Ferrari 166MM «Uovo»

21. März 2017 12:28; Akt: 21.03.2017 12:29 Print

Der Rennwagen als Kunstwerk

Der einmalige Ferrari 166MM/212 Export mit dem Übernamen «Uovo» wurde von einem Bildhauer geschaffen.

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1950 hatte Giannino Marzotto die Mille Miglia in einem der legendären Ferrari 166MM mit Touring-Karosserie gewonnen; «Gianni», wie er von seinen Freunden genannt wurde, war danach ein Held für die Italiener, einer der ganz grossen Sportler. Und der Ruhm des jungen Mannes, der bei seinem ersten Mille-Miglia-Sieg erst 22jährig war, vermehrte sich noch, als er diesen Erfolg 1953 wiederholen konnte, in einem der legendärsten Rennen überhaupt, in dem er sich auf einem Ferrari 340MM Vignale einen packenden Zweikampf mit Juan Manuel Fangio auf einem Alfa Romeo 6C30 lieferte.

Marzotto stammte aus einer Dynastie reicher Stoff-Fabrikanten. Für eine internationale Rennkarriere reichte es aber trotzdem nicht, ein fünfter Rang bei den 24 Stunden von Le Mans 1953 war sein bestes Resultat. Schon 1956 trat er vom Rennsport zurück und kümmerte sich um das Familien-Unternehmen. Doch «Gianni», der auch bei Rennen nur massgeschneiderte Anzüge trug, war ein Mann von auserlesenem Geschmack. Davon zeugt auch die Geschichte seines aussergewöhnlichen Ferrari.

Auch Marzotto's Bruder Umberto fuhr bei der Mille Miglia 1950 einen Ferrari 166MM. Bei einem Unfall wurde dieser Wagen in zwei Teile gerissen, es war ein Wunder, dass Marzotto und sein Beifahrer Franco Cristaldi überlebten. Gianni Marzotto hatte aber eine Idee: er beauftragte die damals noch bekannte Carrozzeria Fontana dem Wiederaufbau des Fahrzeugs mit der Chassisnummer 024MB. Mit der Zeichnung der Form beauftragte er den bekannte Bildhauer Franco Reggiani. Die Expertise von Fontana im Bau aerodynamischer Formen und die Kunst von Reggiani führten zu einem der aussergewöhnlichsten Ferrari aller Zeiten, der als «Uovo», das Ei berühmt wurde.

Die Renngeschichte war es nicht, die den Wagen bekannt machte. 1951 trat Gianni Marzotto samt Beifahrer Marco Crosara mit dem «Uovo» zuerst beim Giro di Sicilia an, führte auch, brachte den Wagen, der für die Scuderia Marzotto gemeldet war, aber nicht ins Ziel. Bei der Mille Miglia 1951 führte Marzotto mit dem «Ei» am ersten Tag, musste dann aber nach einem Schaden an der Aufhängung aufgeben. Erst bei der Coppa della Toscana konnte #0024MB schliesslich einen Sieg erringen. Ende des Jahres wurde dem Fahrzeug der Motor eines Ferrari 212 Export montiert (wahrscheinlich aus dem Fahrzeug mit der Chassisnummer 0084E), wahrscheinlich 1953 erhielt er dann das Triebwerk aus einem 212 Inter, Chassisnummer 0107ES. Da war der Wagen aber längst in Amerika, nicht immer nur in liebevollen Händen, so dass es hinter seiner späteren Geschichte doch einige Fragezeichen gibt.

Das ungewöhnliche «Ei», formal sicher einer der auffälligsten Ferrari überhaupt, wird im Herbst von RM Sotheby's versteigert werden. Mindestens 4,5 Millionen Dollar werden erwartet - eigentlich wenig für ein Kunstwerk auf Rädern.

(pru)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.Tuorri am 21.03.2017 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist Mythos ... kein Einheitsbrei

    Ich habe diese Rarität selber mehrmals gesehen, und auch Ninni Marzotto bei einer Buchpräsentation kennen lernen dürfen. Auch den erwähnten 340MM Vignale Spider kenne ich bestens und durfte gar mitfahren. Es sind genau diese Fahrzeuge welche zum Mythos Ferrari betragen haben. Und genau Leute wie Ninni Marzotto oder Vaccarella die Geschichte geschrieben haben! Über Design will ich hier nicht streiten. Aber was damals von Hand gefertigt wurde übertrifft jeden Einheitsbrei..auch wenn 1000 und mehr PS unter dem Kleid eines Computer designten Farhrzeugs meist nur ruhen....statt gefahren zu werden.

  • Paul Petrol am 22.03.2017 05:26 Report Diesen Beitrag melden

    Es muss nicht zwingend Ferrari sein...

    Solche unglaublichen Autos faszinieren mich; da bekomme ich Gänsehaut , kann den Geruch von altem Leder , Öl und Benzin schnuppern und freue mich einfach darüber, dass es solche Kunstwerke gibt! Wäre ich etwas jünger, würde ich sagen: einfach geil!

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  • Ueli Knecht am 22.03.2017 01:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Awesome

    Schade wurde von der Leistung nichts geschrieben. Gefällt mir mega das Teil.!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jigan am 22.03.2017 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar

    Einfach ein wunderschönes Auto!

  • Paul Petrol am 22.03.2017 05:26 Report Diesen Beitrag melden

    Es muss nicht zwingend Ferrari sein...

    Solche unglaublichen Autos faszinieren mich; da bekomme ich Gänsehaut , kann den Geruch von altem Leder , Öl und Benzin schnuppern und freue mich einfach darüber, dass es solche Kunstwerke gibt! Wäre ich etwas jünger, würde ich sagen: einfach geil!

    • M.Tuorri am 22.03.2017 06:12 Report Diesen Beitrag melden

      Sehen, Hören und Riechen kann-Lebendig!

      Nein, da hast du Recht! Seit den 80ern war ich auf Events wie die Mille Miglia, Pebble Beach und anders wo! Die Marke Ferrari bietet so viele Varietäten an Stylisten, Carrozzerias...und eben Mythen, teils unglaubliche Geschichten. Die CH hat/hatte einige grosse Sammler, Spekulanten und richtige Liebhaber.... Hatte weil sich viele Sammlungen auflösen, wichtige Fahrzeuge den Besitzer wegen viel $ wechseln. Erben viel Geld sehen wollen, keine da sind oder Null Interesse haben. Ein Mercedes SSK-L, Bugatti Typ 35, Fiat 8V, Alfa 33, Bizzarini...Es gibt tolle Events wo man sie

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  • Ueli Knecht am 22.03.2017 01:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Awesome

    Schade wurde von der Leistung nichts geschrieben. Gefällt mir mega das Teil.!!!

  • M.Tuorri am 21.03.2017 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist Mythos ... kein Einheitsbrei

    Ich habe diese Rarität selber mehrmals gesehen, und auch Ninni Marzotto bei einer Buchpräsentation kennen lernen dürfen. Auch den erwähnten 340MM Vignale Spider kenne ich bestens und durfte gar mitfahren. Es sind genau diese Fahrzeuge welche zum Mythos Ferrari betragen haben. Und genau Leute wie Ninni Marzotto oder Vaccarella die Geschichte geschrieben haben! Über Design will ich hier nicht streiten. Aber was damals von Hand gefertigt wurde übertrifft jeden Einheitsbrei..auch wenn 1000 und mehr PS unter dem Kleid eines Computer designten Farhrzeugs meist nur ruhen....statt gefahren zu werden.

  • tom79 am 21.03.2017 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grosse metallene für klitzekleine

    Sieht aus wie Metallpenis auf vier Rädern.