in Zofingen bei der Chemiewehr Schule.

  • Motorradfahrer am 04.02.2020 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück ...

    ... gibt es Desaster-Cities. Wo sollen Einsatzkräfte sonst üben? Der Aufwand ist alleine für die Figuranten (Patientendarsteller) schon gross; wenn man noch jedes mal den Schadenplatz auf- und wieder abbauen müsste, wäre eine Übung nicht mehr zu bezahlen. Und ohne Übung ist man im Ernstfall nicht vorbereitet; vom Einsatz am Patienten bis zur Organisationsstruktur.

  • SWISS MADE am 03.02.2020 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Despacito trolo am 03.02.2020 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trainieren

    Sie auch im falle einer Zombie-Apokalypse?

  • Gerätewart Rettungstruppen. am 03.02.2020 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Haben wir auch

    Solche Dörfer hat die Schweizer Arme auch! Sogar zwei Stück davon. Eines in Wangen an der Aare und eines in Eppesses in der Nähe von Genf. Die Truppengattung heisst "Rettungstruppen" ehemals "Luftschutz". Die Übungsdörfer werden auch von Feuerwehr's zum durchführen von Übungen gebraucht. Zum Teil in Grossübungen, sprich Katastrophenübungen, mit der Arme zusammen.

    • Peter Ficher Imboden am 03.02.2020 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      genqu

      bist Du es! Hildegard?

    • Mike Müller am 04.02.2020 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      noch eins

      in Eiken haben wir auch noch eines

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