R8-Facelift

02. September 2019 05:00; Akt: 01.09.2019 22:14 Print

Ein Audi-Vollblut für den Alltagstrott

von Markus Cavelti - Bereits die Vorgängerversion des Audi R8 beeindruckte mit Leistung und Präzision. Doch ein umfassendes Update bringt ihn jetzt noch näher an die Ideallinie.

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Es ist ja immer so eine Sache, Sportwagen vom Format Audi R8, Porsche 911 und Co. zu testen – die Gruppenfahrt zum Supermarkt fällt genauso weg wie die Transportveranstaltung zu und von einem schwedischen Möbelhaus nach Hause. Was bleibt? Deutsche Autobahn? Nö, politisch nicht korrekt. Racetrack? Nicht machbar. Also raus in die Botanik, wenig befahrene Strassen in wenig besiedeltem Gebiet suchen und so zumindest ein wenig Sportwagenfeeling aufkommen lassen.

Glück gehabt: Trotz prächtigem Wetter gibts auf Grimsel und Susten kaum Verkehr. Und ja, wir wissen, dass so Ausfahrten auch nicht mehr ganz korrekt sind – aber ein bisschen Spass soll ja mit dem R8 performance sein. Und trotz dem aktuellen E-Hype freut man sich schon mal auf einen V10-Sauger.

Den Grenzbereich gibts nur vom Hörensagen

Dann mal los. Als Erstes fällt auf, wie einfach der Audi R8 zu bewegen ist. Wäre da nicht die tiefe Sitzposition und die betörende Soundkulisse, man könnte sich glatt in einem Audi-Kompaktauto wähnen. Obwohl der Sportler straff auf der Strasse liegt, wirkt er nie unkomfortabel. Im Gegenteil: Unebenheiten bügelt er souverän weg, das Fahren im gesetzlichen Rahmen ist ein Kinderspiel und den Grenzbereich gibts nur vom Hörensagen.

Die 620 PS und 580 Newtonmeter Drehmoment werden im Alltag nie gefordert, trotzdem fühlt sich der R8 performance sehr gut an. Dafür sorgen auch die zusätzlichen Drive-Select-Modi «dry», «wet» und «snow», die allfälligen Widrigkeiten entgegenwirken.
«Mit rund 60 Prozent Gleichteilen zum R8 LMS GT4 kommt kein anderer Audi so nahe an den Rennsport wie der R8», freut sich die Audi Sport GmbH.

In der Basisversion fordert Audi 229’500 Franken

Das konnten wir zwar nicht erfahren, aber wir glaubens. Geschärft hat Audi aber auch das Design: Der typische Singlefame-Grill zeichnet breiter und flacher, die Lufteinlässe sind mächtiger, der R8 macht auch im Stand mehr her als sein Vorgänger.

Diese Kombination kostet mindestens 229’500 Franken für die Variante Performance. In Anbetracht der gebotenen Leistung und der Qualität wohl ein fairer Preis. In Anbetracht der Möglichkeiten, diese Performance auszuleben, wohl eher nicht. Aber das gilt ja nicht nur bei Sportwagen. Oder wann haben sie bei uns letztmals einen Offroader im Gelände gesehen . . .?

Audi R8 Coupé V10 performance quattro –
Facts & Figures

Typ:
2-türiges Sportcoupé mit 2 Sitzen.

Masse:
Länge: 4429 mm, Breite: 1940 mm, Höhe: 1236 mm, Radstand: 2650 mm.

Kofferraumvolumen:
112 Liter.

Leergewicht:
ab 1670 kg.

Motor:
V10-Zylinder-Benzinmotor mit 620 PS (456 kW) und 580 Nm.

Antrieb:
7-Gang S-tronic.

Fahrleistungen:
0 bis 100 km/h in 3,1 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit 331 km/h.

Verbrauch:
13,1 Liter auf 100 Kilometer (Mix/offizielle Werksangabe).

CO2-Ausstoss:
297 Gramm pro Kilometer.

Markteinführung:
ab sofort.

Preis:
Ab 253'457 Franken.

Infos:
www.audi.ch

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Timmeh am 02.09.2019 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Boulevard-Cruiser

    Der R8 ist ein richtiger Boulevardcruiser. Sieht schick aus und kann von jeder Oma gefahren werden (positiv gemeint). Für ihn war es aber Glück, dass er nicht gegen seine Konkurrenz auf einer Rennstrecke getestet wurde, da schlossen alle R8 (und Audis generell) bestenfalls mässig ab. Bitter wird es dann, wenn eine 100'000 Franken billigere Corvette C7 Z06 deutlich schnellere Rundenzeiten abliefert, wie dies regelmässig selbst in der VW/Audi-freundlichen deutschen Medienlandschaft geschieht.

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  • Simu B. am 02.09.2019 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrdynamische Enttäuschung

    In der Zeitung wird als Konkurrenz der Mercedes-Benz AMG GT R, der McLaren 600 LT sowie der Porsche 911 GT3 RS gelistet. Mit Verlaub, das ist einfach Quatsch. Der R8 kann knapp mit den niederen Versionen dieser Fahrzeuge mithalten (AMG GT S, McLaren 570 S und Porsche 911 Turbo) und das noch nicht einmal immer. Der R8 und die Querdynamik waren noch nie richtige Freunde. Kann mich noch gut an das Fazit eines deutschen Sportwagenmagazins erinnern: "Der Audi R8 ist einfach kein guter Sportwagen".

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  • Oletahoe1 am 02.09.2019 05:59 Report Diesen Beitrag melden

    Die Letzten V10?

    Spass Architektur aus deutscher hand da kommt Adrenalin hoch, beim Preis allerdings weniger

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Die neusten Leser-Kommentare

  • G.Ott am 05.09.2019 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld weg

    Gabs diesen R8 nicht mal in billig? Als Occasione auf jeden Fall ab 20000 Stutz.

  • Praktiker am 04.09.2019 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unpraktisch

    Gibt es den auch mit AHK? Und kann man eine volle Milchkanne transportieren?

  • Jan am 04.09.2019 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Möchte dieses Auto nicht kritisieren aber eine Viertelmillion würde ich auf keinen Fall bezahlen in fünf Jahren hat das Auto noch 70.000. .- wert und es ist trotz allem ein Audi nicht mehr.

    • Feb am 04.09.2019 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jan

      Eigentlich ist es ja nur ein VW...

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  • Jack am 04.09.2019 00:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld aus dem Fenster

    Der R8 kostet nach einem Jahr nur noch die Hälfte bzw hat enormen Wertverlust, alleine deswegen ist jeder 911er vorzuziehen. Ich habe mir Anfang diesen Jahres einen GT3 gegönnt.

    • Jack am 05.09.2019 21:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Jack

      Kann man auch positiv sehen - die Gelegenheit, gebrauchte R8 "günstig" einzukaufen.. Kaufe seit zwanzig Jahren nur gebrauchte Oberklassen-Fahrzeuge (genau wegen dem höchsten Wertverlust im 1. Jahr) - mit zusätzlichen Garantieleistungen, die mir dann auch +/- CHF 1500 wert sind...;-)

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  • E-Guru am 03.09.2019 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Watt wendet sich

    +++++ + + Luftverschmutzung, Lärmbelastung, Klimaerwärmung, finanzielle Anreize und diverse staatliche Zwangsmassnahmen, alles spricht fur den Umstieg auf Elektromobilität. +++