Prestigeprojekt

14. Januar 2020 12:08; Akt: 14.01.2020 10:26 Print

Hyundai realisiert Schweizer Pionierprojekt

Hyundai startet in diesem Jahr eine breite Innovationsoffensive. Der Hersteller will bei der Mobilität der Zukunft ganz vorne mit dabei sein.

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Eine wichtige Rolle beim Thema Brennstoffzelle nimmt die Schweiz ein: So bereitet Hyundai für das laufende Jahr die Lieferung der ersten 50 Wasserstoff-Elektro-Nutzfahrzeuge für die Schweiz vor. Bei allen Technologien setzen die Südkoreaner auf eine offene Innovationsstrategie, die eine Zusammenarbeit mit globalen Unternehmen in verschiedenen Branchen weltweit umfasst. «Wir werden breitgefächerte Innovationen identifizieren, die vielfältige Möglichkeiten ausserhalb des Unternehmens berücksichtigten und überall dort nach Partnern suchen, wo neue Technologien, Visionen und Talente vorhanden sind, um unsere ambitionierte Innovationsstrategie zu unterstützen», so CEO Euisun Chung. Wichtiger Bestandteil der Zukunftsstrategie der Südkoreaner «sind neue Technologien und Projekte für intelligente Mobilitätslösungen, bei denen der Mensch immer im Mittelpunkt steht». So hat Hyundai auf der CES 2020 in Las Vegas vergangene Woche seine Vision für die Mobilität der Zukunft in urbanen Zentren vorgestellt. Eine wichtige Funktion nimmt dabei das Lufttaxi ein, das auf der CES Weltpremiere feierte: Das S-A1, ein gemeinsam mit Uber entwickeltes Personal Air Vehicle (PAV), kann elektrisch vertikal starten und landen. Das Luftfahrzeug PAV verfügt über mehrere Rotoren und ist für bis zu fünf Personen ausgelegt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 290 km/h, die Flughöhe soll zwischen 300 und 600 Metern liegen. Bis zu 100 Kilometer Reichweite bietet das S-A1, das in der Anfangsphase von einem Piloten gesteuert wird. Nach der Entwicklung der entsprechenden Technologien wird ein autonomer Betrieb möglich sein.

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«Ford, die tun was.» Mit diesem Slogan feierte der europäische Ableger des US-Auto-Giganten einst grosse Erfolge. Mittlerweile muss sich Ford in der Schweizer Markenhitparade mit Platz 7 begnügen, nachdem 2019 auch Seat an den Kölner vorbeigezogen ist. Noch nicht in den Schweizer Top Ten angekommen ist zwar Hyundai, doch wenn es einen Konzern gibt, der den Ford-Slogan erben kann, dann die Hyundai Motor Group (HMG). Zum einen verfügen sie derzeit über das breiteste Antriebsportfolio (Benzin, Diesel, Hybrid, Elektro, Wasserstoff), zum andern ist der Innovationsgeist der Südkoreaner ungebrochen: Erst vergangene Woche sorgte Hyundai mit der Präsentation des Flugtaxis in Las Vegas für Schlagzeilen.

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Doch die Südkoreaner haben noch viel mehr vor, wie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Chief Executive Officer der Hyundai Motor Group, Euisun Chung, Anfang Jahr bestätigte. «Wir wollen die Führungsrolle des Konzerns in Zukunftsbranchen wie Elektrifizierung, autonomes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen ausbauen», sagte der CEO. Und fordert von seinen Mitarbeitern für 2020 «die kreative Denkweise und den unternehmerischen Willen von Start-up-Unternehmen».

Führungsposition ausbauen

Denn die Südkoreaner wollen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern die Hyundai Motor Group will ihre Führungsposition bei der Fahrzeugelektrifizierung ausbauen, in die Wasserstoffindustrie investieren, den Bereich autonomes Fahren kommerzialisieren sowie das Geschäft mit Mobilitätsdienstleistungen intensivieren. «Um unsere Position bei der Fahrzeugelektrifizierung zu festigen, sollen 44 elektrifizierte Modelle bis 2025 auf den Markt kommen, darunter mehrere batterieelektrisch betriebene Modelle», so Chung. Bisher umfasst das elektrifizierte Angebot 24 Modelle. Um das batterieelektrische Angebot (BEV) in den kommenden fünf Jahren auf 23 Modelle zu steigern, hat der Konzern eine neue Elektro-Architektur entwickelt, die im kommenden Jahr eingeführt wird.

Die weltweite technologische Führung im Geschäft mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen soll über die Automobilindustrie hinaus auch auf andere Branchen ausgeweitet werden. Gemeinsam mit Cummins, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich Motoren und Generatoren, wird das Brennstoffzellensystem von Hyundai mit Elektroantriebs-, Batterie- und Steuerungssystemen von Cummins kombiniert, um neue und moderne Technologien auf den US- und europäischen Markt zu exportieren. Die Brennstoffzellensysteme sind für den Transportsektor, Schiffe, Schienenfahrzeuge und Gabelstapler ebenso vorgesehen wie für die Stromerzeugung und Stromspeicherung. Ab 2030 will Hyundai jährlich rund 200‘000 Brennstoffzellensysteme weltweit liefern.

Schweizer Wasserstoff-Projekt

Eine wichtige Rolle beim Thema Brennstoffzelle nimmt die Schweiz ein: So bereitet Hyundai für das laufende Jahr die Lieferung der ersten 50 Wasserstoff-Elektro-Nutzfahrzeuge für die Schweiz vor. Bis 2025 ist die Produktion von insgesamt 1600 schweren Nutzfahrzeugen geplant, die grösstenteils für den Schweizer Markt vorgesehen sind. Zusammen mit strategischen Partnern hat Hyundai zudem ein Geschäftsmodell entwickelt, mit dem grüner Wasserstoff produziert und der Aufbau einer Wasserstoffversorgung in ganz Europa ermöglicht werden kann. Im Bereich der autonomen Antriebe will die Gruppe in naher Zukunft selbstfahrende Fahrzeuge mit dem Level 4 und dem Level 5 kommerzialisieren, um auch in diesem Sektor eine führende Rolle einzunehmen.

Wichtiger Bestandteil der Zukunftsstrategie der Südkoreaner «sind neue Technologien und Projekte für intelligente Mobilitätslösungen, bei denen der Mensch immer im Mittelpunkt steht». So hat Hyundai auf der CES 2020 in Las Vegas vergangene Woche seine Vision für die Mobilität der Zukunft in urbanen Zentren vorgestellt. Diese basiert auf drei Säulen, die miteinander kombiniert werden. Im Rahmen der für diesen Zweck neu gegründeten Division, der Urban Air Mobility (UAM), nutzt Hyundai den Luftraum über den Metropolen und transportiert Menschen sowie Waren zu einem zentralen Verteilpunkt – dem Hub, «einem Ort für Mobilitätstransfer und Gemeinschaftsaktivitäten». Von dort aus bringen Spezialfahrzeuge Menschen und Waren zu den jeweiligen Zielen und es werden bereits im Mobilitätsraum erste Wünsche der Reisenden erfüllt.

Hyundai hebt ab

Eine wichtige Funktion nimmt dabei das Lufttaxi ein, das auf der CES Weltpremiere feierte: Das S-A1, ein gemeinsam mit Uber entwickeltes Personal Air Vehicle (PAV), kann elektrisch vertikal starten und landen. Das Luftfahrzeug PAV verfügt über mehrere Rotoren und ist für bis zu fünf Personen ausgelegt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 290 km/h, die Flughöhe soll zwischen 300 und 600 Metern liegen. Bis zu 100 Kilometer Reichweite bietet das S-A1, das in der Anfangsphase von einem Piloten gesteuert wird. Nach der Entwicklung der entsprechenden Technologien wird ein autonomer Betrieb möglich sein.

Bei allen Technologien setzen die Südkoreaner auf eine offene Innovationsstrategie, die eine Zusammenarbeit und Partnerschaft mit globalen Unternehmen in verschiedenen Branchen weltweit umfasst. «Wir werden breitgefächerte Innovationen identifizieren, die vielfältige Möglichkeiten ausserhalb des Unternehmens berücksichtigten und überall dort nach Partnern suchen, wo neue Technologien, Visionen und Talente vorhanden sind, um unsere ambitionierte Innovationsstrategie zu unterstützen», so Euisun Chung. Hyundai, die tun was.

(lie)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Osako Miru am 14.01.2020 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Hyundai...

    die tun tatsächlich was, das gefällt mir.

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  • Philipp am 14.01.2020 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Schweizer Technologie

    Wir durften als Schweizer Unternehmen Maschinen an Hyundai liefern welche zur Herstellung von Komponenten dienen. Super Sache. Nun kommt das Fahrzeug in die Schweiz als fertiges Produkt.

  • Martial2 am 14.01.2020 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasserstoff & Biogas, die Lösung...

    Nach dem Treibstoff, ist Wasserstoff eine super Lösung, aber bitte ohne Strom. Diese Stromenergie Story verhebt in jeder Hinsicht nie und nimmer. Immer mehr Stromverbrauch geht gar nicht, ohne konkreten Alternativen. Die andere Probleme sind diesbezüglich bekannt...!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni K. am 15.01.2020 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Der Feind kommt von innen

    Die Lügen von Politik und Medien werden den Koreanern die Konzern Kasse füllen. Lidel fordert die Medien auch auf über die Schadstoff Einsparungen von LNG Gas LKW zu Informieren. Unsere Medien und ihr Personal werden als schande in die Geschichte eingehen.

  • James am 15.01.2020 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    H2 für den Schwerverkehr evtl.

    Aus meiner Perspektive macht H2 nur beim Schwerverkehr wie LKW's, Schiffen, Bahn und evtl. Flugzeug Sinn. Da dort das Verhältnis von Zuladung und Eigengewicht eine sehr grosse Rolle spielt. Beim PKW sehe ich jedoch die Batterie geeigneter. Ein wesentlicher Faktor darf man nicht vergessen. Mit jedem Monat werden die Batterien preiswerter und Leistungsfähiger. Diese positive Tendenz führt zu immer günstigeren E-Fahrzeugen die immer weiter kommen. Dadurch steigt die Attraktivität gegenüber der H2 Technologie immer weiter. Ein H2 Auto ist noch relativ teuer und auch nicht leichter als ein BEV.

    • Ruedi am 15.01.2020 11:57 Report Diesen Beitrag melden

      @James

      Das ist genau so. Aber es gibt in Deutschland eine sogenannte Verzugstaktik die zum Ziel hat, Tesla nicht vollends davonziehen zu lassen. So lässt man paar Anti-Lithium Dokus im TV ausstrahlen und ignoriert einfach mal wie dreckig und wasserverschwenderisch die Erdölgewinnung ist. Oder man spricht 1 Monat lang in den Medien von einem einzigen Tesla der in Österreich stehengeblieben ist. Oder man tut so als wäre H2 die Zukunft ohne auf Details einzugehen. Achtet euch einfach mal. Das alles dient nur dazu Zeit zu gewinnen und noch möglichst viele überteuerte Verbrenner zu verkaufen.

    • Lorenzo am 15.01.2020 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @James

      wohin mit den verbrauchten Batterien?

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  • Ruedi am 15.01.2020 01:59 Report Diesen Beitrag melden

    Starten starten startet

    Eine Offensive wiryd nicht gestartet sondern lanciert m. Bitte mehr Sprachvielfalt und nicht für alles "starten" verwenden.

    • Elias am 15.01.2020 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi

      Ja, war halt schon sehr spät als Du diesen Kommentar geschrieben hast.

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  • Illumination am 15.01.2020 00:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nikola Motor Company in den USA..

    Nikola Motor Company treibt Lkw-Brennstoffzellen-Technologie in den USA voran. Nikola "Two", Brennstoffzellen-Lkw für den nordamerikanischen Markt, soll wie Nikola "One" ab 2020 ausgeliefert werden. In beiden Wasserstoff-Lkw ist ein 735 kW starker Elektroantrieb verbaut, der seine Power aus einer 320 kWh Batterie zieht. Dank grossen Wasserstofftanks liegt die Reichweite der beiden H2-Lkw bei bis zu 1900 Kilometern (gemäss Nikola in der Lage, autonom/Level 5 zu fahren..). Laut Nikola Motor mehr als 13`000 Vorbestellungen, Brauerei-Konzern Anheuser-Busch hat 800 Stück geordert.

    • Nischen-Susi am 15.01.2020 01:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Illumination

      Tönt gut! Das wäre ja dann gar nicht mehr "nur" so ein Nischen-Produkt...;-)

    • HEby am 15.01.2020 07:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Illumination

      Für LKW sicher besser als 10 tonnen Akku. Beim PKW ist die Batterie aber sicher geeigneter als ein Wasserstofftank. Und nebenbei gibts noch 50 % mehr Wirkungsgrad bei der Batterie.

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  • Effizienz-Susi am 15.01.2020 00:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wirkungsgrad

    Wasserstoff hat einen höheren Wirkungsgrad als Benzin. Jedoch ist es schwierig verlässliche Informationen über den Wirkungsgrad von Brennstoffzellen zu bekommen, da oft nicht ersichtlich ist, ob die Produktion von Wasserstoff in die Berechnungen mit eingeflossen sind. Die Produktion von Wasserstoff hat einen Wirkungsgrad von ca. 70%, die Brennstoffzellen werden mit bis zu 60% angegeben. Somit wäre der Wirkungsgrad bei ca 40-43%. Benziner sind bei ca. 25% Diesel bei ca. 30%. Elektromotor: Mindestens 90%!