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Oensingen

12. Juli 2018 09:31; Akt: 12.07.2018 10:22 Print

Kuoni, der Geist von Schloss Neu-Bechburg

von Meret Steiger - Kuoni war einst ein Raubritter und der Schrecken von Oensingen. Er fand sein Ende in einem der Erker – lebendig eingemauert.

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Schloss Neu-Bechburg befindet sich bei Oensingen ... ... auf einem 86 Meter langen und durchschnittlich 14 Meter breiten Felsband unterhalb des Roggen. Früher war das Schloss von der Stadt Solothurn in 1 bis 2 Stunden per Pferd oder Kutsche erreichbar. Bis heute bekannt ist die Legende des Schlossgeistes Kuoni. Fotograf Paul Bühler besuchte die Neu-Bechburg. Kuoni hat er dabei zwar nicht gesehen, dafür aber die Atmosphäre des Schlosses eingefangen. Seit dem Bau in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hat die Burg öfter den Besitzer gewechselt. Unter ihnen finden wir die Grafen von Froburg, von Nidau, von Thierstein, von Kyburg und von Buchegg. Seit 1463 gehört die Burg Solothurn. 1635 war Neu-Bechburg kurz die Residenz des Bischofs von Basel. Nach dem Einfall der Franzosen (1798) verlor die Bechburg ihre eigentliche Aufgabe. In den kommenden Jahren gab es darin ein Armenhaus, eine Privatwohnung, ein Restaurant und sogar einen Steinbruch. Seit 1835 gehörte die Burg Johannes Riggenbach, einem Bankier. Seiner Erben verkauften das Schloss 1975 ... ... an den Oensinger Bürger Dr. Walter Pfluger-Baumgartner, der es wiederum der Stiftung Schloss Neu-Bechburg übergab. In mehreren Bauetappen wurde das Schloss nun renoviert – für bisher rund neun Millionen Franken. Ein Teil des Schlosses wurde aber in seinem ursprünglichen Zustand belassen: das steinerne Grab des Schlossgeistes Kuoni. Kuoni wohnte im 14. Jahrhundert auf der Bechburg, die seine Vorfahren erbaut hatten. Von dort aus verbreitete er in Oensingen Angst und Schrecken. Als Kuoni schliesslich an der Beulenpest erkrankte, war die Angst, sich anzustecken, in der Bevölkerung gross. (Im Bild: Fotomontage mit «Geist») Der Raubritter wurde kurzerhand lebend in ein Häuschen an der Südseite des Wehrturms eingemauert. Durch einen schmalen Spalt wurden Kuoni Lebensmittel und Getränke gereicht, bis er an der Pest verstarb. Heute gilt Kuoni als ruhiger und friedlicher Schlossgeist, der höchstens gelegentlich kleine Streiche spielt, Türen abschliesst und sonst hauptsächlich durch das Schloss wandert. Übrigens: In den Achzigern wollten Denkmalpfleger das Häuschen öffnen. Als sie auf dem Dach waren, zog ein Gewitter auf, das so stark war, dass sie ihre Arbeit unterbrechen mussten. Etwas Ähnliches passierte einem Team des Schweizer Fernsehens, das 2002 ein Röntgengerät unter dem zugemauerten Raum installieren wollte – es funktionierte plötzlich nicht mehr. Das Gleiche passierte mit dem Ersatzgerät, das Videoteam zog unverrichteter Dinge wieder ab. Kuoni möchte nunmal lieber alleingelassen werden. Neu-Bechburg kann heute für private Feiern oder Firmenanlässe gemietet werden – Schlossgeist Kuoni ist dabei immer inbegriffen.

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Schloss Neu-Bechburg befindet sich bei Oensingen, auf einem 86 Meter langen und durchschnittlich 14 Meter breiten Felsband unterhalb des Roggen. Früher war das Schloss von der Stadt Solothurn in 1 bis 2 Stunden per Pferd oder Kutsche erreichbar. Bis heute bekannt: die Legende des Schlossgeistes Kuoni.

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Fotograf Paul Bühler besuchte die Neu-Bechburg – Kuoni hat er dabei zwar nicht gesehen, dafür aber die Atmosphäre des Schlosses eingefangen.

Häufige Besitzerwechsel

Seit dem Bau in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hat die Burg öfter den Besitzer gewechselt: Unter ihnen finden wir die Grafen von Froburg, von Nidau, von Thierstein, von Kyburg und von Buchegg. Seit 1463 gehört die Burg Solothurn. 1635 war Neu-Bechburg kurz die Residenz des Bischofs von Basel.

Nach dem Einfall der Franzosen (1798) verlor die Bechburg ihre eigentliche Aufgabe. In den kommenden Jahren gab es darin ein Armenhaus, eine Privatwohnung, ein Restaurant und sogar einen Steinbruch. Seit 1835 gehörte die Burg Johannes Riggenbach, einem Bankier. Seine Erben verkauften das Schloss 1975 an den Oensinger Bürger Dr. Walter Pfluger-Baumgartner, der es wiederum der Stiftung Schloss Neu-Bechburg übergab.

In mehreren Bauetappen wurde das Schloss nun renoviert – für bisher rund neun Millionen Franken. Der Betrag kam dank Spenden, Beiträgen der umliegenden Gemeinden und kantonaler und eidgenössischer Institutionen zusammen. Ein Teil des Schlosses wurde aber in seinem ursprünglichen Zustand belassen: das steinerne Grab des Schlossgeistes Kuoni.

Raubritter Kuoni

Kuoni wohnte im 14. Jahrhundert auf der Bechburg, die seine Vorfahren erbaut hatten. Von dort aus verbreitete er in Oensingen Angst und Schrecken. Als Kuoni schliesslich an der Beulenpest erkrankte, war die Angst, sich anzustecken, in der Bevölkerung gross.

Der Raubritter wurde kurzerhand lebend in ein Häuschen an der Südseite des Wehrturms eingemauert. Durch einen schmalen Spalt wurden Kuoni Lebensmittel und Getränke gereicht, bis er an der Pest verstarb. Anschliessend wurde auch der letzte Spalt zugemauert.

Heute gilt Kuoni als ruhiger und friedlicher Schlossgeist, der höchstens gelegentlich kleine Streiche spielt, Türen abschliesst und sonst hauptsächlich durch das Schloss wandert. Übrigens: In den Achtzigern wollten Denkmalpfleger das Häuschen öffnen. Als sie auf dem Dach waren, zog ein Gewitter auf, das so stark war, dass sie ihre Arbeit unterbrechen mussten.

Etwas Ähnliches passierte einem Team des Schweizer Fernsehens, das 2002 ein Röntgengerät unter dem zugemauerten Raum installieren wollte. Es funktionierte plötzlich nicht mehr. Das Gleiche passierte mit dem Ersatzgerät, das Videoteam zog unverrichteter Dinge wieder ab. Kuoni möchte nun mal lieber alleingelassen werden.

Die Neu-Bechburg kann heute für private Feste, für Firmenanlässe und für historische Führungen gemietet werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pater007 am 12.07.2018 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Geistergeschichten

    Ich mag solche Geschichten. Bitte mehr davon! Dafür könnt ihr gerne diese nichtssagenden Promi-Stories opfern.

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  • HErr Pater von Noster am 12.07.2018 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    jas genau

    heute ist Kuoni für die schönen Reisen zuständig

  • Felix am 12.07.2018 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lesenswert

    Sehr schöne Bilder! Und bitte mehr Artikel dieser Art aus der Schweiz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi Aeschbach am 22.07.2018 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kuoni

    Jäschbiis Ich hahe schon mal mit im gesprochen. er sas neben mir auf einem Stuhl.

  • Überstorfer am 15.07.2018 04:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehört dazu

    In ein richtiges schloss gehört ein Geist ! Wir haben auch einen im schloss Überstorf!

    • Walter am 16.07.2018 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Überstorfer

      Dem bin ich schon begegnet. Hat sich nachts in mein Zimmer geschlichen!

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  • Chevalier am 13.07.2018 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht in 1 bis 2 Stunden von SH zur Bechburg!

    So? Wird nun ein Kommentar nicht veröffentlicht, in dem ich bloss zu bedenken gegeben habe, es sei damals sicherlich nicht möglich gewesen, mit Pferd und/oder Kutsche in 1 bis 2 Stundem von Schaffhausen auf die Bechburg zu gelangen? Wie soll ich den sowas auffassen?

    • Silverchair41 am 13.07.2018 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chevalier

      Eher von Solothurn... wie im Artikel auch so geschrieben ist.

    • Munzli am 14.07.2018 14:00 Report Diesen Beitrag melden

      Solothurn

      Wieso Schaffhausen...da steht doch von der Stadt Solothurn aus....

    • Chevalier am 15.07.2018 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silverchair41

      Das wurde korrigiert: erst stand Schaffhausen, weshalb ich ja Leserbrief geschrieben hatte

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  • Fränzi am 13.07.2018 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Mystik pur

    Wir sind jedenfalls sehr stolz auf unser SCHLOSS - auf seine Geschichte und die Überlieferungen! Die schönen und mystischen Bilder vermögen dies sehr gut auszudrücken!

    • fredi am 13.07.2018 21:05 Report Diesen Beitrag melden

      solo turner

      leider steht das "schloss" im falschen Kanton. und das wappen am bergfried könnte hässlicher nicht sein.

    • Hpc am 15.07.2018 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @fredi

      Solche Kommentare sind unnötig und ein Kantönlidenken verhindert doch so manchen Fortschritt, den wir als Nation dringend bräuchten...

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  • Regula Stöckli am 13.07.2018 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Traumferien mit Kuoni

    Wundervolle Bilder und eine kurze Zeitreise in die Vergangenheit..Kompliment dem Fotograf..weiter so...konnte mal 3 Tage auf der Burg verbringen für eine Kursarbeit im Hochbauzeichnerberuf habe 2. Preis erhalten. Mein Traumwunsch...1 Woche Ferien auf Schloss Neu Bechburg...wäre was Neues.

    • gögel am 13.07.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

      kein vergleich

      gibt viel schönere schlösser und burgen wenn sie sich für Architektur interessieren. gehen sie doch nach England/Schottland oder Frankreich kann man nicht vergleichen auch von geschichte her.

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