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Wers glaubt!

22. Juli 2018 09:46; Akt: 22.07.2018 09:46 Print

Das müssen Sie als Mieter wirklich wissen

von M. Siegenthaler - Juristisches Halbwissen ist weit verbreitet, aber häufig falsch – denn das Gesetz spricht eben eine andere Sprache.

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Es gibt viel Unwissenheit und Halbwahrheiten im Miet-Bereich. Wir zeigen Ihnen auf den folgenden Bildern die zehn häufigsten Irrtümer in Sachen Miete, Wohnung und Vermieter. Behauptung: «Wenn ich meine Wohnung ausserterminlich kündige, muss ich drei Nachmieter bringen.» Das ist falsch. Ein einziger Nachmieter genügt, sofern er zahlungsfähig ist, den Mietvertrag zu denselben Bedingungen übernimmt und zu den anderen Mietern passt. Behauptung: «Für den Unterhalt der Wohnung ist der Vermieter zuständig.» Grundsätzlich schon. Es gibt aber den so genannten «kleinen Unterhalt», also einfache Reparaturen oder den Kauf von Ersatzteilen, die der Mieter selber übernehmen muss. Behauptung: «Das Mietzinsdepot dient dazu, ausstehende Mieten zu decken.» Das gilt erst, wenn das Mietverhältnis beendet ist. Während der Dauer des Mietverhältnisses bleibt das Mietzinsdepot für die Mietparteien gesperrt. Der Mieter kann folglich das Depot bei Zahlungsschwierigkeiten nicht mit fälligen Mietzinsen verrechnen. Behauptung: «Der Vermieter kann mir das Rauchen in der Wohnung verbieten.» Nein. Ein Rauchverbot verstösst gegen die Persönlichkeitsrechte. Rauchen innerhalb der Wohnung ist also erlaubt. Allerdings muss der rauchende Mieter für die Entfernung von Nikotinablagerungen auf Wänden und an Decken aufkommen. Behauptung: «Bei einer Kündigung kann ich auf jeden Fall eine Mieterstreckung verlangen.» Chancen auf eine Mieterstreckung hat der Mieter nur, wenn eine Härtesituation vorliegt. Dass man keine Lust auf einen Umzug hat oder gern weiterhin von einer günstigen Miete profitiert, reicht nicht aus. Behauptung: «Wenn das Haus verkauft wird, muss der Mieter raus.» «Kauf bricht Miete» nannte man das früher, der Grundsatz gilt heute aber nicht mehr. Die bestehenden Mietverhältnisse gehen bei einer Handänderung mit allen Rechten und Pflichten auf den neuen Eigentümer über. Dies gilt allerdings nur bedingt bei Eigenbedarf sowie einer Zwangsversteigerung der Liegenschaft. Behauptung: «Der Treppenabsatz vor der Wohnungstür gehört mir, da kann ich auch einen Schuhschrank oder Ähnliches hinstellen.» Gemietet ist die Wohnung, nicht aber Teile des Treppenhauses. Dieses muss ungehindert benutzt werden können. Ganz wichtig: Treppenhäuser dienen im Brandfall als Fluchtwege und dürfen nicht für andere Zwecke verwendet werden. Schuhschränke haben im Gang also nichts verloren. Behauptung: «Ein Mietvertrag muss immer schriftlich abgeschlossen werden.» Das ist zwar üblich, aber auch ein mündlicher Mietvertrag ist gültig. Meistens verwenden die Vermieter ein Formular des Hauseigentümerverbandes HEV, jedoch auch der Mieterinnen- und Mieterverband MV stellt ein Formular zur Verfügung. Behauptung: «Der Vermieter kann mir Tierhaltung nicht verbieten.» Doch, kann er. In vielen Mietverträgen wird die Tierhaltung nur mit Einwilligung des Vermieters zugelassen. Erlaubt sind aber in jedem Fall unproblematische Kleintiere wie Meerschweinchen. Umstritten ist, ob Katzen auch zu den Kleintieren gehören oder nicht. Behauptung: «Grillieren auf dem Balkon ist erlaubt.» Generell kann das Grillieren auf dem Balkon nicht verboten werden, allenfalls gibt es aber in der Hausordnung Einschränkungen. So ist beispielsweise häufig Holzkohle verboten, weil der damit verbundene Rauch die Nachbarschaft stört. Und an welche Mythen haben Sie lange geglaubt?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Becci am 22.07.2018 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke für die Klarstellung.

    Solche Artikel dollte es mehr geben (div. Themen).

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  • Wonderland am 22.07.2018 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Wohnungen

    Ich möchte gerne in diese Beispielwohnungen einziehen, sind diese noch zu haben? ;)

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  • Mona G. am 22.07.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Hund und Katz

    Wegen Hunden bin ich zum Glück noch nie angefragt worden, weiss nicht recht, was ich da sagen würde. Katzen leben in meinem grösseren Mietshaus einige. Bei der Vergabe von Wohnungen sind diese ein Thema. Ich erlaube Katzen in vernünftiger Anzahl, aber nur als reine Hauskatzen ohne freien Auslauf. Das bewährt sich, Katzen lassen sich nicht erziehen wie Hunde, in Freiheit draussen machen sie was sie wollen; auch in Nachbars Blumenbeet. Als Vermieterin bin ich noch nicht sehr erfahren, Objekt geerbt. Ich möchte aber langfristige, zufriedene Mieter und gut mit ihnen zurechtkommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • T.S. am 22.07.2018 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grillieren auf dem Balkon

    Das Grillieren muss nicht zwingend nur wegen Geruch verboten werden. Habe es in einer Wohnung erlebt. Dort war grillieren mit Holz-/Holzkohle und Gas (also alles mit offener Flamme) aus Brandschutzgründen verboten. Grillieren mit Strom, oder Tischgrill mit Brennpaste (wie beim Fondue) war erlaubt.

  • Fritzli Müller am 22.07.2018 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleiner Unterhalt

    Eine der hartnäckigsten Irrtümer seitens der Vermieter betrifft den so genannten kleinen Unterhalt: Ein Großteil der Mietverträge behauptet , dass der Mieter sämtliche Reparaturen bis zu einem bestimmten Betrag zu übernehmen hat. Diese Klauseln sind jedoch nichtig, denn das Gesetz sagt klar, dass ein kleiner Unterhalt nur vorliegt, wenn der Mieter den Mangel ohne Fachwissen selber beheben kann. Sobald ein Handwerker kommen muss, geht die Rechnung zulasten des Vermieters, auch wenn der Betrag unter 150 Fr. liegt...

  • Schölu am 22.07.2018 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regeln sind zum Einhalten da!

    Ich wohne in einer neuen Überbauung in Ostermundigen und wir habe diverse Regeln, welche leider niemand respektiert! Die Wände im 1 UG sind durch niveaulose Personen mit unsäglichen Sprüchen bekritzelt. Vor der Wohnungstür werde immer Zigaretten entsorgt und letztens hat der kleine Hund in den Lift gepinkelt. Wurde das durch die junge Halterin geputzt? Nein! Die Verwaltung schaut nur zu und macht nichts. Wenn schon Regeln, dann auch durchsetzten.

    • Wabu Bau am 22.07.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

      Einige müssen die Regeln nicht beachten.

      Wer wohnt denn alles so dort?

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  • Frau Meier am 22.07.2018 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwaltung

    Als Verwalterin 100x gehört: als man eingezogen ist, war die Whg nicht sauber, also muss man beim eigenen Auszug auch nicht putzen (stimmt nicht). Nach 10 Jahren MUSS der Vermieter die Whg in jedem Fall neu streichen (stimmt nicht). Man darf Untermieter ohne Meldung einziehen lassen (stimmt nicht). Es ist wirklich krass, was manche Mieter sich denken und sich nicht informieren. Ich habe den Job u.a. aufgegeben, weil mir die ewigen Diskussionen, Beleidigungen und Beschimpfungen zu viel wurden.

    • Ben am 22.07.2018 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau Meier

      Es gibt aber auch genug Verwalter die überhaupt keine Ahnung haben...

    • T.S. am 22.07.2018 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ben

      Auskennen schon, aber wenn man mit "eigenen Regeln" auch weiterkommt, kann man es ja probieren!

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  • Vermieter am 22.07.2018 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigentum

    Als Vermieter bin ich moralisch verpflichtet bei einem persönlichen Gespräch mit Interessenten den Mietvertrag und die Hausgepflogenheiten zu erörtern. Natürlich muss alles Rechtens sein . Als Beispiel höre ich immer wieder das Vermieter im Vertrag die Klausel: Beim Auszug müssen Küchengeräte wie Abwaschmaschine, Waschmaschine etc. auf einige Kosten von einem Fachmann überprüft werden. Ist nicht mehr zulässig. Gegenseitiger Respekt und Achtung vor fremden Eigentum erleichtern ein harmonisches Miteinander.