Mercedes Vision

14. Februar 2020 11:59; Akt: 14.02.2020 11:01 Print

Aus dem Traum wird Realität

von T. Geiger - Die elektrische Alternative zur S-Klasse von Mercedes-Benz kommt in Fahrt. Doch noch muss sie den Verbrennern den Vortritt lassen.

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Bislang war er der uneingeschränkte Blickfang: Wo immer der Mercedes Vision EQS nach seiner IAA-Premiere im September 2019 aufgetaucht ist, galt dem elektrischen Luxusliner die ungeteilte Aufmerksamkeit.

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Doch so langsam muss sich Chefdesigner Gorden Wageners Traumschiff mit dem Platz in der zweiten Reihe bemühen. Denn während das Schaustück weiter vor jede Kamera gezerrt wird, läuft sich im Hintergrund das Serienmodell warm und rückt seine stark getarnte Karosse bisweilen kess ins Bild: «Wartet nur, bald kommen wir auch», lautet die unverhohlene Kampfansage an Autos wie das Tesla Model S und den Porsche Taycan, die zwar sportlicher geschnitten sind, aber sehr wohl im gleichen Teich fischen. Weil dieses «bald» aber noch immer mindestens 12 Monate dauert und die Stuttgarter vorher erstmal den Nachfolger der konventionellen S-Klasse vom Stapel lassen müssen, sind die amtlichen Infos zu den offiziellen Erlkönig-Fotos bis dato eher dürftig.

Wunsch und Wirklichkeit

Macht nichts! Schliesslich hat Baureihenleiter Jörg Bartels ja genug über die Studie verraten – und es braucht nicht viel zu der Erkenntnis, dass sich Wunsch und Wirklichkeit zumindest aussen ziemlich nahe sind. Auch das Serienmodell wird deshalb mehr als fünf Meter lang und ist in Bausch und Bogen gezeichnet: Der klassische Stufenschnitt der Limousinen wird aufgelöst und die S-Klasse sieht plötzlich ziemlich altbacken aus. Und selbst wenn es wohl weder die Hologramm-Scheinwerfer noch einen digitalen Kühlergrill mit LED-Matrix und wohl auch kein Heckleuchtenband mit 229 illuminierten Mercedes-Sternen geben wird, dürfte der EQS eine hübsche Lightshow abziehen.

Die Technik unter dem neuen Hut ist für Mercedes fast noch wichtiger: Denn nachdem Mercedes bislang nur konventionelle Plattformen umgerüstet hat, leisten sich die Schwaben zum ersten Mal eine dezidierte Elektroarchitektur und können alle Packaging-Vorteile nutzen: Die Überhänge werden kürzer und der Innenraum bietet entsprechend mehr Platz und anders als der erhältliche Elektro-SUV EQC hat der Vision EQS auch keinen Hängebauch mehr, sondern der Akku verschwindet tatsächlich komplett im Wagenboden.

Dabei ist er grösser denn je. Denn um adäquate Fahrleistungen zu bieten, wird bei Mercedes mal wieder geklotzt statt gekleckert. 100 kWh soll die Batterie mindestens haben, stellen die Entwickler in Aussicht und versprechen eine Reichweite von über 700 Kilometern. Und weil theoretisch mit 350 kW geladen wird, sind die Zellen binnen weniger als 20 Minuten zu 80 Prozent voll. So schnell wie beim Laden ist die Vision EQS auch beim Fahren: Mit knapp 370 kW (500 PS) und nahezu 800 Nm beschleunigt der voll variable Allradantrieb in weniger als 4,5 Sekunden auf Tempo 100 und erlaubt mehr als 200 km/h.

Visionäres Konzept

So durchdacht und zukunftsträchtig das Konzept auch sein mag, hat es allerdings ein Problem: Parallel zum elektrischen Luxusliner entwickelt Mercedes gerade auch eine neue S-Klasse aus der alten Welt. Deshalb haben die Schwaben den Start der beiden Modelle schon mal um neun Monate auseinandergezogen und lassen den EQS frühestens in einem guten Jahr von der Leine. Und natürlich predigt Baureihenleiter Bartels im vorauseilenden Gehorsam eine friedliche Koexistenz der beiden Topmodelle, denkt an zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen mit nur geringer Überschneidung und spricht lieber von Ergänzung als von Verdrängung, selbst wenn sie unterschiedliche Architekturen nutzen: «Das eine Auto hat das andere befruchtet und beide für sich alleine wären so nicht möglich gewesen», spricht er wie ein Mantra.

Doch entweder der EQS oder die S-Klasse haben ein Problem – denn an der Spitze kann es nur einen geben. Und nur eines der beiden Autos kann den Claim erfüllen, den das Mercedes-Flaggschiff für sich gerne in Anspruch nimmt: Das beste Auto der Welt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • V-Max am 14.02.2020 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    V8..

    Die sollen in diese Karosse einen V8 einbauen mit 500 PS.

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  • Naomi am 14.02.2020 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie der Flop EQC schon gezeigt hat

    Ein paar gerenderte Bildchen, eine Menge leerer Versprechungen und ganz viel Markentinggeschwurbel, mehr nicht... Wie war das nochmals mit dem EQC? "Kein Auto macht es einem derzeit so leicht, auf Elektroantrieb umzusteigen wie der Mercedes-Benz EQC." titelte damals 20' und uns wurde das blaue vom Himmel und wie chancenlos Tesla gegen den unübertroffenen EQC sein wird versprochen. Und wie sieht die Realität aus? Ein 90K teurer Flop auf dem technischen Stand von 2012 der sich nicht verkaufen lässt... Mercedes bleibt auf ihren Schrottmühlen namens EQC sitzen! Kein Hersteller hat bis jetzt so eine brachiale Elektrobruchlandung wie Mercedes hingelegt und trotzdem wird so getan als wäre MB der unübertroffene noch nie dagewesene Elektropionier!

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  • Tony am 14.02.2020 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gewicht-Thematik

    Ein Tesla Model 3 RWD wiegt 1700kg, und das bei über 500km Reichweite. Die Dimensionen entsprechen einem BMW 3er (mit gleich viel PS wiegt der 3er übrigens mehr!). Ein Renault Zoe Kleinwagen! wiegt mind. 1500kg und kommt nur 240km weit. Wenn man jetzt noch das viel bessere Stromverbrauch / Leistungsverhältnis der E-Motoren oder den x mal geringeren Cobalt/Lithium Anteil von Tesla anschaut, sieht man, dass Tesla einen brutalen technischen Vorsprung hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • jay jay am 20.02.2020 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    vision eqs

    man kann jetzt schon sagen das der vision eqs besser aussieht als der prototyp, der sich der einheitsbreireihe der deutschen automobilhersteller anhängt. mut zu neuem. das hat auch cadillac den kopf gekostet. ihre prototypen waren edle schönheiten mit anmut und eleganz. doch die serienfahrzeuge waren hässliche schrottkisten ohne flair.

  • Blitz am 17.02.2020 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenige Akkus

    Leider können sie nicht genügend Akkus herstellen um der Nachfrage gerecht zu werden, gleiches Problem wie bei den anderen deutschen Herstellern auch.

  • Repeat am 16.02.2020 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Murmeltier

    +++ STOP +++ Warum werden seit mehreren Monaten immer und immer wieder die selben Argumente gebracht? Wir kennen sie nun alle. Es bringt auf beiden Seiten nichts mehr. Nur noch 'Täglich grüsst das Murmeltier'. +++ STOP +++

  • Info am 16.02.2020 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    Auf dem E-Auto Portal ECOMENTO findet man im Internet immer die neusten Informationen zu Elektroautos und zur E-Mobilität.

  • Reisserische Klimapopulisten am 16.02.2020 02:30 Report Diesen Beitrag melden

    um Panik zu schüren

    und die geplante hohe CO2 Steuer zur Eigenfinanzierung der Klimapopulisten möglichst schnell einzuführen, wird über jede geschmolzene Schneeflocke eine mega Story verbreitet. Dabei wird das Geschäftsmodel der Klimajünger geschickt verschleiert, welches da heisst: Nichts arbeiten und von den CO2-Steuergeldern der anderen zu leben... Wenn Klimagretel mit ihren unnötigen Reisli soviel CO2 verursacht, kein Wunder.