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10. März 2017 00:04; Akt: 10.03.2017 10:56 Print

Auto-Salon Genf: Der Reiz der kleinen Revolution

Die grosse Innovation sucht man dieses Jahr in Genf vergeblich. Davon profitieren unerwartete Comebacks, Revivals und Spielereien.

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Um die 150 Welt-, Europa- und Schweizer Premieren werden am Genfer Auto-Salon – respektive an der Geneva International Motor Show 2017 – enthüllt. Doch ins Scheinwerferlicht gerückt ist auch eine Derniere. Zum letzten Mal treten Peugeot und Opel unabhängig voneinander an einer Messe auf.

Der Hintergrund der Übernahme steht dabei für die Entwicklung in der Branche an sich: In Europa ist der Markt gesättigt, das Match der Zukunft wird in China entschieden. Das ist einer der Gründe dafür, dass die grossen Innovationen in Genf heuer ausbleiben. Die Hersteller präsentieren viele News, aber kaum Neues. Das jedoch bietet Raum für kleinere Revolutionen – Trends als Spiegelbild einer Branche, die sich im Umbruch befindet.

So hält etwa der SUV-Boom unvermittelt an. Doch er wird bedrängt vom Comeback der Kombis. An der elektrischen Zukunft zweifelt kaum einer, massentaugliche Modelle fehlen in Genf jedoch. Dafür gefällt man sich in E-Spielereien. Und im Spannungsfeld zwischen Verbrauchervernunft und Vergnügungswahn feiern sehnsüchtig erwartete Retro-Modelle ein Revival. Als Sinnbild einer guten alten Auto-Ära, an die sich in Genf alle gern erinnern.

5 Trends am Auto-Salon Genf 2017

Retro-Revival: Renault Alpine A110

War früher alles besser? Nicht nur VW beschwört mit seinen I.D. Buzz nostalgische Erinnerungen an den VW-Bus. Auch Fords GT 66 Heritage Edition ist eine limitierte Sonderausführung zu Ehren des GT40 Mark II, der 1966 in Le Mans für Furore sorgte. Dazu präsentiert David Brown seinen optimierten Speedback GT als Hommage an UK-Klassiker à la DB5 – und Renault feiert mit seiner Alpine A110 ein langersehntes Revival. Wobei 1955 Exemplare in Anlehnung an das Gründungsjahr als «Prèmiere Edition» vom Band laufen.

SUVs: Volvo XC60

In Europa markieren SUVs eines der letzten echten Wachstumssegmente. Kein Wunder, hält der Boom an. Zu den Neuzugängen gehören der Range Rover Velar, der als Designerstück die Lücke zwischen Evoque und Range Rover Sport besetzt, sowie der DS7 Crossback. Dazu kommen neue Varianten wie der zum Allspace gestreckte VW Tiguan, der neue Nissan Qashqai sowie die zweite Generation des Volvo XC60. Das Erfolgsrezept des XC90 auf den Mittelklasse-SUV XC60 mit hohem Sicherheitsniveau und skandinavischen Design umgemünzt – vielversprechend.

Formel-1-Wahn

Als TV-Sport steckt die Formel 1 in der Krise. Als Technologielieferantin für Strassenautos floriert sie: Aston Martin realisierte zusammen mit Red Bull Racing den Supersportwagen Valkyrie, Ferrari macht mit seinem 812 Superfast keine Kompromisse und bietet nach 70 Jahren im Rennsport mehr F1-Feeling denn je. Auch der Dendrobium-Hypercar aus Singapur setzt auf F-Technik. Und bei McLaren ist die Rennsportnähe ohnehin Grundphilosophie: Der im Windkanal geformte 720S kommt erst bei einem Speed von 341 km/h an sein Limit.

E-Spielereien: VW Sedric

Autonome Shuttles mit Elektroantrieb sollen den Verkehrsinfarkt in den Megacities von morgen vermeiden. Deshalb ist der futuristisch wirkende VW Sedric eine E-Spielerei mit Zukunft: Der selbst fahrende Roboter-Bus ist eine Art «K.I.T.T.» ohne Pedale und Lenkrad, dafür mit Pflanzen vor der Heckscheibe für ein besseres Raumklima. Ob David Hasselhoff daran Freude hätte? Klar ist: Mit Fahrzeugen wie dem VW Sedric will sich der Volkswagen-Konzern vom Automobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister wandeln.

Kombi-Comeback: Porsche Panamera Sport Turismo

Mit diesem Comeback hat nicht jeder gerechnet: Der gute alte Kombi gibt in Genf ein starkes Lebenszeichen von sich. Etwa mit dem neuen Opel Insignia als Sports Tourer. BMW rückt dagegen seinen Fünfer als Touring in den Fokus, Hyundai zeigt seine Neuauflage des i30 mit grosser Klappe. Selbst Porsche mischt mit und baut den Panamera nun als Kombi. Wobei diese Bezeichnung – wie bei vielen anderen Herstellern – selbstverständlich tabu ist. Ein Name wie «Sport Turismo» klingt schliesslich besser als «Kombinationskraftwagen».

(lr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • innerschwiizer am 10.03.2017 01:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    als tv sport steckt die formel 1 in der krise

    wen wunderts? stinklangweilig geworden ohne jegliches spektakel... dann fahren sie in dubai, japan, etc. die f1 hatte ihre guten zeiten als sie in europa gefahren sind, wo das qualifining 1h gedauert hat und als in den autos noch gearbeitet werden musste. ich schaue schon lange keine f1 mehr, da lob ich mir motorradrennen!

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  • Autopilot 2.0 am 10.03.2017 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Boooring

    Nach zwei Stunden an der GIMS bin ich gestern wieder gegangen. Gähn. Aufgewärmte Low-Tech. Oh, hab' ichs schon erwähnt: Gähn.

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  • Josef Ehrsam am 11.03.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist passiert?

    War eben auf der NAIAS. Da habe ich nichts über ein GIMS gelesen oder gehört - was ist das?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Josef Ehrsam am 11.03.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist passiert?

    War eben auf der NAIAS. Da habe ich nichts über ein GIMS gelesen oder gehört - was ist das?

  • Autopilot 2.0 am 10.03.2017 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Boooring

    Nach zwei Stunden an der GIMS bin ich gestern wieder gegangen. Gähn. Aufgewärmte Low-Tech. Oh, hab' ichs schon erwähnt: Gähn.

    • Old Crap am 11.03.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Es funktioniert ja perfekt

      @Autopilot 2.0 : Genau das bietet der VW/Audi-Konzern seit Jahren, immergleiches Design, immergleiche stinkende Low-Tech-Diesel. Erfolgreich ist das Konzept trotzdem, dank geschmierten deutschen Autoheftchen, in denen immer deutschen Autos den "Test" gewinnen und dank der wirklich guten Propaganda. Es funktioniert, die unzuverlässigen low-Tech-Karren werden von Schweizerlis gekauft, als ob es keine anderen Hersteller gäbe. Mir persönlich absolut unverständlich.

    • socom am 11.03.2017 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Old Crap

      darum fahr ich amerikanische V8... oder ist das auch low tech? was steht denn bei ihnen in der garage?

    • Helge Taube am 11.03.2017 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      @socom

      Würde mal sagen, dass v8 die erst seit neuestem keine Starrachse mehr haben eher lowtech sind. Allerdings stört das nicht unbedingt. Unverwüstlich sind sie dennoch. Und haben seit 1-2 Jahren sogar auch eine Ausstattung, die mithalten kann

    • Old Crap am 11.03.2017 17:16 Report Diesen Beitrag melden

      Der US V8

      @Socom : Ein Smart Forfour Brabus und ein Fisker Karma. Ja ja, die gingen Pleite, ich habe aber für dieses tolle Fahrzeug nicht mal mehr einen Drittel des Neupreises bezahlt. Ist nicht Hightech wie bei Tesla, sondern ein Hybrid. Aber das Auto ist das perfekte Reisefahrzeug für Ausflüge in den Europapark und dergleichen. Man kann über US-V8 lästern, aber in der Realität saufen sie weniger als europäische Produkte. Ich würde übrigens einen Charger Hellcat oder CTS-V einem M6 Gran Coupe oder RS7 vorziehen. Klar, ist Geschmacksache.

    • socom am 11.03.2017 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Old Crap

      da hab ich mich echt in ihnen getäuscht. ich dachte sie seien irgend so ein grüner öko spinner. aber ihr autogeschmack ist wirklich vorzüglich :-)

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  • innerschwiizer am 10.03.2017 01:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    als tv sport steckt die formel 1 in der krise

    wen wunderts? stinklangweilig geworden ohne jegliches spektakel... dann fahren sie in dubai, japan, etc. die f1 hatte ihre guten zeiten als sie in europa gefahren sind, wo das qualifining 1h gedauert hat und als in den autos noch gearbeitet werden musste. ich schaue schon lange keine f1 mehr, da lob ich mir motorradrennen!

    • kurt am 10.03.2017 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @innerschwiizer

      und jetzt. Was hat das mit dem Autosalon zu tun

    • Sebastian am 11.03.2017 08:20 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ahnung

      Sorry.. Aber Japan ist der Klassiker schlechthin..

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