Suisse Caravan Salon

25. Oktober 2013 19:44; Akt: 26.10.2013 12:25 Print

Ein Wohnmobil zum Preis einer Luxus-Villa

von Nora Camenisch - Das teuerste, der schnellste, das neueste: Der Suisse Caravan Salon in Bern zeigt heuer, warum Camping überhaupt nicht spiessig sein muss.

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«Hoffentlich ist das Riesending dort nicht unseres! Wer fährt schon so einen Riesencamper?», scherzten meine Kollegin und ich damals irgendwo am Stadtrand von Sydney, während wir auf unser Zuhause auf Rädern warteten. Nur so viel: Es war unserer. Der «Truck» wie wir ihn nannten, war aber nichts in Vergleich zu dem Modell, das noch bis am Montag am Suisse Caravan Salon in Bern zu sehen ist. Schränke aus Kirschholz, siebenfach hochglasiert mit handgefertigten Intarsien, echte Glasfliesen in Küche und Bad, zwei ausfahrbare Fernseher und Regenwalddusche mit Sternenhimmel: das Volkner Mobil Performance ist das Prunkstück des diesjährigen Salons. Die Einrichtung ist selbstverständlich frei wählbar. Mit der ausfahrbaren Seitenwand vergrössert sich die Fläche im Luxusmobil von 30 auf 35 Quadratmeter. Und weil so ein Gefährt mit 12 Metern Länge und 2,5 Metern Breite trotz Kameras in den engen Gässchen einer Altstadt schlecht zu fahren ist, muss natürlich der eigene PW auch noch mit. Dieser reist in der Garage zwischen den Achsen. Da passt auch ein Porsche 911 oder ein Mercedes E-Cabrio rein. Der Luxus hat seinen Preis: Mit 1,8 Millionen Franken soll es das teuerste Wohnmobil der Welt sein. Wer sich jetzt denkt, dass sich zu diesem Preis die Leute doch lieber eine Villa am Strand kaufen, liegt falsch. «Wir haben schon über 100 Einheiten verkauft», sagt Firmengründer Gerhard Volkner.

Bis zu 500 PS
Für Nicht-Millionäre und Speed-Fans wartet am Caravan Salon der Space Camper. Das «schnellste fahrende Bett» wartet mit einem 500 PS starken Porschemotor im Heck auf und bringt bis zu 300 km/h auf den Tacho. Bis zu vier Personen können dank des Hubdaches im Camper übernachten, bis zu fünf mitfahren.
In eine ganz andere Richtung steuert Hersteller Knaus. Mit dem «Caravisio» bringen sie das Modell der Zukunft. Schluss mit komisch gemusterten Sitzen und braunen Schränken: der «Caravisio» soll an ein Schiff erinnern und besonders aerodynamisch sein. Er wurde sogar im Windkanal getestet. Mit einer kleinen ausklappbaren Terrasse, schlichter Eleganz bei den Möbeln, und einer Glastür, die zu einer Leinwand wird, zeigt Knaus, dass Campen nicht zwingend bieder sein muss. Schade nur, dass das Zuhause auf Rädern so nicht erhältlich sein wird. Es handelt sich nämlich nur um eine Studie. Der Hersteller versichert aber, dass die Ideen in künftige Caravans einfliessen werden.