Erster E-Porsche

05. September 2019 07:00; Akt: 05.09.2019 07:22 Print

Der Beginn einer komplett neuen Ära

von Thomas Borowski - Mit der Weltpremiere des Taycan katapultiert sich Porsche in ein neues Zeitalter. Die erste Elektro-Sportlimousine der deutschen Sportwagenmarke zielt auf Tesla-Käufer.

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Die Erschaffer des Porsche 911, der Sportwagenikone schlechthin, haben mit dem Taycan endlich auch ein Elektrofahrzeug am Start. Oder wie es Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG an der Weltpremiere in Berlin sagte: «Der Taycan verbindet ... ... unsere Tradition mit der Zukunft. Er schreibt die Erfolgsstory unserer Marke fort. Dieser Tag markiert den Beginn einer neuen Ära.» Das Lithium-Ionen-Batteriepaket im Unterboden stellt eine Systemspannung von 800 Volt zur Verfügung, welche laut Porsche schnellere Ladezeiten und eine höhere Dauerleistung verspricht. Im Optimalfall kann der Porsche so in 5 Minuten Strom für weitere 100 Kilometer Reichweite laden. Die Reichweite beträgt bis zu 412 Kilometer beim Turbo S und bis zu 450 Kilometer beim Turbo nach dem neuen WLTP-Messzyklus. Ob er das Versprechen hält, werden die ersten 25'000 Kunden schon bald feststellen können. Sie haben sich die erste Taycan-Jahresproduktion bereits vor der Weltpremiere gesichert. Der Taycan in den beiden Versionen Turbo und Turbo S bildet dabei nur die Speerspitze der Porsche-E-Offensive. Weniger leistungsstarke Taycan-Varianten folgen, und Ende 2020 schiebt Porsche mit dem Taycan Cross Turismo eine zusätzliche Crossover-Variante (ähnlich wie der Panamera Gran Turismo) nach. Das durchgehende Leuchtenband am Heck prägen den Auftritt der aus Aluminium und Stahl gefertigten Karosserie. Die wahren Innovationen verbergen sich aber darunter. Das Porsche Advanced Cockpit bietet je nach Wunsch drei bis fünf Digitaldisplays. Bedienknöpfe sucht man hier vergebens. Die konsequente Reduktion konventioneller Bedienelemente wird in der Porsche-Zukunft gross geschrieben. Selbst die sonst üblichen Regelschieber für die Lüftungsdüsen entfallen. Gesteuert werden die Luftströme ausschliesslich über Touchscreens. Taycan-Baureihenleiter Stefan Weckbach ist aber schon heute überzeugt, dass der Taycan das sportlichste Fahrzeug im Segment der vierplätzigen Elektrofahrzeuge ist: «Der Taycan realisiert die grösstmöglich Spreizung zwischen Reichweite und Performance und bietet dabei beste Alltagstauglichkeit.»

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Die Spannung ist bei Porsche derzeit deutlich zu spüren – und vermutlich so hoch wie nie zuvor. Denn für die deutsche Sportwagenmarke entlädt sich diese Woche mit der Weltpremiere des rein elektrisch betriebenen Porsche Taycan in Berlin endlich die mit zahlreichen Vorpräsentationen und weltweit anberaumten Technik-Workshops aufgebaute Spannung.

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Was lange im Verborgenen irrlichterte, soll nun wie ein Blitz einschlagen: Die Erschaffer des Porsche 911, der Sportwagenikone schlechthin, haben endlich auch ein Elektrofahrzeug am Start. Oder wie es Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG an der Weltpremiere in Berlin sagte: «Der Taycan verbindet unsere Tradition mit der Zukunft. Er schreibt die Erfolgsstory unserer Marke fort. Dieser Tag markiert den Beginn einer neuen Ära.»

An Tesla orientiert

Im Gespräch mit den Porsche-Verantwortlichen wird klar, dass man sich bei der Entwicklung des Taycans an den erfolgreichen Tesla-Modellen orientiert. Und ein Blick in die Verkaufsstatistik macht auch deutlich warum: Im ersten Halbjahr 2019 setzte Tesla alleine in der Schweiz über 3220 Fahrzeuge ab. Im gleichen Zeitraum blieben die vier Porsche-Topmodelle Macan, Cayenne, 911 und Panamera mit insgesamt 1740 Verkäufen weit zurück. E-Mobilität ist im Luxussegment derzeit angesagt – und der Taycan entsprechend zum Erfolg verdammt?

Solches mag man bei Porsche offiziell natürlich nicht bestätigen, aber die Zahlen sprechen für sich. Bis 2022 investiert Porsche im Stammwerk in Zuffenhausen insgesamt über sechs Milliarden Euro in ein komplett neues Werk für E-Fahrzeuge. Der Taycan in den beiden Versionen Turbo und Turbo S bildet dabei nur die Speerspitze der Porsche-E-Offensive. Weniger leistungsstarke Taycan-Varianten folgen, und Ende 2020 schiebt Porsche mit dem Taycan Cross Turismo eine zusätzliche Crossover-Variante (ähnlich wie der Panamera Gran Turismo) nach.

Auf Anhieb als Porsche erkennbar

Die Voraussetzungen, zum sportlichen E-Erfolgsmodell zu werden, bringt der Taycan wie zu erwarten im Übermass mit. Angesiedelt im C-Sportlimousinen-Segment, ist der Viertürer mit der typischen Silhouette auch als Stromer auf Anhieb als Porsche erkennbar. Vierpunkt-LED-Leuchten mit markanten Lufteinlässen an der Front und das durchgehende Leuchtenband am Heck prägen den Auftritt der aus Aluminium und Stahl gefertigten Karosserie. Die wahren Innovationen verbergen sich aber darunter.

Da ist zum einen das Porsche Advanced Cockpit mit je nach Wunsch drei bis fünf Digitaldisplays. Bedienknöpfe sucht man hier vergebens. Die konsequente Reduktion konventioneller Bedienelemente wird in der Porsche-Zukunft gross geschrieben. Selbst die sonst üblichen Regelschieber für die Lüftungsdüsen entfallen. Gesteuert werden die Luftströme ausschliesslich über Touchscreens. Und wer gar keinen Finger krümmen will, aktiviert mit «Hey Porsche...» die Cockpit-Sprachsteuerung.

625 PS – im Overboost-Modus gar bis zu 761 PS

Besonders stolz sind die Porsche-Ingenieure aber auf die Antriebseinheit des Taycans. Zwei E-Maschinen liefern im Taycan Turbo sowie im Turbo S jeweils 625 PS Allradantrieb. Beim Turbo S stehen mit aktivierter Launch Control im Overboost-Modus gar bis zu 761 PS und ein maximales Drehmoment von 1050 Newtonmetern zur Verfügung.

Die 2,8 Sekunden, in denen der Turbo S damit aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen, fühlten sich bei einer ersten Mitfahrt surreal an. Ein Gefühl, wie man es sonst nur von den schärfsten Bahnen im Vergnügungspark her kennt – oder von einem Tesla. Das an der Hinterachse verbaute Zweigang-Getriebe sorgt zudem automatisch dafür, dass der Taycan im ersten Gang noch stärker beschleunigt und im zweiten Gang bei hoher Geschwindigkeit über Leistungsreserven zur Beschleunigung verfügt.

Taycan-Baureihenleiter Stefan Weckbach ist aber schon heute überzeugt, dass der Taycan das sportlichste Fahrzeug im Segment der vierplätzigen Elektrofahrzeuge ist: «Der Taycan realisiert die grösstmöglich Spreizung zwischen Reichweite und Performance und bietet dabei beste Alltagstauglichkeit.» Das Lithium-Ionen-Batteriepaket im Unterboden stellt eine Systemspannung von 800 Volt zur Verfügung, welche laut Porsche schnellere Ladezeiten und eine höhere Dauerleistung verspricht.

5 Minuten laden für 100 Kilometer

Im Optimalfall kann der Porsche so in 5 Minuten Strom für weitere 100 Kilometer Reichweite laden. Bei aller Sportlichkeit soll der Taycan laut Porsche aber auch mit seiner Alltagstauglichkeit punkten. Die Reichweite beträgt bis zu 412 Kilometer beim Turbo S und bis zu 450 Kilometer beim Turbo nach dem neuen WLTP-Messzyklus. Ob er das Versprechen hält, werden die ersten 25'000 Kunden schon bald feststellen können. Sie haben sich die erste Taycan-Jahresproduktion bereits vor der Weltpremiere gesichert.

Porsche Taycan Turbo

Modell: Viertürige Sportlimousine

Masse: Länge 4963 mm, Breite 1966 mm, Höhe 1378 mm, Radstand 2900 mm

Kofferraum: 366 (hinten) und 81 (vorne) Liter

Motor: Zwei permanenterregte Synchronmaschinen mit bis zu 625 PS/500 kW, Turbo S bis 761 PS/560 kW

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 3,2 Sekunden (Turbo S: 2,6 s), Höchstgeschwindigkeit 260 km/h

Verbrauch: 26,0 oder 26,9 kWh (Turbo S) auf 100 Kilometer (Werksangaben) Energieeffizienzkategorie: B

CO2-Ausstoss: 0 g/km

Markteinführung: Februar 2020

Preise: Turbo ab CHF 194'900.–, Turbo S ab CHF 237'500.–

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ;-) am 05.09.2019 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Schwachsinn!

    Kommt nach dem e-Turbo auch noch ein e-Kompressor?

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  • Vorname/Name am 05.09.2019 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tubro für Elektroautos?

    Warum heisst ein ELEKTROauto bitte Taycan TURBO?! Was kommt als nächstes... Der Tesla V8? Ein Turbo ist ein Verdichter der den Füllgrad und damit den Sauerstoff im Zylinder erhöht und über Abgase angetrieben wird... Wäre mir ja komplett neu wenn ein Elektroauto Zylinder hätte, Sauerstoff benötigten oder Abgase ausstossen!

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  • Gregory Miller am 05.09.2019 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Bio Stromer

    Ein Porsche für 200'000 Stutz. Na Bravo. Wir haben die Botschaft verstanden. Umweltschutz ist wie Bio für Otto-Normalverbraucher ein Luxus. Aber die (sauberen) Konzerne verdienen sich einen goldene Nase. Hier wird die Bevölkerung vorgeführt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fachmann am 08.09.2019 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    langfristige Entwicklung

    Langfristig führt nach Meinung aller Fachleute kein Weg an einer emissionsfreien Mobilität vorbei. "Immer mehr Grossaktionäre haben ein Interesse an der langfristigen Entwicklung von Unternehmen. Der langfristige Wert wird nicht durch den Verbrenner definiert. Alle wissen, dass es diesen Wechsel geben muss, es geht nur um die Geschwindigkeit."

  • NachDenker am 07.09.2019 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsches Konzept

    Wann kapieren die Elektro-Junkies endlich, dass dieses Konzept keine Zukunft hat. Woher soll denn der Strom kommen, wenn wir überall Restriktionen haben, um Strom zu produzieren. Keine AKW's, keine Kohlekraftwerke, keine Erhöhung von Staumauern geschweige denn neue bauen. Keine Windfkraftwerke wegen dem Landschaftsbild und dem Lärm, und und und... Vielleicht sollten wir mehr in die Entwicklung der Wasserstofftechnik investieren.

    • Meine Meinung am 07.09.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @NachDenker

      An diesem e-Konzept ist nur falsch, dass es wieder viel zu teuer und ebenfalls viel zu energieverschwenderisch ist. Niemand braucht mehr als 50 PS.

    • Solution am 08.09.2019 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @NachDenker

      Das deutsche Startup Unternehmen Sono Motors, hat mit dem Model Sion einen Mini Van entwickelt der OHNE flüssige Brennstoffe funktioniert. Neugierig geworden? Google bringt dich ans Ziel.

    • NachDenker am 12.09.2019 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Solution

      Schön hat Google Leser, die aus einer Studie schon ein fertiges und dauerhaft funktionierendes Produkt beklatschen.

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  • Bruno am 07.09.2019 01:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich Verantwortungslos

    Diese übermotorisierten Boliden sind einfach nicht für den normalen Strassenverkehr geeignet. Egal, was für ein Antriebskonzept drin steckt. Der Unfall mitten in Berlin spricht ja wieder für sich. Wie viele Leute müssen mit diesen PS-Monstern denn noch getötet werden, bis endlich die Vernunft einkehrt? Mit den heutigen elektronischen Mitteln, die in jedem solchen Auto im Überfluss stecken, sollte es doch möglich sein, dass sie überall nur noch maximal so schnell laufen, wie jeweils als lokale Höchstgeschwindigkeit angegeben ist. Ausserdem sollte es technisch verunmöglicht werden, in bewohnten Gebieten aus reiner Protzerei dauernd einen solchen Lärm zu produzieren. Die Anbieter solch teurer Luxusschlitten übertreffen sich ja gegenseitig mit immer mehr Gymiks und PS, aber für einen Geschwindigkeitslimiter als dringend nötiges Sicherheitselement reicht es dann nicht mehr.

    • Analyst am 07.09.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno

      Solche Limiter sind technisch kein Problem. Nur wollen das die Hersteller partout nicht, weil dann nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie alle gleich schnell sind. Da kannst du dann im Marketing eben nicht mehr dumme Sprüche klopfen wie: Vorsprung durch Technik oder Aus Freude am Fahren. Dann hätte ja am Ende jeder einen vernünftigen Dacia statt einem prozigen Porsche.

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  • Sono Motors am 06.09.2019 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Watt wendet sich

    +++ ++ + +++++ Das deutsche Startup Unternehmen Sono Motors, hat mit dem Model Sion einen Mini Van entwickelt der OHNE flüssige Brennstoffe funktioniert. Neugierig geworden? Google bringt dich ans Ziel ;-) +++++++++++++++

  • Kück am 06.09.2019 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Porsche

    1000 mal schöner als ein Tesla

    • Teslafan am 06.09.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kück

      Schönheit liegt im Auge des Betrachters!

    • Peter am 07.09.2019 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kück

      Als Kombi-Fahrer ist mir das Design eines Sportwagens recht egal. Ich will da nicht urteilen. Aber eines dürfte unbestritten sein: in der Verarbeitungsqualität wird Tesla gegenüber Porsche ziemlich alt aussehen.

    • Blerim am 08.09.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Peter

      wenn ich wählen könnte, würde ich 1000mal lieber den Porsche nehmen. Der sieht atemberaubend gut aus. Warum baut man da nicht mal einen Verbrenner ein.

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