Toyota C-HR

22. November 2019 05:00; Akt: 21.11.2019 20:14 Print

Als wärs ein Prius auf Steroiden

von Peter Hegetschweiler - Mit dem C-HR zeigen die Japaner, dass sie Hybrid auch anders können. Der dynamische Kompakt-SUV ist nicht nur formal das pure Gegenteil des legendären Prius.

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Der Hybrid-Antrieb gehört heute genau so zum automobilen Selbstverständnis wie der Verbrennungsmotor. Und so haben die grossen Hersteller vom Mild-Hybrid über den Voll-Hybrid bis hin zum Plug-in-Hybrid dazu alles im Angebot. Wenn sich die E-Mobilität dereinst ebenso entwickelt, dann müsste folgerichtig auch das zum Selbstverständnis werden: Dass man das Laden seines Elektroautos genau so locker angeht, wie man das mit seinem iPhone gewohnt ist.

Ein Jahrzehnt lang Pionier gespielt

Doch das wird dauern. Allerdings ging es auch bei der Hybridisierung nicht ganz so schnell voran, wie man das rückblickend vermuten könnte. Als Toyota 1997 den Prius lancierte, passierte danach fast ein Jahrzehnt lang nicht mehr viel. Und weil es so lange dauerte, waren viele der Meinung, ein Hybrid-Auto müsste eben so aussehen wie diese tropfenförmige, im Strassenverkehr anonym wirkende Schrägheck-Limousine.

«Was soll ich machen?», hat mich in jener Zeit ein junger Arzt bei einem Praxisbesuch gefragt. Er hatte einen Prius, «weil mich dieses umweltfreundliche Antriebskonzept voll überzeugt hat». Nur: Das Auto gefiel ihm nicht. Deshalb die Suche nach einer Alternative.

Allerdings war die damals schwierig zu finden. Schwung in die Entwicklung brachte dann aber wiederum Toyota, als die Japaner damit begannen, Modelle wie ihren absoluten Topseller Corolla, der in Europa zwischenzeitlich Auris hiess (ab 2010), den noch kompakteren Yaris (ab 2012) und den Mittelklasse-SUV RAV4 (2016) alternativ als Hybrid-Modelle anzubieten. Das hatte Signalwirkung.

Sieht man davon ab, dass Toyota auch den C-HR als Turbo-Benziner im Programm hat, ist der kompakte SUV aber die erste Hybrid-Neuentwicklung seit zwei Jahrzehnten. Dass ihn die Japaner genau in dem Segment platzieren, das weltweit am stärksten boomt, kommt natürlich wenig überraschend. Vielmehr überrascht, in welcher Form – wörtlich gemeint – sie das tun.

Mit einem Auto nämlich, das allein schon mit der Bezeichnung Coupé High Rider (C-HR) aufhorchen lässt. Und dann auch so daherkommt: Als extrovertierte Mischung zwischen einem kraftvollen SUV und einem scharf geschnittenen Coupé, das Ganze gestylt in wildem Faltenwurf. Bisher hat einzig Nissan mit dem polarisierenden Juke Ähnliches gewagt.

Doch dieser Anti-Prius kommt offenbar sehr gut an. Mehr als 400'000-mal hat sich der C-HR sich in seiner Premieren-Auflage seit Sommer 2016 verkauft und dabei mitgeholfen, für Toyota eine deutlich jüngere Kundschaft zu generieren. 60 Prozent, so jedenfalls behaupten die Japaner, hätten den C-HR seiner Form wegen geordert. Und zudem zu 85 Prozent als Vollhybrid. Dies, obwohl es den trendigen Kompakt-SUV auch mit einem agilen 1,2 Liter Benziner mit 116 PS gibt.

Hybrid-Anteil weiter steigern

Diesen Anteil sucht die Marke, die weiterhin ganz auf Hybrid-Technologie setzt und erst im kommenden Jahr in China ihr erstes, reines Elektromodell auf den Markt bringen will, jetzt noch zu steigern. So gibt es den C-HR ab sofort in zwei Hybrid-Versionen.

Zum bewährten 1,8 Liter mit einer Systemleistung von 122 PS für 33'000 Franken kommt eine 2,0 Liter-Variante (ab 36'500 Franken), deren neu entwickelter Verbrenner in Kombination mit zwei Elektromotoren eine Systemleistung von 184 PS erbringt. Das macht den C-HR deutlich sportlicher. Und er fährt sich dank gestrafftem Fahrwerk auch tatsächlich so, wie er ausschaut.
Trotz der im Vergleich zur Basisversion gesteigerten Leistung um fast 50 Prozent soll diese zweite Hybridversion nur zehn Prozent mehr Sprit verbrauchen.

Toyota gibt einen Schnitt von 5,3 Liter bei einem CO2-Ausstoss von 118 Gramm an, was bei einer ersten Probefahrt allerdings nicht zu erreichen war. Erreicht hat der C-HR aber ganz bestimmt eines: Er fällt auf, er ist ein Hingucker – und formal ganz und gar kein Prius mehr.

Toyota C-HR

Typ: Kompakt-SUV

Masse: Länge 4390 mm, Breite 1795 mm, Höhe 1565 mm, Radstand 2640 mm

Kofferraum: 377 bis 1160 Liter

Motoren: 1,8 Liter Hybrid mit 122 PS, 2,0 Liter Hybrid mit 184 PS, 1,2 Liter Turbobenziner mit 116 PS

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 8,2 bis 11,0 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 170 bis 190 km/h

Verbrauch: 4,8 bis 6,9 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe)

CO2-Ausstoss: 109 bis 155 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: ab sofort

Preis: Hybrid-Versionen ab 33'000 Franken, Benziner ab 27'900 Franken

Infos: www.toyota.ch

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aldo am 22.11.2019 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    aus eigener Erfahrung

    Sind sehr schöne und hochwertige Fahrzeuge die erfahrungsgemäss nie Probleme haben. Eine Probefahrt würde sich sicher lohnen ;-) EFAG Dreispitz Basel ;-)

    einklappen einklappen
  • Lobotomie am 21.11.2019 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was nun?

    Er gefällt mir, er gefällt mir nicht , er gefällt mir, er gefällt mir nicht, er gefällt mir .....?

  • Der fährt also ohne Batterie? am 22.11.2019 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Dann ist er so gut wie gekauft!

    Nur 1 kleine für den Anlasser, und der Antriebsmotor mit einem Verbrenner? Wau, gibts denn sowas noch? Ich gehe gleich zur Bank und dann ins Autohaus. Juhuii, trallallah...

Die neusten Leser-Kommentare

  • 300PS am 23.11.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hä?

    SUV Coupé? Die Japaner dürfen das und werden dafür gelobt. Aber wehe Audi bringt ein SUV Coupé auf Basis des Q3... Dann wird das Konzept hier zerrissen. Komische Welt. Das Aussehen ist dann schlussendlich Geschmacksache. Und mir gefällt der Audi halt besser.

  • Clemi H. am 22.11.2019 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Schnucklig

    Jö, was für ein herziges Autöli! Ideal als Erstfahrzeug für meine 18jährige Tochter.

  • PiffPaff am 22.11.2019 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    CH-R und Corolla...

    basieren auf dem Prius . Alles eine Plattform TNGA. Aber der Prius fährt sich im Vergleich zum 1.8 CH-R für mich eindeutig harmonischer. Toyota baut zurecht keine Mild-Hybride !

  • Motorradfahrer am 22.11.2019 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Steoride ...

    ... können die Persönlichkeit verändern und aggressiv machen. Darum sind diese auch rezeptpflichtig. Aber aggressive Verkehrsteilnehmer sind ja kein Problem.

    • STI am 22.11.2019 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      Bravo!

      Du hast den Durchblick!

    einklappen einklappen
  • STI am 22.11.2019 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Prius auf steroide?

    Jaja... 116PS sind schon eine Kampfansage.... Und sieht richtig Krass aus. WOW!!!