Dumm gelaufen

23. August 2018 10:12; Akt: 23.08.2018 11:36 Print

Die USA bauten ihr Fort irrtümlich in Kanada

Zum Schutz vor einem britisch-kanadischen Angriff bauten die Amerikaner das nördlichste Fort der USA – in Kanada.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

1812 befanden sich die USA gerade im Krieg mit den Engländern und deren Kolonien – darunter auch Kanada. Der Krieg hätte für die Amerikaner viel schlechter ausgehen können, was auch dem damaligen Präsidenten James Madison klar war.

Umfrage
Haben Sie schon von Fort Blunder gehört?

Militär stärken

Um für einen kommenden Krieg besser gewappnet zu sein, gelobte Madison also, die militärischen Anlagen und Truppen der USA zu stärken. Besonders wichtig schien das an einem Ort: am Lake Champlain, einem See zwischen den US-amerikanischen Bundesstaaten Vermont und New York und der kanadischen Provinz Québec.

Dort hatten die Engländer bereits zweimal angegriffen und versucht, Amerika so zu spalten. Damit das nie wieder passieren kann, wurde ein grosses Verteidigungsfort am Lake Champlain in Auftrag gegeben. Die neue Verteidigungsanlage sollte Fort Montogomery heissen, benannt nach General Richard Montgomery, der im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eine wichtige Rolle gespielt hatte.

800 Meter hinter der Grenze

1816 begannen die Bauarbeiten für Fort Montgomery. Stehen sollte es am Island Point, einer kleinen Landzunge am nördlichsten Punkt des Sees. Einst fertig, sollte das achteckige Fort knapp 10 Meter hoch sein und Platz für 125 Kanonen bieten – kein englisches Kriegsschiff hätte in den See fahren sollen, ohne unter Beschuss zu geraten.

1818 bemerkten die Amerikaner einen folgenschweren Fehler. Ihr Verteidigungsfort befand sich, fast fertig gebaut, auf kanadischem Boden. Schuld daran waren Unklarheiten über Längen- und Breitengrade. Als den Amerikanern klar wurde, dass sie im falschen Land bauen, hatten sie bereits fast 300'000 Dollar in den Bau investiert – ein Vermögen für damalige Verhältnisse.

An die USA zurückgegeben

Die Bauarbeiten wurden sofort gestoppt, das halb fertige Fort wurde künftig als Fort Blunder bezeichnet – Blunder ist das englische Wort für Schnitzer. Die Einheimischen, die in der Nähe des Forts wohnten, nutzten diesem Umstand für sich und stahlen Steine und andere Baumaterialien aus der halb fertigen Konstruktion.

Erst 1842 tat sich wieder etwas: Im Webster-Ashburton-Vertrag wurde festgelegt, dass die Kanadier den Amerikanern Fort Blunder (und damit den nördlichsten Punkt des Lake Champlain) zurückgeben und die Grenze an dieser Stelle neu ziehen.

1844 wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen, das offizielle Fort Montogomery wurde gebaut. Es wurde bis 1920 genutzt und war auch mit Soldaten besetzt. Zu Beginn der Zwanzigerjahre verkaufte es die amerikanische Regierung an eine Privatperson.

In einer früheren Version dieses Artikels kämpfte Richard Montgomery im Bürgerkrieg. Tatsächlich war Montgomery General im Unabhängigkeitskrieg.

(mst)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Uem Of am 23.08.2018 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Fake News

    Richard Montgomery war zum Zeitpunkt des Bürgerkriegs schon lange tot. Er ist nämlich im Unabhängigkeitskrieg gefallen. Ausserdem wurde das Fort 1844 gebaut - der Bürgerkrieg war jedoch erst knapp 20 Jahre später. Get your facts straight.

    einklappen einklappen
  • F_B am 23.08.2018 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann nicht stimmen

    Benannt nach einem Bürgerkriegsgeneral ein halbes Jahrhundert bevor der Bürgerkrieg ausbrach Ich wage es zu bezweifeln! Gemeint ist wohl ein General aus dem Unabhängigkeitskrieg?

  • Heini Pestalozzi am 23.08.2018 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solange man Switzerland

    mit Sweden oder auch Swasiland verwechselt, kann man das denen nicht übel nehmen. Aber Highschool tönt halt schon gut, auch wenn es nicht viel mehr als höhere Hilfsschule bedeutet und das merkt man immer wie mehr.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • DampfFredu am 23.08.2018 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es auch hier

    dafür müssen wir nicht zu den Amis. es ist noch kein Jahrhundert her, da bauten die Schweizer mit den Deutschen eine Brücke. Bei Laufenburg. Man traf sich in der Mitte, die dann nicht stimmte, da die Deutschen nach MüM der Nordsee nahmen und die Schweizer MüM vom Mittelmeer. Doch jetzt ist alles gut

  • No Such User am 23.08.2018 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Canada gibt es erst seit 1867

    vorher war das Britsch Nordamerika gennant. Sonst aber sehr interessanter Artikel.

  • June am 23.08.2018 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer profitiert?

    Spannend, wie ein Land einen Fehler macht und dann sein eigenes Gebiet dadurch erweitern kann. Warum hat die kanadische Regierung das Land eigentlich an die USA abgetreten? Hätten sie nicht lieber rückwirkend Zölle auf das Baumaterial erhoben und diese verzinst? ;-)

  • Tiefenbacher am 23.08.2018 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrt ab!

    Tamafia hat auch in der Schweiz ihre Medienpaläste hingeklotzt, obwohl uns diesen tendenziöse Journaille zutiefst zuwider ist! Fahrt ab!

    • Hosche am 23.08.2018 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tiefenbacher

      Du sollst nicht von dir auf andere schliessen.

    • Michel am 23.08.2018 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Tiefenbacher

      Und trotzdem liest du sie und gibst sogar Komentare

    einklappen einklappen
  • Patrick am 23.08.2018 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich

    waren ja die AMIs auch Briten und wollten, so wie auch jetzt, kein Geld an GB liefern und seit dem bezeichnen sie sich als eigene Nation