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Fasaneninsel

20. Januar 2020 13:30; Akt: 20.01.2020 20:12 Print

Insel wechselt alle sechs Monate das Land

Die Fasaneninsel befindet sich zwischen Frankreich und Spanien. Seit 1659 wechselt sie alle sechs Monate die Herrschaft.

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Direkt an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien befindet sich eine kleine Insel. Niemand wohnt dort, abgesehen von einem weissen Monument ist das kleine Landstück leer. Die Insel wirkt zwar ganz unspektakulär, ist aber gesetzlich gesehen ein absoluter Ausnahmefall.

Die Fasaneninsel, wie die 224 Meter lange und bis zu 41 Meter breite Insel heisst, ist nur gerade 6820 Quadratmeter gross und liegt im Bidasoa, einem französischen Grenzfluss. Sie ist ein sogenanntes Kondominium, also ein Ort, der zwei Herrschaften hat.

Länderwechsel alle sechs Monate

Für die Fasaneninsel bedeutet das, das sie alle sechs Monate das «Besitzerland» wechselt. Dafür treffen sich Abgeordnete der beiden Länder auf der Insel und tauschen die offiziellen Besitzdokumente aus. Dabei wird die Herrschaft über die Fasaneninsel für das nächste halbe Jahr abgetreten.

Diese Insel ist aber nicht nur das älteste Kondominium der Welt, es ist auch sonst aussergewöhnlich: Bei anderen Kondominien teilen sich einfach zwei (oder mehr) Länder die ständige Herrschaft, bei der Fasaneninsel wird halbjährlich gewechselt. Obwohl das Gebiet sich nur wenige Meter vom jeweiligen Festland entfernt befindet, ist das Betreten der Insel für Besucher verboten.

Neutraler Ort für Verträge

Diese seltsame Abmachung zwischen Frankreich und Spanien entstand vor rund 400 Jahren: Als der Dreissigjährige Krieg 1648 offiziell endete, gab es zwischen Spanien und Frankreich weiterhin Spannungen, Gewalt und politische Beeinflussung. Das endete erst, als 1659 der Pyrenäenfrieden geschlossen wurde.

Um den Friedensvertrag zu unterschreiben, brauchten die beiden Länder einen neutralen Ort und stiessen schnell auf die Fasaneninsel (französisch: Île des Faisans, spanisch: Isla de los Faisanes), die ja praktischerweise direkt zwischen den beiden Ländern lag.

Über 700-mal getauscht

Die Verantwortlichen beider Länder stellten sicher, dass die Insel künftig jedes halbe Jahr vom einen Land an das andere überging. Zwischen Februar und Juli gehört die Binneninsel zu Spanien, zwischen August und Januar zu Frankreich. Der Tausch soll Frieden und Ebenbürtigkeit symbolisieren.

In den vergangenen 400 Jahren war sie ein beliebter Ort für neutrale Gespräche. Hier wurden Geiseln ausgetauscht, Adlige trafen ihre künftigen Angetrauten aus anderen Königshäusern. Seit 1659 wurde die Insel über 700 Mal zwischen den beiden Ländern hin- und hergegeben.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Einhornjäger am 20.01.2020 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hans Insel

    Dann gibt es noch die Hans-Insel, dort sind sich Kanada und Dänemark nicht ganz einige wem die Inel gehört, darum wird dort bei jedem Besuch der Insel die Fahne und eine Flasche Schnaps ausgetauscht.

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  • Roger am 20.01.2020 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1659, "vor über 400 Jahren"

    äh, in welchem Jahr leben wir jetzt?!?

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  • Pamsi am 20.01.2020 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    beim Thema Bodensee sind sich bis heute 3 Länder nicht einig wem wie viel gehört.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nick am 21.01.2020 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ähnliche Fälle gibt es öfter

    Meinem Nachbarn und mir gehört eine Strasse gemeinsam. Jeder hat die Hälfte bezahlt (Land, Strassenbau), aber man kann nicht sagen, dass ein bestimmter Teil ihm und der andere mir gehören würde. Es wäre auch ziemlich unpraktisch, wenn an einem Tag ihm und am nächste Tag mir die ganze Strasse gehören würde und der jeweils andere sie dann nicht benutzen dürfte. Zu Glück vertragen wir uns bisher gut.

  • bebbi am 21.01.2020 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm

    Und was kostet diese zeremoni jedes halbe jahr? Die beiden länder schwimmen ja nicht gerade im geld

  • Diamondcobra am 21.01.2020 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder einmal

    zwar interessant, aber nicht das erste mal dieser Beitrag.

  • Pamsi am 20.01.2020 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    beim Thema Bodensee sind sich bis heute 3 Länder nicht einig wem wie viel gehört.

    • Tina am 21.01.2020 06:18 Report Diesen Beitrag melden

      Bodensee

      @Pamsi: der Schweiz jedenfalls am wenigsten...

    • Robert am 21.01.2020 06:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Tina

      Nein, das stimmt nicht. Österreich hat den kleinsten Anteil am Bodensee. Nur gerade der Zipfel bei Bregenz wird ihnen zugestanden. Der Rest teilt sich die Schweiz mit Deutschland.

    • Mike am 21.01.2020 06:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Pamsi

      Darum gibt es im Bodensee, ausser Untersee, keine offizielle Grenze. Trotzdem wird auf Karten oder anderen Publikationen immer versucht eine Grenzlinie zu zeichnen oder denn See zwischen den Ländern aufzuteilen.

    • Pamsi am 21.01.2020 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tina

      da hat wer in Geographie nicht aufgepasst

    • René am 21.01.2020 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pamsi

      Stimmt nicht ganz. Die Grenzen sind die jeweiligen Ufer. Im Kriegsfall ist die Seemitte massgebend.

    • P. Niss am 21.01.2020 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Robert

      Ich teile meinen Zipfel auch nicht...

    • Karl-Rüdiger am 21.01.2020 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike

      Also ich würde die Grenze nach dem Volumen des Sees ziehen mit jeweils einem Anteil pro Land gemäss der Bevölkerubgszahl des Landes. Wir Deutsch verstehen eh mehr von der Seefahrt.

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  • Roger am 20.01.2020 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1659, "vor über 400 Jahren"

    äh, in welchem Jahr leben wir jetzt?!?

    • Michi am 20.01.2020 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roger

      Vor "rund" 400 Jahren... Lesen hilft!

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