LiveWire-Tesfahrt

30. Juli 2019 15:43; Akt: 30.07.2019 20:16 Print

So viel Spass macht die erste Elektro-Harley

von Emanuel Elsa - Emanuel Elsa war vergangene Woche mit der LiveWire, dem ersten Elektrobike von Harley-Davidson, in den USA unterwegs.

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Schon nach wenigen Kilometern zeigte sich, für welche Käuferschaft Harley-Davidson sein erstes elektrisch angetriebenes Motorrad entwickelt hat: Die LiveWire ist für eine urbane, finanziell gut aufgestellte Käuferschaft gedacht. «Born to be Wild» war gestern. «Die LiveWire soll Technologie-Trendsetter, Konsumenten von Luxus-Brands und Menschen mit einem besonders hohen Anspruch an Design und Qualität begeistern», schreiben die Amerikaner. Mit der LiveWire kann man theoretisch bis zu 250 Kilometer zurücklegen, doch die anspruchsvolle Topographie der Schweiz dürfte den Radius auf rund 150 Kilometer verkleinern. Das Wiederaufladen des Akkus ist grundsätzlich einfach: Eine Kabelverbindung genügt. An der Haushaltssteckdose dauert es 12,5 Stunden, bis eine komplett entleerte Batterie wieder 100-prozentig fit ist, an einer Gleichstrom-Schnellladesäule dagegen nur eine Stunde. Flüsterleise und vollkommen ruckfrei gleitet das 249 Kilogramm wiegende E-Bike mit jedem gewünschten Tempo voran. Stop-and-Go in der City wird ohne dias ständige Kuppeln zum Vergnügen, und die sonst oft lästige Abwärme des Motors vor der roten Ampel gibts angenehmerweise auch nicht. Schon ab September rollen die ersten E-Bikes in den zwei auffälligen Matt-Metallicfarben Orange Fuse und ... ... Yellow Fuse auf die Strasse. Natürlich auch im ... ... unvermeidlichen Schwarz. Schwarzsehen dürften aber auch alle Harley-Fans, die nicht für das neue E-Zeitalter gespart haben, denn unter 36'500 Franken läuft bei der US-Kultmarke nichts.

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«Portland ist die grösste Stadt in Oregon und liegt an den Flüssen Columbia und Willamette im Schatten des schneebedeckten Mount Hood. Es ist für seine Parks, Brücken und Radwege sowie für seine Umweltfreundlichkeit, Mikrobrauereien und Cafés bekannt. In der Stadt gibt es florierende Kunst-, Theater- und Musikszenen», schreibt Wikipedia. Das passt, haben sie sich wohl auch bei Harley-Davidson gedacht, als man im Hauptsitz in Milwaukee nach einem Ort gesucht hat, an dem die US-Kultmarke mit der LiveWire den Aufbruch ins Elektro-Zeitalter starten wollte. «Der innovative Charakter der Stadt widerspiegelt unser erstes Elektrobike perfekt», hiess es anlässlich der Fahrpräsentation für die internationalen Journalisten.

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Kann die Zukunft des Motorrads elektrisch sein?

Fünf lange Jahre Entwicklungsarbeit und fünf Jahre begleitendes PR-Tamtam gingen diesen Testfahrten voraus. Doch schon nach wenigen Kilometern zeigte sich, für welche Käuferschaft Harley-Davidson sein erstes elektrisch angetriebenes Motorrad entwickelt hat: Die LiveWire ist für eine urbane, finanziell gut aufgestellte Käuferschaft gedacht. «Born to be Wild» war gestern. «Die LiveWire soll Technologie-Trendsetter, Konsumenten von Luxus-Brands und Menschen mit einem besonders hohen Anspruch an Design und Qualität begeistern», schreiben die Amerikaner.

«Einmal von Zuhause ins Büro und zurück bitte»

Das passt auch zur Reichweite des Elektrobikes. Zwar kann man mit der LiveWire theoretisch bis zu 250 Kilometer zurücklegen, doch die anspruchsvolle Topographie der Schweiz dürfte den Radius auf rund 150 Kilometer verkleinern. Was für Hardcore-Biker und Tourenfahrer ein Witz ist, dürfte für die anvisierte Klientel allerdings locker genügen – einmal von Zuhause ins Büro und zurück, dann reichts im Normalfall auch noch für eine kurze Feierabend-Ausfahrt. Und egal, ob in Fahrt, parkiert oder an der Steckdose – das Design des Stromers ist gelungen: Wie bei den kultigen 2-Zylinder-Aggregaten haben es die Ingenieure und Designer geschafft, den Elektromotor prominent in Szene zu setzen, die Verarbeitungsqualität ist top. Alles andere ist Geschmackssache.


Sehr emotional und packend hingegen ist das Fahrgefühl auf der Landstrasse – wie bei Elektroautos begeistert die lineare Leistungsentfaltung des Elektromotors auch auf zwei Rädern. Vom ersten Meter an steht das volle Drehmoment von 116 Newtonmetern zur Verfügung. Das bedeutet ein Andante furioso: Gerade mal 3 Sekunden gibt die Motor Company für den Spurt aus dem Stand auf 96,5 km/h an. Damit lassen die E-Biker schon mal den einen oder anderen Sportwagen quasi lautlos stehen. Zum Glück ist die Brembo-Bremsanlage jeder Herausforderung gewachsen. Ergänzt wird das ausgezeichnete Bremssystem von einem Bosch-Stabilisierungssystem, das neben einer Traktionskontrolle auch eine Wheelie-Kontrolle, ein Kurven-ABS und eine Hinterrad-Abhebeerkennung umfasst. Also auch hier kein Alteisen, vielmehr Next Level.

Diese Harley giert nach Schräglage

Das gilt auch für die Fahrdynamik, weil die LiveWire mit feinen japanischen Showa-Komponenten ausgerüstet ist und straff, präzise, agil und stabil über die gleitet. 45 Grad gibt Harley als Schräglagen-Maximum an, und es scheint, als würde die LiveWire – ein Novuum bei Harley-Davidson – nach solchen Grenzwerten gieren. Doch mindestens so eindrucksvoll wie lustvolles Schnellfahren, ist gemütliches Cruisen mit der LiveWire. Flüsterleise und vollkommen ruckfrei gleitet das 249 Kilogramm wiegende E-Bike mit jedem gewünschten Tempo voran. Stop-and-Go in der City wird ohne dias ständige Kuppeln zum Vergnügen, und die sonst oft lästige Abwärme des Motors vor der roten Ampel gibt’s angenehmerweise auch nicht. Dafür jede Menge zum Spielen: Vier vorkonfigurierte Fahrmodi werden von drei individuellen Modi ergänzt. Mal wird mehr, mal weniger Leistung freigegeben, mal mehr, mal weniger rekuperiert.

Die Zeiten der bollernden Zweizylinder sind zwar noch lange nicht vorbei, doch die Zukunft tönt anders. Darum hat man sich in Milwaukee auch viele Gedanken über eine markengerechte Soundkulisse gemacht. Das Ergebnis ist ein mit der Fahrgeschwindigkeit ansteigender, überraschend angenehmer (oder zumindest nicht störender) Pfeiffton. Stärker ins Herz soll aber der künstliche Herzschlag treffen: Der setzt ein, wenn das Motorrad startbereit ist, und sendet ein leichtes Pulsieren bis in das Gesäss des Fahrers. Vorausgesetzt, das Bike hat genügend Strom.

Das sollte im Normalfall kein Problem sein, denn das Wiederaufladen des Akkus ist grundsätzlich einfach: Eine Kabelverbindung genügt. An der Haushaltssteckdose dauert es 12,5 Stunden, bis eine komplett entleerte Batterie wieder 100-prozentig fit ist, an einer Gleichstrom-Schnellladesäule dagegen nur eine Stunde. Aber sie muss erstens vorhanden und darf zweitens nicht belegt sein. Und drittens sollte sie möglichst nicht in einem unwirtlichen Industriegebiet oder an der Autobahn stehen, sondern an einem Ort, an dem die neue Generation von Harley-Davidson-Fahrern gerne eine Pause macht. Zurzeit dürfte diese Kombination in der Schweiz nur bei den Tesla-Superchargern vorhanden sein – und dort gibt’s für die LiveWire keinen Anschluss.

Drei Farben, ein Preis und ab September auf der Strasse

Selbstverständlich beherrscht das 4,3 Zoll-TFT-Display der LiveWire die heute gängigen Spielarten der Konnektivität, integriert also Musik, Navigation und Telefonie. Natürlich gibt es umfassende, gut ablesbare und damit verständliche Anzeigen für den Zustand beziehungsweise die Belastung der 15,5 kWh-Batterie. Alles 7/24, und auch auf dem Smartphone.

Bis die ersten Bikes in die Schweiz kommen, dauert es nur noch ein paar Wochen. Denn schon ab September rollen die ersten E-Bikes in den zwei auffälligen Matt-Metallicfarben Orange Fuse und Yellow Fuse auf die Strasse. Natürlich auch im unvermeidlichen Schwarz. Schwarzsehen dürften aber auch alle Harley-Fans, die nicht für das neue E-Zeitalter gespart haben, denn unter 36'500 Franken läuft bei der US-Kultmarke nichts. Noch nichts: Denn die LiveWire ist zwar ein weiterer Meilenstein in der fast 120-jährigen Geschichte der Marke, aber sie ist nur der Auftakt für die Elektro-Offensive aus Milwaukee.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bandit1200 am 30.07.2019 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch der heutige Harleyfahrer

    Ehhhm läuft sowas eigentlich noch unter Motorrad oder doch eher unter Computer. Mein Gott, was es alles braucht um heute Motorrad zu fahren, unglaublich. Aber stimmt schon, die meisten der heutigen Harleyfahrer haben einen Bürojob, kleiden sich mit Anzug, haben einen HarleyDavidson-Kleber an ihrem Audi oder Porsche und fahren Motorrad weil gerade so wahnsinnig Hip ist.

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  • Fight4Freedom am 30.07.2019 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich brumme gerne...

    ... mit meiner Indian Chief Classic durchs Mitteland. Der Sound ist reines Vergnügen UND proaktive Sicherheit... man hört meine Maschine ganz sicher früh genug :-)

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  • Balu am 30.07.2019 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich

    Wenn ich mit meinem Haarföhn ausfahren muss , höre ich auf mit Motorrad fahren und das nach 40 Jahren !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Noémi am 10.08.2019 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Motorradfahrerin

    Mit Motorrad fahren verbinde ich mein grösstes Hobby, eine Leidenschaft, und ein alltägliches Fahrzeug. Wenn es dereinst eine E-Kawa gibt, dann fahr ich einfach weiter. Wer allederdings des Soundes wegen fährt, sollte sich vll fragen ob das den tatsächlich das richtige hobby ist... oder welche Minderwertigkeitskomplexe er oder sie damit kompensieren versucht.

  • Noémi am 10.08.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Finde ich super, dann gibt es wieder etwas mehr Platz zum Motorradfahren :)

  • Henä am 06.08.2019 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Harley hat verstanden

    Nur so kommen wir weiter. Auch beim Motorrad muss es diesen Fortschritt geben! Bravo Harley!

  • Ich will nur das Beste am 04.08.2019 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Entscheidung habe ich getroffen

    Ich kaufe mir wieder einen Diesler, denn damit war ich immer sehr zufrieden, ist halt sparsam im Verbrauch und die neuen sind jetzt sauber. Mit einer Tankfüllung fahre ich damit stets locker bis an mein Feriendomizil in Spanien.

    • G. Reta am 06.08.2019 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      das Beste ist emissionsfrei

      Ich, ich, und nochmals ich! Gibt es für Dich auch noch etwas anderes? Z. B. Umweltschutz?

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  • Claudia am 03.08.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Lärm Terroristen

    Für die uneinsichtigen Lärm-Terroristen gibt es nur ein Verbot aller Verbrenner mit über 65 dB(A).

    • genervter Anwohner am 03.08.2019 15:25 Report Diesen Beitrag melden

      Top. Nur Verbote helfen.

      Wird höchste Zeit, dass hier der Bundesrat aktiv wird und die aktuelle Lärmseuche beendet.

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