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Turm der Winde

18. September 2018 20:26; Akt: 18.09.2018 22:12 Print

Die erste Wetterstation der Welt

von Meret Steiger - Der Turm der Winde in Athen ist über 2000 Jahre alt und gilt als die erste Wetterstation der Welt.

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Der Turm der Winde, auch als Horologion des Andronikos bekannt, ist ein achteckiger Turm auf der Römischen Agora in Athen. Er ist über 2000 Jahre alt und gilt als erste Wetterstation der Welt. Die acht Seiten des Turms sind jeweils einer Windrichtung und den zugehörigen Windgöttern gewidmet. Die Darstellungen auf dem Turm sollen zeigen, was die jeweiligen Winde bringen: Hier ist Skiron, der die Windrichtung Nordwesten darstellt. Es ist ein bärtiger Mann, der einen mit Holzkohle und heisser Asche gefüllten bronzenen Behälter trägt. Das ist Euros, er symbolisiert den Südost-Wind. Der Turm stammt aus einer Zeit, in der sich die Menschen mit Windrichtungen zu orientieren versuchten – noch bevor es den ersten Kompass gab. Die alten Griechen glaubten, dass der Wind aus zwölf verschiedenen Richtungen blasen konnte. Die Idee mit den verschiedenen Winden stammt vermutlich von Bauern. Die Bauern merkten, dass der Wind verschiedene Eigenschaften haben konnte: Manchmal war er kalt und trocken, dann wieder warm und feucht. Das Gleiche gilt für Matrosen: Auch sie sollten einen Wind anhand seiner Temperatur und Feuchtigkeit einer Himmelsrichtung zuordnen können. Der griechische Philosoph Aristoteles erklärte die Winde so: Jede Richtung hat ihre meteorologischen Eigenheiten: Nord- und südwestliche Winde sind oft trocken, Nordostwinde eher nass. Aristoteles' System kannte 10 Winde. Ein weiterer Grieche, Timosthenes, fügte zwei weitere Windrichtungen hinzu. Eratosthenes, griechischer Geograf, bemerkte einige Jahre später, dass die zwölf Winde sich teilweise nur unwesentlich unterschieden. Er reduzierte die Windrichtungen auf acht – und legte so den Grundstein für die Windrose, wie sie auch heute auf Seekarten und Kompässen verwendet wird. Der Turm der Winde basiert auf dem Acht-Winde-System. Zusätzlich ist er eine Uhr: Die Linien auf der Seite zeigen als Sonnenuhr die Zeit an. Aussergewöhnlich: Der Turm hat auch eine Wasseruhr, die die Zeit auch nachts anzeigte.

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Der Turm der Winde, auch als Horologion des Andronikos bekannt, ist ein achteckiger Turm auf der Römischen Agora, einem Platz in der griechischen Hauptstadt Athen. Er ist über 2000 Jahre alt und gilt als erste Wetterstation der Welt.

Acht Windrichtungen verewigt

Die acht Seiten des Turms sind jeweils einer Windrichtung und den zugehörigen Windgöttern gewidmet: Norden (Boreas), Nordosten (Kaikias), Osten (Apheliotes), Südosten (Euros), Süden (Notos), Südwesten (Lips), Westen (Zephyros) und Nordwesten (Skiron). Die Darstellungen auf dem Turm sollen zeigen, was die jeweiligen Winde bringen.

So ist beispielsweise die Darstellung von Kaikias (Nordostwind) die eines Mannes, der Hagelkörner aus einem Schild schüttet, während Notos (Süden) eine Kanne ausleert. Der Turm stammt aus einer Zeit, in der sich die Menschen mit Windrichtungen zu orientieren versuchten.

Unterschiedliche Winde

Die alten Griechen glaubten, dass der Wind aus zwölf verschiedenen Richtungen blasen konnte. Damit versuchten sie sich auch zu orientieren, ähnlich wie es heute mit den Himmelsrichtungen funktioniert. Die Idee mit den verschiedenen Winden stammt vermutlich von Bauern.

Die Bauern merkten, dass der Wind verschiedene Eigenschaften haben konnte: Manchmal war er kalt und trocken, dann wieder warm und feucht. Das Gleiche gilt für Matrosen: Auch sie sollten einen Wind anhand seiner Temperatur und Feuchtigkeit einer Himmelsrichtung zuordnen können.

Der Beginn der Windrose

Der griechische Philosoph Aristoteles erklärte die Winde so: Jede Richtung hat ihre meteorologischen Eigenheiten: Nord- und südwestliche Winde sind oft trocken, Nordostwinde eher nass. Schnee kommt auch aus der nördlichen Ecke, genau wie starke Stürme. Aristoteles' System kannte 10 Winde.

Ein weiterer Grieche, Timosthenes, fügte zwei weitere Windrichtungen hinzu. Eratosthenes, griechischer Geograf, bemerkte einige Jahre später, dass die zwölf Winde sich teilweise nur unwesentlich unterschieden. Er reduzierte die Windrichtungen auf acht – und legte so den Grundstein für die Windrose, wie sie auch heute auf Seekarten und Kompässen verwendet wird.

Der Turm als Wetterstation

Der Turm der Winde basiert auf dem Acht-Winde-System. Zusätzlich ist er eine Uhr: Die Linien auf der Seite zeigen als Sonnenuhr die Zeit an. Aussergewöhnlich: Der Turm hat auch eine Wasseruhr, die die Zeit auch nachts anzeigte. Für die Händler auf dem Marktplatz war der Turm wichtig: Sie sahen nicht nur, wie spät es war, sondern konnten auch anhand der Windrichtung einschätzen, wann neue Güter im Hafen ankamen.

2016 wurde der Turm restauriert und nach mehr als 200 Jahren zum ersten Mal wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • N_ am 18.09.2018 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier kann die Menschheit etwas lernen...!

    Es braucht mehr solcher Beiträge.

  • Aristo_Les am 19.09.2018 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Habe was Abgewandeltes zu Hause:

    Das Zimmer der Winde - je nachdem, ob ich viel Bohnen gegessen habe.

  • Heinerle am 19.09.2018 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Schweizer

    die Golden Gate Bridge wurde von eine Schweizer Ingenieur gerechnet und gebaut soviel ich weiss wer hats erfunden

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinerle am 19.09.2018 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Schweizer

    die Golden Gate Bridge wurde von eine Schweizer Ingenieur gerechnet und gebaut soviel ich weiss wer hats erfunden

  • Aristo_Les am 19.09.2018 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Habe was Abgewandeltes zu Hause:

    Das Zimmer der Winde - je nachdem, ob ich viel Bohnen gegessen habe.

  • André Gubelmann Brasiien am 19.09.2018 03:54 Report Diesen Beitrag melden

    Vision

    Ja ,dann kam die islamische Pest und hat Europa zerstört.

    • atheist am 19.09.2018 04:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @André Gubelmann Brasiien

      ich dachte in alten tagen führte die christliche pest kreuzzüge?

    • Universalist am 19.09.2018 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @atheist

      ja, es war die christliche Pest, die das Reich untergehen liess. Hast da wohl was verwechselt.

    • Pestbeule am 19.09.2018 17:31 Report Diesen Beitrag melden

      André Dubelmann

      Die Europäische soll angeblich gerade dabei sein Brasilien zu zerstören.

    • Querdenker am 20.09.2018 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Universalist

      warum verwechselt ? mit keinem Wort eine zeitepoche erwähnt. aber recht hat er ;-)

    einklappen einklappen
  • LOCOS am 18.09.2018 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wissen der Osmanen

    Die alten Griechen wusten nicht mahl was dasWetter war. Dank den Osmanen hat man wissen bekommen was Astrologie, die uhr, ect. ist 6nd wie man das nutzt.

    • Chronikus am 19.09.2018 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Knappdaneben

      Ähhh, das Osmanische Reich gab es erst ab dem 14 Jh... Aber ja klar, ich mag die Türken auch ;-)

    • LÜCOS am 19.09.2018 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LOCOS

      Genau und Venedig ist von den Pfahlbauern aus Zürich erbaut worden.

    • LEGOS am 19.09.2018 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LOCOS

      Stimmt. Es waren die Osmanen vom Planet Osman aus dem Sternenhimmel Alaman die uns Menschen all das Wissen beigebracht hat.

    einklappen einklappen
  • N_ am 18.09.2018 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier kann die Menschheit etwas lernen...!

    Es braucht mehr solcher Beiträge.