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03. September 2019 12:00; Akt: 02.09.2019 21:26 Print

Die vier Spielarten des Hyundai Kona

von Peter Hegetschweiler - Benzin, Diesel oder Strom: Den Kompakt-SUV Kona von Hyundai gibt’s heute schon in drei Antriebsvarianten. Jetzt bringen die Koreaner auch noch eine Hybrid-Version.

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«Hyundai – alles dabei». Mit diesem Slogan brachten es die Koreaner gleich auf den Punkt, als sie 1991 an der IAA in Frankfurt ihren ersten, grossen Auftritt hatten. Damals in Europa ein noch wenig bekannter Hersteller, suchte der Konzern, der inzwischen zur weltweiten Nummer 4 aufgestiegen ist, Kunden vor allem mit einem Argument zu überzeugen: Mit hoher Grundausstattung bei einem tiefen Preis.

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«Da scheppert nix»

Trotz griffigem Slogan dauerte es dann aber Jahre, bis sich die Koreaner in Europa auch nur schon ansatzweise durchsetzen konnten. Erst mit dem Santa Fe, selbstredend einem SUV, machte Hyundai seine Marke auch bei uns zum Begriff. Richtig in Schwung kam das Verkaufsgeschäft aber erst, als die Koreaner innerhalb von nur 18 Monaten gleich drei Kleinwagen lancierten, den i10 als trendigen Cityflitzer, den minimal grösseren i20 und den i30 als erklärten Golf-Gegner – alle im werkseigenen Forschungszentrum in Rüsselsheim gestylt, entwickelt und konsequent auf europäische Bedürfnisse getrimmt. Dazu in einer Qualität, die selbst in Wolfsburg beeindruckte. Was den damaligen VW-Konzernchef bei der Weltpremiere des i30 in Frankfurt auf den Plan rief und ihn – leicht indigniert – feststellen liess: «Da scheppert nix».

So jedenfalls geht die Legende um Martin Winterkorns Bonmot, nachdem er den kompakten Koreaner sehr genau unter die Lupe genommen hatte. So genau, dass er feststellen musste, dass beim i30 im Gegensatz zum Golf bei der Arretierung der Lenksäule nichts klapperte – oder eben «schepperte». Ein Kompliment, das damals ebenso für sich sprach wie es heute Fakt ist, dass Hyundai in zehn Jahren drei Millionen Fahrzeuge seiner (europäischen) Kompaktreihe verkauft hat.

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Mit dem «alles dabei» also ist es definitiv vorbei – jedenfalls im ursprünglichen Sinn des Slogans. Und doch scheint es, als würde ihn Hyundai revitalisieren. Nicht werbemässig zwar, aber antriebstechnisch. Und wiederum spielt dabei ein Kompaktmodell eine wichtige Rolle, eine Vorreiterrolle sogar. Denn mit dem Kona zeigen die Koreaner eindrücklich, in welchen Schritten sie die Elektrifizierung vorantreiben: Sie wollen ihren Kunden weiterhin alle Optionen bezüglich Antriebstechnologie bieten.

So haben sie ihren neusten Kompakt-SUV Ende 2017 zunächst konventionell als Benziner und als Diesel auf den Markt gebracht. Schon ein knappes Jahr später liessen sie auf identischer Plattform den Kona electric folgen und legen jetzt mit einer Vollhybrid-Version nach. Was das aktuell als realistisch erscheinende Antriebsportfolio schon heue komplett macht.

Klar ist: Wenn Hyundai bis Ende 2020 seine gesamte Palette tatsächlich zu 75 Prozent elektrifiziert haben will, dann müssen Hybride eine zentrale Rolle spielen. Denn selbst bei der defensiven Preisgestaltung der Koreaner kostet der Kona als Stromer mindesten 45'990 Franken, die Hybrid-Version hingegen gibt’s ab 31'900 Franken. Damit ist sie preislich sogar eine Alternative zum Benziner mit 177 PS und Allrad (ab 28'900 Franken) und dem optional ebenfalls mit 4x4 erhältlichen Selbstzünder mit 133 PS (gleicher Preis).

Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter

Und ja, er fährt sich wirklich gut, dieser Kona Hybrid mit Vorderradantrieb. Flüsterleise schiebt der 44 PS starke Elektromotor den mit 4,16 Metern äusserst kompakten SUV an. Erst wenn sich der 1,6 Liter Benziner mit seinen 105 PS zuschaltet, wird das Auto etwas lauter. Klar, die 11,2 Sekunden für den «Spurt» auf 100 km/h sind nicht beeindruckend, dafür bleibt der Verbrauch selbst dann moderat, wenn man länger mit Tempo 130 fährt (in Holland auf der Autobahn erlaubt). Der praxisnahe Test über 220 Kilometer von Amsterdam aus ergab jedenfalls einen Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter, was einem CO2-Ausstoss von (knapp) über 100 Gramm pro Kilometer entspricht.

Hyundai Kona Hybrid

Modell: Kompakt-SUV

Masse: Länge 4165 mm, Breite 1800 mm, Höhe 1575 mm, Radstand 2600 mm

Kofferraum: 361 bis 1143 Liter

Motor: Vierzylinder Benziner mit 105 PS, Elektromotor mit 44 PS. Systemleistung 141 PS.

Antrieb: Vorderrad

Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 11,2 Sekunden,
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h

Verbrauch: 4,3 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe)

CO2-Austoss: 99 Gramm pro Kilometer

Preis: ab 31'900 Franken

Markteinführung: ab sofort

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oscar am 03.09.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    In 10 Jahren sehen wir in der Schweiz noch halb so viele Deutsche Autos rumfahren. Das ist garantiert! Mein bald fertig gebautes Haus mit Photovoltaik-Dach freut sich jedenfalls schon darauf ein künftiges Plugin- oder Elektroauto laden zu dürfen.

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  • PROLLTRASH am 03.09.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    rohes Plastik im VW das scheppert

    Bei VW schepperts immer noch.

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  • andi am 03.09.2019 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild

    Bravo Hyundai, gut so. Wer bestehen will muss die Zukunft mitgestalten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jo Blocher am 05.09.2019 05:45 Report Diesen Beitrag melden

    4,9 L/100km mit Hybrid....

    .....schaff ich mit meinem Benziner Mazda 2 auch locker!

    • Alfred A. am 05.09.2019 11:27 Report Diesen Beitrag melden

      @Jo Blocher

      Ja, sowas steht im Datenblatt des Mazda 2. Mit 2 Sternchen versehen. Unklar ob das der NEFZ oder WLTP ist. Mein letzter 1,6 Liter Benziner sollte nach Datenblatt auch mit unter 5 Liter auf 100 Km auskommen. Tatsächlich lag der Verbrauch über knapp 70'000 Kilometer protokolliert jedoch bei 7.2 Litern Octan 95 Benzin.

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  • Kona EV Driver am 04.09.2019 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Er hat es auf den Punkt gebracht

    Einem Bekannten habe ich eine Mitfahrt angeboten. Worte der Anerkennung und auch ein wenig der Verwunderung über die Agilität... Als er ausstieg und die Türe zu machte meinte er: Hey, das ist Mercedes! Der Klang wie die Türe ins Schloss viel hat ihn von der Qualität des Autos endgültig überzeugt. Tja, die Koreaner können es eben mittlerweile auch.

    • Geläuterter Ex VW Mech am 04.09.2019 18:54 Report Diesen Beitrag melden

      Scheppern existiert in Korea nicht

      @Kona EV Driver. 15 Jahre lang habe ich als VW Mechaniker gearbeitet, ich hatte jeden Tag immer genug zu tun, weil alles an diesen VW Kisten " scheppert", zerbricht oder eine Fehlkonstruktion ist. Nur niemand will das wahr haben und sind dieser " Scheppermarke" VW hörig. Seit 10 Jahren fahre ich ausnahmslos nur noch Koreaner ( und arbeite auch nicht mehr in der Autoindustrie ). Die Koreaner verstehen ihr Handwerk, zuverlässige, " schepperfreie" Autos zu bauen, mittlerweilen meisterhaft. Heutzutage würde ich nie mehr ein deutsches Auto kaufen.

    • Genesis Luxury Driver am 04.09.2019 19:10 Report Diesen Beitrag melden

      Wer kennt Genesis ?

      Diesen Sommer war ich in den USA und hatte mir einen Full Size Mietwagen gegönnt. Was ich angeboten bekam. war ein Genesis G90. Genesis ??? Was ist denn das für eine Marke, dachte ich, nun gut, einen Augenschein kann nicht schaden. Was da vor mir stand war der absolute Wahnsinn, so ein wunderschönes, edles Auto, mit einem gigantischem Interieur und dann noch mit V8 Motor, besser geht es nicht. Kein Vergleich zu einem schnöden Audi, BMW oder Benz. Was ist Genesis nun ? Die Luxusmarke von Hyundai, so wie Lexus bei Toyota.

    • andreas am 04.09.2019 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kona EV Driver

      Also mein Mercedes scheppert ganz ordentlich, beim Türen schliessen.

    • Scheppertoni am 05.09.2019 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      Es scheppert und scheppert immer zu

      @Andreas Also mein Polo scheppert auch öfters, wenn die Fensterheber wieder mal gebrochen sind und die Scheibe runterfällt, auch hat es schon gescheppert, wenn das Türschloss entzweibricht und runterfällt. Momentan scheppert auch der Fahrersitz, weil die Führung gebrochen ist. Da das Getriebe schon zum zweiten mal lärmt, denke ich, dass das als nächstes scheppert. Eigentlich scheppert immer irgend etwas. Wenn es mal nicht scheppert gehe ich davon aus, das ich das defekte Teil verloren habe.

    • Illumination am 05.09.2019 22:04 Report Diesen Beitrag melden

      @Genesis Luxury Driver

      Mal abwarten - 2020 möchte Hyundai mit Genesis G70/90 in Europa starten, mittelfristig sollen es drei Limousinen und drei SUVs werden - die Schweiz macht den Anfang..;-)

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  • E-Guru am 03.09.2019 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Watt wendet sich

    +++ Luftverschmutzung, Larmbelastung, Klimaerwarmung, finanzielle Anreize und diverse staatliche Zwangsmassnahmen, alles spricht fur den Umstieg auf Elektromobilitat. +++

    • P-Guru am 04.09.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      Majo gurgeln

      Schön, kriegst denn Mund nicht voll? Macht nichts, habe viel Majo. :-)

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  • Jan van der Vlieten am 03.09.2019 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    11,2 Sekunden in Holland?

    Da wird das lahme Ding ja laufend von Wohnwagen "abgetrocknet"!

  • Illumination am 03.09.2019 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hybrid - "Aufwand und Ertrag"...

    Hyundai/Kia zählt für mich zu den innovativsten Herstellern, der Kona/64 kWh zu den Vollstromern mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis, praxiskonformen Reichweiten von 400 km+ (wenn auch mit "mässigen" Lademöglichkeiten/Ladezeiten und ebensolcher "Innenraum-Qualität").. Da ich offen bin für alle Antriebsarten, verfolge ich mit Interesse die Zusammenarbeit von Hyundai/Kia und Rimac, mit gemeinsamer Entwicklung eines batteriebetriebenen Mittelmotor-Sportwagens sowie (endlich) eines weiteren Brennstoffzellenfahrzeugs - Kona Hybrid/Systemleistung 141 PS-4.9 l/100 km überzeugt mich nicht...;-)

    • das Original am 04.09.2019 01:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Illumination

      4.9l/100 Km ist immerhin um einiges überzeugender als die 15l/100 Km Deines V8-Ölmotors...

    • r-E-volution am 04.09.2019 18:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Illumination

      Haben sie irgendwo Infos gefunden was mit dem Mittelmotorsportagen gemeint ist? Bei nem Verbrenner ist mir das klar aber bei nem Batterie-Elektroauto irritiert mich der Ausdruck. Heisst das ein Range-Extender ist an Board oder ist es eigentlich ein "Mittelbatterie" Sportwagen?

    • Illumination am 04.09.2019 22:12 Report Diesen Beitrag melden

      @r-E-volution

      Sie haben recht - ein "batteriebetriebener Mittelmotor-Sportwagen" wirft Fragen auf.. Nach meinem Kenntnisstand lautet die korrekte Formulierung "enge Zusammenarbeit, um Prototypen für eine Elektroversion des Mittelmotor-Sportkonzeptfahrzeuges der Marke N von Hyundai zu entwickeln"..

    • Illumination am 04.09.2019 23:14 Report Diesen Beitrag melden

      @das Original

      15 l/100 km und mehr hatte ich zuletzt vor ca. 30 Jahren mit einem 5,6 l/V8-Ami-Vergaser mit zuschaltbaren Allradantrieb/automatische Freilaufnaben (mein letztes Vergaser-Fahrzeug, mal abgesehen von Mercedes-Oldtimer bis heute).. Mit nachfolgenden V8/V6-Allrad-Limousinen gingen die Verbräuche zurück, besitze auch seit einigen Jahren keine eigenen V8 mehr.. Hingegen fahre ich mit meinem aktuellen 3,0 l/V6-Kompressor durchschnittlich 70o km +/- mit einer Tankfüllung, bevor ich tanke (80 l Tank) - soviel zu Reichweiten/Verbräuchen mit leistungsstarken Verbrennern (wenn auch 80 Prozent Autobahn)..

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