2. Generation Renault Captur

10. August 2019 14:00; Akt: 10.08.2019 14:24 Print

Der Beau hat sich herausgeputzt

von Dave Schneider - Renault hat den erfolgreichen Captur von Grund auf neu entwickelt. Die zweite Modellgeneration, die ab Ende Jahr in den Handel gelangt, wird der erste Plug-in-Hybrid der Franzosen sein.

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In den vergangenen Jahren schossen kompakte SUV wie Pilze aus dem Boden. Doch während früher ein Sport Utility Vehicle selbstverständlich mit Allradantrieb und Geländegängigkeit in Verbindung gebracht wurde, sind diese Attribute inzwischen kaum mehr wichtig – gerade im Klein- und Kompaktsegment geht es den Käufern viel eher um die erhöhte Sitzposition, um das Design, um das Statement.

Ein Vorreiter dieser Life-Style-SUV ist der Renault Captur: ein hübscher, frontgetriebener Crossover, der vor allem wegen seines guten Aussehens gekauft wird. Er ist ein Riesenerfolg, doch langsam wird die Luft dünner. «Als wir 2013 mit dem ersten Captur starteten, hatte er genau einen Konkurrenten», erklärt Produktmanager Laurent Chapuy, «heute sind es zwanzig». Deshalb ist es nun nach weltweit über 1,2 Millionen verkauften Einheiten Zeit, den kompakten Franzosen mit einer komplett neuen Modellgeneration fit für die nächsten Jahre zu machen. Vom zweiten Captur erwartet sich Renault einen noch grösseren Verkaufserfolg; das Absatzgebiet wird auf 70 Länder ausgeweitet, bis nach China, wo grosse Stückzahlen locken.

100 Prozent neu, mit den guten Genen des Vorgängers

Äusserlich ist der erste Captur zwar nach wie vor ein attraktiver Zeitgenosse, dennoch wurde die Neuauflage merklich umgestaltet. «Der zweite Captur ist zwar zu 100 Prozent neu, doch die guten Gene des Vorgängers haben wir dabei nicht vergessen», sagt Chapuy. Die Proportionen sind ähnlich geblieben, trotz markantem Grössenzuwachs.: Der Neue ist 10,7 Zentimeter länger und 1,7 Zentimeter höher als die erste Generation, was natürlich in mehr Raum resultiert. Die Gürtellinie liegt nun etwas höher, das Dach fällt nach hinten stärker ab. Die Frontpartie wirkt dank einer stark modellierten Motorhaube und scharf geschnittenen Leuchteinheiten mit den prägnanten LED-Bögen bulliger, das Heck wurde mit den schlanken LED-Rückleuchten in C-Form moderner und eigenständiger.

Der Grössenzuwachs ist im Innenraum sofort spürbar. Zwischen den Sitzen ist mehr Platz, der Knieraum im Fond ist grosszügiger und kann dank einer verschiebbaren Rückbank den Bedürfnissen angepasst werden. Clever: Verschoben werden kann die Rückbank auch vom Kofferraum aus. In das Gepäckabteil passen nun 536 Liter, das sind 81 Liter mehr als bisher, mit umgeklappten Rücksitzen finden 1099 Liter Platz. Nicht clever: Das schubladenartige Handschuhfach, das bereits der Vorgänger hatte, kann nur benutzt werden, wenn der Beifahrersitz leer ist, weil das Fach sonst aus Platzgründen kaum geöffnet werden kann – unverständlich, dass Renault in der neuen Modellgeneration an dieser Kuriosität festhält.

Digitales Cockpit, Individualisierung für den Life-Style

Das Cockpit wurde komplett neugestaltet, ist aufgeräumt und elegant, mit virtuellen Instrumenten hinter dem Lenkrad, einem freistehenden Bildschirm über der Mittelkonsole und einer Art freischwebenden Konsole darunter. Bedient wird mit einigen wenigen Direktwahltasten, auf dem Touchscreen oder per Spracheingabe. Die digitale Vernetzung ist vollumfänglich gewährleistet, auf Wunsch ist ein Audiosystem von Bose mit neun Lautsprechern erhältlich. Das Angebot an Assistenzsystemen umfasst unter anderem ein Autobahn-Assistent, der den adaptiven Tempomat mit der Spurhaltefunktion kombiniert, ein 360-Grad-Kamerasystem und ein Notbremssystem. Und natürlich stehen zahlreiche Farbkombinationen innen und aussen zur Verfügung – die Individualisierung des Fahrzeugs ist in diesem Life-Style-Segment sehr wichtig.

Der zweite Captur baut auf einer neuentwickelten modularen Plattform (CMF-B) auf, die auch für eine Elektrifizierung konzipiert ist. Renault will bis 2022 zwanzig elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen, acht davon mit reinem Elektroantrieb. Der neue Captur wird denn auch das erste Plug-in-Hybridmodell der französischen Marke; es soll eine rein elektrische Reichweite von 45 Kilometern schaffen und kommt Ende 2020 zu den Händlern. Zum Marktstart Ende dieses Jahres werden vorerst drei Benzinmotoren mit einem Leistungsspektrum von 100 bis 155 PS sowie zwei Dieselvarianten mit 95 oder 115 PS angeboten, je nach Motorisierung stehen 5- oder 6-Gang-Schaltgetriebe oder ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zur Wahl. Allradantrieb, der in der Schweiz sehr geschätzt werden würde, ist für den Captur weiterhin kein Thema. Auch nicht für die Plug-in-Version.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Renate am 10.08.2019 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Renault hat sich gewaltig gemacht. Gefällt von der Optik her besser als Audi.

  • Ed am 11.08.2019 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vive la France

    Renault macht alles richtig. Im Gegensatz zu den Schwaben schaffen es die Franzosen bezahlbare Autos mit Klasse zu bauen..

    einklappen einklappen
  • Ford Mustang am 11.08.2019 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Auf dem richtigen Weg

    Gefällt mir gut. Mehr Platz im Innern sowie verschiebbare Rücksitze - das wird bei den Kunden gut ankommen. Bleibt zu hoffen dass die laut Testbe- richten geräuschvolle Benzinpumpe des Renault Megane dementsprechend überarbeitet wurde..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Info am 14.08.2019 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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  • Megi am 12.08.2019 23:53 Report Diesen Beitrag melden

    gut gemacht

    Sieht gut aus. Auch die Farbkombination ist sehr stimmig. Bei Renault haben sie Designer, die ihr Handwerk verstehen.

  • Cavi33 am 12.08.2019 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es fehlt noch etwas

    Es ist fast alles gut an diesem Renault, aber eben nur fast, der Allradantrieb fehlt immer noch. Daher kaufe ich den Captur nicht.

    • auf geteerten Strassen am 12.08.2019 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cavi33

      Gerade darum würde ich ihn bevorzugen. 100 kg weniger, 0.5L weniger pro 100km, und kommt auf unseren Strassen genauso gut vorwärts.

    • Mechi am 12.08.2019 23:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Cavi33

      Wohnen Sie in den Bergen oder sind Sie Bergbauer? Ansonsten bringt ein 4x4 nur Nachteile. Zuviel Gewicht, Verschleiss und Mehrverbrauch.

    einklappen einklappen
  • Blechmeister am 12.08.2019 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht

    Immer noch viel zu kompakt. Sprich viel zu wenig Platz hinten. Aber ist schon klar, der wird ja vor allem von Leuten gekauft, die alleine ohne Passagiere zur Arbeit fahren. Allerdings fraglich, ob es dann wiederum ein SUV sein muss...

  • Reto Kissling am 11.08.2019 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser

    Mein E-Bike ist besser.