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Unheimlich

24. Oktober 2018 20:46; Akt: 24.10.2018 20:51 Print

Der ungelöste Mordfall im Geister-Internat

Die Preston School war einst ein Internat für auffällige Kinder und Jugendliche. Nach einem Mord schloss die Schule. Heute ist sie eine Halloween-Attraktion.

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Das ist die Preston School of Industry. Wegen der imposanten Optik ist das Gebäude auch als Preston Castle bekannt. Die Schule befindet sich in Ione, einer Ortschaft in Amador County in Kalifornien. Preston war ein Heim für straffällige und schwer erziehbare junge Männer. Die ersten sieben Schüler kamen damals direkt aus dem San Quentin State Prison. Die Situation sollte in der Preston School of Industry für die Heranwachsenden leider nicht besser werden: Grausame Bestrafungsmethoden und sexueller Missbrauch sollen in Preston an der Tagesordnung gewesen sein. In den 50er-Jahren gab es einen traurigen Höhepunkt: Ein Mord im Internat. Haushälterin Anna Corbin wurde in einem Teppich gefunden – verprügelt, erwürgt und mit Anzeichen sexuellen Missbrauchs. Wo und unter welchen Umständen Anna gefunden wurde, ist heute unklar. Klar ist: Nachdem die Polizei alle 675 Schüler befragt hatte, gab es drei Verdächtige. Angeklagt wurde schliesslich Eugene Monroe, ein junger Mann, der bereits zuvor des Mordes verdächtigt worden war. Trotz eines Beweises und seiner widersprüchlichen Zeugenaussagen wurde er in der dritten Verhandlung freigesprochen. Der Tod von Anna Corbin war nicht das einzige Mysterium in der Einrichtung für Schwererziehbare. Diverse, vermutlich durch Tuberkulose ausgelöste Todesfälle sorgten für weitere Geistergeschichten. Heute gibt es geführte Touren (nachts!) durch die verlassenen Hallen von Preston – und jeweils im Oktober verwandelt sich das Internat in ein «Haunted House», eine beliebte Halloween-Attraktion mit Geister- und Zombieschauspielern.

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Die Preston School of Industry in Ione, Kalifornien, ist auch als Preston Castle bekannt. Wer das majestätische Gebäude sieht, versteht auch schnell, warum. Vor seiner Schliessung war es die älteste und bekannteste Erziehungsanstalt der Vereinigten Staaten.

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Erziehungsheim für Buben

Die Preston School eröffnete im Juni 1894. Die ersten sieben Schüler wurden aufgenommen – sie kamen damals direkt aus dem San Quentin State Prison, einem der brutalsten Gefängnisse der USA.

Die Situation sollte in der Preston School of Industry für die Heranwachsenden leider nicht besser werden: Grausame Bestrafungsmethoden und sexueller Missbrauch sollen in Preston an der Tagesordnung gewesen sein. In den 50er-Jahren gab es einen traurigen Höhepunkt: Ein Mord im Internat.

Wo starb Anna Corbin?

Der Tod von Chef-Haushälterin Anna Corbin ist bis heute ungeklärt. Es gibt mehrere widersprüchliche Zeugenaussagen darüber, wie und wo die 52-Jährige ermordet wurde. Klar ist nur, wann sie gefunden wurde: Am Donnerstag, dem 23. Februar 1950. Unklar ist dagegen, wo. Einige Dokumente beschreiben, dass Anna Corbin in der Küche gefunden wurde, während andere den Keller erwähnen.

Gemäss einem Artikel der Zeitung «Amador Ledger» wurde die Leiche von Anna Corbin in einem Lagerraum gefunden, eingewickelt in einen Teppich. Sie wurde bis zur Unkenntlichkeit geschlagen und mit einem Seil erwürgt.

Wer tötete Anna Corbin?

Aber: Wer war es? Die Polizei verdächtigte jeden: Alle 675 Schüler, jeden Betreuer, alle anderen Angestellten. Nach langwierigen Befragungen blieb ein Verdächtiger übrig: Eugene Monroe. Der junge Mann war zuvor bereits eines Mordes verdächtigt worden, wurde aber aus Mangel an Beweisen lediglich nach Preston versetzt und nicht ins Gefängnis gebracht.

Monroe, damals 19 Jahre alt, hatte sich gleich mehrfach verdächtig gemacht: Als einer von nur vier Schülern der Schule hatte er beim Lügendetektor-Test versagt und war bei der Zeugenbefragung durch Jähzorn aufgefallen. Aussagen eines anderen jungen Mannes, William J. Mercer, belasteten Eugene zusätzlich.

Laut Mercer hatte Anna Corbin ihn und Eugene dabei erwischt, wie sie in einem Versteck ihre Homosexualität auslebten. Eugene wollte Corbin überreden, den Zwischenfall für sich zu behalten. Mercer rannte allerdings davon und war demzufolge nicht Zeuge. Eugene Monroe wurde wegen des Mordes an Anna Corbin angeklagt. Bei den ersten beiden Verhandlungen wurde sich die Jury nicht einig – beim dritten Mal wurde Monroe freigesprochen.

Gerüchte über weitere Todesfälle

Der Tod von Anna Corbin war nicht das einzige Mysterium in der Einrichtung für Schwererziehbare. Während der Jahre gab es einige mehr oder weniger unerklärliche Todesfälle, die meisten wohl durch Tuberkulose oder andere Krankheiten ausgelöst.

Im Laufe der Zeit gab es die wildesten Geschichten über die Todesfälle. So sollen zwei der Schüler, Sam Goins und Herman Huber, von zwei Betreuern getötet worden sein, weil sie die Betreuer dabei erwischt hatten, wie sie sich an den jüngsten Knaben in der Einrichtung vergingen.

Es gibt auch eine Geschichte über eine sehr schöne Köchin, die die jungen Männer verführt haben soll. Sobald sie ihr zu langweilig wurden, bezichtigte sie ihre ehemaligen Liebhaber der Vergewaltigung und sorgte so dafür, dass sie wieder in andere Einrichtungen verlegt wurden.

«Haunted House» für Halloween

Die übrigen Todesfälle lassen sich heute nicht mehr verifizieren, für die Geistergeschichten braucht es aber auch keine Beweise. Zehn Jahre nach dem Mord an Anna Corbin schloss die Schule, die jungen Männer wurden in eine neue Institution in der Nähe verlegt.

Bis 2001 zerfiel das Preston Castle nach und nach, zog davor aber viele Geisterjäger an. Der meistgesehene Geist ist, wie könnte es anders sein, der von Anna Corbin. Aber auch diverse Schüler sollen das Gebäude nie verlassen haben.

1999 wurde der Name geändert, das Internat heisst nun Preston Youth Correctional Facility. Die Gebäude sind denkmalgeschützt. Heute gibt es geführte Touren (nachts!) durch die verlassenen Hallen von Preston – und jeweils im Oktober verwandelt sich das Internat in ein «Haunted House», eine beliebte Halloween-Attraktion mit Geister- und Zombieschauspielern.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom82 am 24.10.2018 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    umgelöste Fälle in CH

    ...schaurig-, aber wie wäre es mal um etwas Recherche und einen Beitrag des ungelösten 4-fach Mordfalles von Seewen, SO?

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  • Sandro am 24.10.2018 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Finde ich super!

  • Dave74 am 24.10.2018 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unheimlich vs. heimlich

    Da kommt mir doch gleich die Hexe von Buchenwald in den Sinn. Realität in Ton und Bild. Sorry. Grauen und gruseln gibts und gabs. Habe mehr Mühe mit Heimlichkeiten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brumm am 25.10.2018 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück

    gibt es das nur in Amerika

  • Sulejka am 25.10.2018 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wunderschönes Gebäude

    Mir gefällt vorallem das imposante Gebäude, so eine Art dss verwunschene Schloss. Ich verstehe nicht, dass man solchen Palast einfach nach und nach verkommen lässt.

    • Iriana am 25.10.2018 02:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sulejka

      Das Schloss stehe unter Schutz, habe ich gelesen. Ist wunderschön, gut ist es geschützt!

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  • Neumann am 24.10.2018 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bärenhöhlen

    Das tönt echt toll. Sie sollten aber hier oben am Waldrand wo ich wohne das ausgedehnte Höhlensystem kennen. Voll unbekannt, aber hier verschwand schon so manche Person. Vorallem früher, vor Jahrhunderten, liess man sie offenbar zurück für die Höhlenbären. Man hat sie ihnen richtiggehend aufgebunden. Echt grauslig.

    • jessy am 25.10.2018 01:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      interessant, wo ist ihre ortschaft?

    • Brock Lesnar am 25.10.2018 02:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      Nette Geschichte aber zuerstmal wo wohnen sie ? und 2 versuchen sie doch UNS einen Bären aufzubinden. Bitte Quellen und Fakten angeben!

    • Neumann am 25.10.2018 03:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jessy

      Da wo ich hause, wo denn sonst? Die Redaktion kennt meine Bleibe dank modernster Technik. Alle andern brauchen nicht zu wissen wo das ist. Wenn da plötzlich jeder heraufmarschieren würde und durch meine Plantage trampeln würde auf der trivialen Suche nach Stillung seiner Neugier. Neeei!

    • Neumann am 25.10.2018 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brock Lesnar

      Konsultieren Sie das Wördweidweb, da steht alles drin. Bei gründlicher Recherche finden Sie es sicher raus. Kleiner Tipp: fangen Sie die Suche an unter Wolpertinger. Viel Erfolg, Brock.

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  • Te Rasse am 24.10.2018 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zitat

    Krass

  • Dave74 am 24.10.2018 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unheimlich vs. heimlich

    Da kommt mir doch gleich die Hexe von Buchenwald in den Sinn. Realität in Ton und Bild. Sorry. Grauen und gruseln gibts und gabs. Habe mehr Mühe mit Heimlichkeiten.

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