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Finanzierungsprobleme

09. Januar 2020 12:33; Akt: 09.01.2020 12:33 Print

Schwimmendes Hotel endet in Nordkorea

Ein schwimmendes Luxushotel steht nun nach Finanzierungsproblemen und einer Tragödie geschlossen in Nordkorea.

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Das Luxus-Hotelschiff legte nur gerade etwas mehr als ein Jahr an seinem ursprünglichen Bestimmungsort an: Dem John Brewer Reef in Australien, rund 70 Kilometer vor Townsville, Queensland.

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Das Schiff hat 200 Zimmer, Clubs, Bars, ein Fitnessstudio, eine Sauna und zwei Restaurants. Dazu kam ein Tennisplatz. Und obwohl das Luxushotel nur kurz vor Townsville ankerte, hinterliess es dort einen bleibenden Eindruck.

Direkter Zugang zum Great Barrier Reef

Das Schiff, das den etwas sperrigen Namen The Four Seasons Barrier Reef Ressort trug, war die Idee von Doug Tarca, einem Projektentwickler aus Townsville. Sein ursprünglicher Plan war, drei Kreuzfahrtschiffe permanent im Great Barrier Reef ankern zu lassen – diese Idee wurde aber verworfen.

Zusammen mit einer schwedischen Firma, die sich auf schwimmende Wohnräume spezialisiert hat, entwarf er das schwimmende Luxushotel. Der Bau des Schiffes war mit diversen Auflagen verbunden: Da es dauerhaft im Great Barrier Reef ankern sollte, musste das Schiff speziell gebaut werden.

So wurde eine spezielle, ungiftige Farbe verwendet, um den Rumpf zu streichen. Für das Abwasser gibt es eine Filteranlage und das gesäuberte Wasser wird mehrere Seemeilen ausserhalb des Great Barrier Reef zurück ins Meer gekippt. Jede Form und jede Sorte Abfall musste auf das Festland transportiert wenden.

Pleiten, Pech und Pannen

Die Baukosten des Schiffes, das 1987 fertiggestellt wurde, beliefen sich auf rund 40 Millionen Dollar. Wegen Unstimmigkeiten mit dem Vertrag lieferte das Unternehmen aus Singapur das Schiff aber erst im Januar 1988 an. Dann wurde das Schiff von einem Zyklon getroffen, was die Eröffnung um weitere zwei Monate verzögerte.

Als es im März endlich eröffnet wurde, war die Saison bereits vorbei. Die Gäste, die trotzdem kamen, hatten keine leichte Anreise: Sie wurden mit Wasser-Taxis 70 Kilometer vom Festland her zum Hotel transportiert – wenn es stürmte, war der Transport kaum möglich und die Gäste wurden seekrank. Dann fing der Haupt-Katamaran, mit dem die Besucher transportiert wurden, auf dem Festland Feuer. Alle diese Umstände, kombiniert mit schlechtem Marketing und Management, bedeuteten den Untergang des Luxus-Hotelschiffes.

Zweite Chance in Vietnam

Nach nur etwas mehr als einem Jahr wurde das Hotel geschlossen und an eine Firma in Vietnam verkauft. 1989 wurde es 5000 Kilometer nach Ho-Chi-Minh-Stadt (früher Saigon) geschleppt und dort als «Saigon Floating Hotel» eröffnet. Aber trotz des Tourismus-Booms, den Vietnam zu dieser Zeit erlebte, hatten die Besitzer bereits nach wenigen Jahren finanzielle Probleme und waren gezwungen, das schwimmende Luxushotel zu verkaufen.

Dieses mal wurde das Schiff nach Nordkorea verkauft und in die Ferienregion Kumgangsan («Diamantberg») an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea geschleppt. 1998 eröffnete es unter dem Namen «Sea Kumgang Hotel» und «Hotel Haegumgang» für Touristen aus Südkorea.

Tragischer Zwischenfall

In Nordkorea war das schwimmende Luxushotel durchaus erfolgreich: Zwischen 1998 und 2008 kamen über eine Million Gäste. Bis ein tragischer Zwischenfall das Schicksal des Hotels besiegelte: 2008 erschoss ein nordkoreanischer Soldat versehentlich eine südkoreanische Touristin, als diese am Rand eines militärischen Sperrgebiets unterwegs war.

Das Hotel wurde geschlossen, Touren in die Region für kurze Zeit verboten. Das schwimmende Hotel ankert zwar immer noch vor der Küste, ist aber bereits seit mehr als zehn Jahren verlassen. Der «Oberste Führer» Nordkoreas, Kim Jong-un, lässt derzeit diverse Gebäude in der Region abreissen. Die Zukunft des Luxusschiffes, das in 30 Jahren mehr als 14'000 Kilometer zurückgelegt hat, ist ungewiss.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K. ritiker am 09.01.2020 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Umfragequalität

    So schwierig, Umfragen zu gestalten, die wenigstens ein wenig funktionieren. Die Antwort einfach "nein", ohne weitere Angabe muss einfach vorhanden sein, sonst gibt es nur die Abstinenz von euren Abstimmungen.

    einklappen einklappen
  • Güllenrohr am 09.01.2020 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hans

    Habe ende der 80 er jahre ein paar nächte auf diesem schiff in saigon logiert mangels etwas besseren. War schon damals bei weitem kein luxushotel!

    einklappen einklappen
  • Neiaberau am 09.01.2020 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ist sicher Verboten.

    Zum Glück! Gehört sicher nicht ins Barrier Reef. Stellt es dahin wo keine günstige Wohnungen sind in eine Stadt. Wo es schon voll von s ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Büezer am 10.01.2020 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Ansatz

    Super als begehbaren Kleiderschrank für die Karashians zu gebrauchen ...

  • langsam schmerzt es am 10.01.2020 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Dinge, die die Welt nicht braucht

    Ein weiteres Beispiel unter mittlerweile recht zahlreichen.

  • Aussie Dude am 10.01.2020 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Sinkt

    Gemäss australischen Medien ist der Befehl zur Demolition bereits gefallen:

  • André Gubelmann Brasilien am 09.01.2020 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Luxusanstalt

    Ideal als Gefängnis für korrupte Politiker aus Brasilien.Bei 8000km Küstenanteil sicher Platz.Das Hauptproblem,wäre der Platzmangel da 200 Zimmer nie 2000bis 20 000 aufnehmen könnten.

  • MadChengi am 09.01.2020 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Stell's auf Ebay

    Die perfekte mobile Kommando- und Raketenabschuss Zentrale zum Schnäppchenpreis. Nicht ganz ab MFK, kleinere Reparaturen sind wohl nötig.