Neuer 1er BMW

22. Juli 2019 05:00; Akt: 22.07.2019 00:05 Print

Kraft nach vorn, Platz nach hinten

von Thomas Borowski - Der Antrieb rutscht nach vorn, der Platz im Innenraum wächst. Der neue 1er von BMW hat den «Kulturschock» gut überstanden. Vorzeigemodell bleibt der M 135i mit Allrad.

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BMW baut, abgesehen von den beiden Allradlern 120d und
M 135i, den Einser neu als Front- statt wie bisher traditionell als Hecktriebler? Richtig! Und der mächtige Sechszylinder fällt ebenfalls BMWs neuer UKL-Pattform (UKL steht für Untere Klasse) zum Opfer und wurde gestrichen? Richtig! Und die Fangemeinde der «Motor-vorn-Antrieb-hinten»-
Fraktion hat, ob diesen bösen Nachrichten gejammert, als gäbe es kein morgen? Richtig!

Dabei erweist sich die Umsetzung des neuen Layouts als geglückt und grossen Schritt zu mehr Fahrsicherheit und grosszügigerem Platzangebot. Vor allem die Hinterbänkler freut die gewonnene Bein- und Kopffreiheit. Damit die Ingenieure aus Bayern die Zicke «Untersteuern» und ihre hässliche Schwester «fiese Antriebseinflüsse» weitgehenst eliminieren konnten, verpflanzten sie flux das neue ARB-System (aktornahe Radschlupfbegrenzung) vom elektrischen Bruder i3s in den Einser. Dieses regelt die Traktionskontrolle zehnmal schneller und deutlich geschmeidiger, was den Fahrer so gut wie vergessen lässt, wer denn jetzt genau für den Vortrieb verantwortlich ist.

Freude am Fahren – trotz vier statt sechs Zylindern

Aber das lässt das alte und neue Flagschiff, den M 135i, alles kalt. Denn der kann nicht nur auf allen Vieren, sondern bewegt sich, dank Aisin-Achtgang-Automatik und seinem um 10 Millimeter tiefergelegten M-Sportfahrwerk, äussert agil – und pflügt durch Kurven, als wolle er die Strasse in zwei Hälften teilen. Auch das neue, optimierte 2-Liter-Aggregat, welches bereits im X2 M35i verbaut wird, macht mit seinen 306 PS und vor allem den 450 Newtonmeter Drehmoment einen sehr präsenten Eindruck und weckt die Freude am Fahren. Denn was Kraft, Ansprechverhalten und Schub angeht, braucht er sich vor dem grossartigen sechs-zylindrigen Bruder kaum zu verstecken.

Wie fortgeschritten BMW bei der Fahrzeugbedienung in Sachen Digitalisierung mittlerweile ist, beweist der 1er mit überraschenden Funktionen: Auf Wunsch lässt sich das Auto mit dem gespeicherten Digital Key per Smartphone öffnen und starten. Und wird es den Passagieren auf langer Fahrt langweilig, tauschen sie sich mit dem Bordcomputer BMW Intelligent Personal Assistant gar munter über den Sinn des Lebens aus oder erstellen eine Einkaufsliste – ebenfalls per Sprachbefehl versteht sich.

Insgesamt erweist sich der neue 1er als fahrfreudigeres Auto als seine zwei Vorgängergenerationen und bietet als Fünftürer den besseren Zugang als bisher. In der Golfklasse setzt der BMW 1er damit neue Dynamikmassstäbe.

BMW M 135i xDrive – Facts & Figures

Typ:
5-türiger Kompaktwagen mit 5 Sitzen.

Masse:
Länge: 4319 mm, Breite: 1799 mm, Höhe: 1434 mm, Radstand: 2670 mm.

Kofferraumvolumen:
380 bis 1200 Liter.

Leergewicht:
ab 1525 kg.

Motor:
2,0-Liter Turbo-Benziner mit 306 PS (225 kW) und 450 Nm.

Antrieb:
8-Gang-Steptronic Sport Getriebe.

Fahrleistungen:
0 bis 100 km/h in 4,8 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit 250 km/h.

Verbrauch:
6,8 Liter auf 100 Kilometer (Mix/offizielle Werksangabe).

CO2-Ausstoss:
155 Gramm pro Kilometer.

Markteinführung:
Ende September.

Preis:
Ab 58'600 Franken.

Infos:
BMW M 135i xDrive

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • I///MFan am 22.07.2019 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kein 1er für mich

    Das Auto ist ein Frontkratzer und hat maximal einen 2 Liter 4 Zylinder. Die 2 Gründe, weshalb das Auto gekauft wurde, sind nun dahin und es unterscheidet sich nicht zum Golf. Wenn ich mir ein Auto in der Grösse zulegen wollen würde, würde ich mir wahrscheinlich eher die Giuletta mit RWD zulegen.

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  • Max Peret am 22.07.2019 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Langeweile breitet sich aus

    Bin es nur ich, oder sehen bis auf etwas Front die Autos immer mehr alle gleich aus? Dieser BMW könnte von der Karosserieform her irgendetwas sein.

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  • Adrian Huber am 22.07.2019 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Und doch ein Leistungsunterschied

    ich fahre einen 1er mit 6 Zylindern und bin kürzlich einen X2 M135 probe gefahren. Sicher ist bei beiden mehr Leistung vorhanden als man braucht. Doch in der Leistungsentfaltung sind sie schon sehr unterschiedlich. Trotz Vierradantrieb merkt man klar das beim Neuen die Front den Schwerpunkt setzt. Bei Bedarf die Front oder bei Bedarf den Heckantrieb priorisieren ist ein merklicher Unterschied

Die neusten Leser-Kommentare

  • Brainticket am 11.08.2019 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    Teurer als sein Vorgänger!

    CHF 58'600 für einen für einen sportlichen Kompaktwagen? kein Wunder klagt die Autoindustrie über mangelnde Absatzverkäufe. Die Konkurrenz aus Korea bietet für viel weniger Geld, genauso sportliche Kompakte mit Vollausstattung. Es lebe der freie Wettbewerb!

  • Desillumination am 28.07.2019 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Endlich mal ein 2 -WD BMW, der im Winter nicht schon bei kleinsten Steigungen am Hang kläglich versagt! Frontantrieb sei Dank. Bravo!

    • Desillumination am 28.07.2019 10:39 Report Diesen Beitrag melden

      edit

      Sorry, habe gerade den Preis gesehen. Ab 58'600 Franken! Ich dachte zuerst, das sei ein (schlechter) Scherz... Nicht mehr bravo!

    • Spagat am 28.07.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      Aehm...

      Du weisst schon, was bei BMW xDrive bedeutet, gell? Aber für den Preis hol ich mir auch nen Kia Stinger. Der hat auch Allrad :)

    • Sagad am 28.07.2019 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Spagat

      der vorteil beim Kia Singer ist, dass das ding ist so hässlich dass man so oft wie man will gegen eine Mauer fahren kann ohne das er hässlicher wird. im gegenteil....

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  • Andreas Wolf (Sunpower) am 24.07.2019 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Continental

    +++ "Wir glauben nicht, dass der Verbrennungsmotor eine Renaissance erleben wird", sagte Andreas Wolf, Chef der Powertrain-Sparte beim Zulieferer Continental, in einem Interview. Zwar werde es Verbrenner auch in Zukunft noch geben, "aber nicht mehr mit dem Schwergewicht wie in der Vergangenheit", so der Antriebsexperte. +++

    • Illumination am 24.07.2019 23:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Sunpower

      "Zwar werde es Verbrenner auch in Zukunft noch geben, aber nicht mehr mit dem Schwergewicht wie in der Vergangenheit".. Vollständige Übereinstimmung - wobei ab Verfügbarkeit von schadstoffarmen bis schadstofffreien synthetischen Kraftstoffen in +/- 10 Jahren "die Karten" völlig neu gemischt werden..

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  • Alfred A. am 24.07.2019 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt jammern viele

    Es ist doch nicht verwunderlich, dass die meisten Autos aussen rum und in ihrer jeweiligen Art und Klasse ähnlich aussehen, innen gibt es grössere Unterschiede und darauf kommt es eben auch an. Zudem: Es wird produziert was der Mehrheit gefällt und nur was sich verkauft bringt Verdienst und Profit. Irgendwie gefällt mir der BMW Einser und er würde mir noch mehr gefallen, wenn es den auch als BEV geben würde.

    • Marktbeobachter am 28.07.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Alfred A.

      Es wird vor Allem produziert, was den Konzernen (vermeintlich) am meisten Geld einbringt. Auch wenn es nicht vernünftig ist.... Stichwort: SUV!

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  • Sunflower am 24.07.2019 01:02 Report Diesen Beitrag melden

    Chance vertan

    Wann bringt BMW endlich mal ein ernstzunehmendes bezahlbares E-Mobil auf den Markt? Andere Hersteller können das. Schon seit Jahren!