Neuer E-Mini

04. August 2019 09:00; Akt: 04.08.2019 12:41 Print

Licht im Dunkel – so viel Spass macht der E-Mini

von Georg Kacher - Ausgerechnet bei der ersten Ausfahrt mit dem neuen Elektro-Mini in Manhattan legte ein Stromausfall Teile der US-Metropole lahm. Ein Omen?

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New Yorks schlechte Strassen mit den unzähligen Schlaglöchern machen mit vielen Autos kurzen Prozess – nicht aber mit dem Elektro-Mini, der trotz kurzem Radstand, breiten Reifen und sportlichem Charakter den anspruchsvollen Parcours erstaunlich behende bewältigt. Der SE ist zu gleichen Teilen Mini und Cooper. Mit dem Basis-Mini identisch sind die Platzverhältnisse im Innenraum und der Kofferrauminhalt von 211 Liter. Am Cooper orientieren sich das agile Handling und die ordentlichen Fahrleistungen. Der neue Mini SE spurtet von 0 auf 100 Stundenkilometer in 7,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 150 Kilometer pro Stunde elektronisch abgeregelt. Der Reichweite zuliebe. Der aus dem BMW i3 bekannte E-Motor mit 135 kW (185 PS) schickt seine 270 Nm an die Vorder- statt Hinterräder. Der 32,6-kWh-Akku kann an öffentlichen Ladesäulen oder über eine 11 kW-Wallbox zu Hause in zweieinhalb Stunden zu 80 Prozent nachgeladen werden. An einer 50-kW-Gleichstromsäule geht das in nur 35 Minuten. Was dem E-Mini noch fehlt, ist eine kräftigere, 50 kWh starke Power-Einheit mit entsprechend grösserer Reichweite, ein Assistenzpaket mit den wichtigsten teilautonomen Fahrfunktionen, ein breiter gefächerter Algorithmus in Sachen Rekuperation und Segeln. Der neue Stromer-Mini läuft voraussichtlich erst nach dem Brexit vom 31. Oktober 2019 vom Band und wird ab März 2020 zu Preisen ab 39'900 Franken bei den Händlern stehen. Das speziell für den Cooper SE entworfene ovale Digitaldisplay im direkten Blickfeld des Fahrers gibt detailliert Auskunft über den Zustand der Batterie, die zur Route passenden Ladestationen und gegebenenfalls die verbleibende Ladedauer. Auch Geschwindigkeit, Telefonie und Musik werden von diesem Zentralinstrument abgebildet.

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Von wegen die Lichter der Grossstadt – während eines mehrstündigen Stromausfalls flackert Manhattan ausgerechnet an diesem Samstag im fahlen Licht der Notbeleuchtung. Bis in die Morgenstunden gibt es keine Möglichkeiten, Sprit zu zapfen oder Strom zu tanken. Immerhin hat BMW den E-Mini beizeiten vollgeladen: Ladezustand 86 Prozent, angezeigte Reichweite 230 Kilometer. Der SE ist zu gleichen Teilen Mini und Cooper.

Mit dem Basis-Mini identisch sind die Platzverhältnisse im Innenraum und der Kofferrauminhalt von 211 Liter. Am Cooper orientieren sich das agile Handling und die ordentlichen Fahrleistungen. Den Spurt von 0 auf 60 Kilometer pro Stunde (hier endet normalerweise die Nachsicht der New Yorker Polizei) schafft das Schnurrwerk in 3,9 Sekunden – ein Z4 3.0i kann das kein Zehntel besser. Von 0 auf 100 Stundenkilometer vergehen 7,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 150 Kilometer pro Stunde elektronisch abgeregelt. Der Reichweite zuliebe.

Der E-Motor leistet 185 PS. Das ebenfalls vom BMW i3 S ausgeborgte Eingang-Getriebe überträgt das maximale Drehmoment von 270 Newtonmeter an die Vorderräder. Damit die nahezu ansatzlos verfügbare Muskelmasse nicht wie ein Blitz in die Lenkung einschlägt und an den Karkassen der optionalen 17-Zoll-Räder zerrt, sorgt eine superschnelle Regelmimik für Disziplin im Vorderwagen.

Souveränes Lenkverhalten, verbesserte Strassenlage

Analog zum neuen 1er hat sich auch der Cooper SE übermütiges Untersteuern ebenso abgewöhnt wie jäh abreissenden Kurvengrip und Traktionsprobleme auf niedrigen Reibwerten. Das Resultat dieser Massnahmen ist ein absolut souveränes Eigenlenkverhalten ohne Nachtreten auf welliger Fahrbahn, instabilem Geradeauslauf und zuckendem Heck bei Lastwechseln. Der Strassenlage zuträglich ist ausserdem der durch das Batteriepaket bedingte, um 30 Millimeter niedrigere Schwerpunkt.

New York ist berühmt für den Times Square, die Freiheitsstatue, die Brooklyn Bridge und den von Schlaglochpocken und Dauerbaustellen durchsetzten Asphaltdschungel. Diese Topographie macht mit vielen Autos kurzen Prozess – nicht aber mit dem Elektro-Mini, der trotz kurzem Radstand, breiten Reifen und sportlichem Charakter den anspruchsvollen Parcours erstaunlich behende bewältigt. Das verwindungssteife Auto hat das Federn und Dämpfen nicht verlernt, obwohl ein Mehrgewicht von 145 Kilogramm gegenüber dem Cooper S mit Steptronic auf den Achsen lastet.

Um das Batteriepaket vor Aufsetzern zu schützen, haben die Ingenieure ein vollflächiges Unterfahrblech installiert, das die Trimmlage um 18 Millimeter anhebt. Zu den auf den ersten Blick sichtbaren Unterschieden gehören der geschlossene Grill, die Heckschürze ohne Auspuff-Endrohre, die neu designten Felgen sowie die in knallgelber Signalfarbe lackierten Aussenspiegel.

Kipphebel statt Lenkrad-Paddels

Während der Fahrt taucht zwar immer wieder mal die Skyline von Brooklyn auf, doch ein Head-Up-Display sucht man im Cooper SE ebenso vergeblich wie Paddel am Lenkrad, mit denen sich die beiden Rekuperations-Stufen intuitiv bedienen liessen. In diesem Zusammenhang würde es sich anbieten, durch gleichzeitiges Ziehen der Paddel den Freilauf zu aktivieren. Mini hat sich stattdessen dazu entschlossen, die Rekuperation über das Fahrpedal (One Pedal Feeling) und über einen Kipphebel zu steuern, der in der Mittelkonsole direkt neben dem Start-Taster sitzt.

Wer nicht aufpasst, schaltet schon mal versehentlich den Antrieb ab, der erst nach einem «Fullstop» und einem Umweg über die Stufen P oder N wieder zum Leben erwacht – ein völlig unnötiges Risiko, nicht nur im Stop-and-Go-Verkehr. Ein prinzipbedingter Kritikpunkt betrifft zudem den für einen Mini zu grossen Wendekreis, der sich nur im Rahmen einer Neukonstruktion mit nach innen versetzten Längsträgern beseitigen liesse.

Fahrprogramme sind nicht ausgereift

Einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen an diesem 34 Grad heissen Sommertag die vier Fahrprogramme. Green+ reduziert die Klimaleistung und verbietet sich damit von selbst, Green erzieht über Gaspedal- und Motor-Kennung zum allzu defensiven Fahren, der Normalmodus MID ist ein leider nicht segelfähiger Kompromiss, Sport treibt den Verbrauch von 15 auf 25 Kilowattstunden (kWh) und mehr – zaubert aber gleichzeitig dem Fahrer ein Lächeln aufs Gesicht. Der 32,6-kWh-Akku kann an öffentlichen Ladesäulen oder über eine 11 kW-Wallbox zu Hause in zweieinhalb Stunden zu 80 Prozent nachgeladen werden. An einer 50-kW-Gleichstromsäule geht das in nur 35 Minuten.

Das speziell für den Cooper SE entworfene ovale Digitaldisplay im direkten Blickfeld des Fahrers gibt detailliert Auskunft über den Zustand der Batterie, die zur Route passenden Ladestationen und gegebenenfalls die verbleibende Ladedauer. Auch Geschwindigkeit, Telefonie und Musik werden von diesem Zentralinstrument abgebildet.

Was dem E-Mini noch fehlt, ist eine kräftigere, 50 kWh starke Power-Einheit mit entsprechend grösserer Reichweite, ein Assistenzpaket mit den wichtigsten teilautonomen Fahrfunktionen, ein breiter gefächerter Algorithmus in Sachen Rekuperation und Segeln – sowie an diesem ganz besonderen Tag eine Entwarnungs-SMS, als der Strom in Manhattan wieder zu fliessen begann. Daran können die Briten ja noch arbeiten, denn der Mini SE läuft in Oxford voraussichtlich erst nach dem Brexit vom 31. Oktober 2019 vom Band und steht in der Schweiz ab März 2020 beim Händler – für mindestens 39'900 Franken.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carl am 04.08.2019 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wann lernen sie es?

    Leider zu wenig Auto fürs Geld. Bekommt man bei Peugeot mehr für weniger.

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  • Leser am 04.08.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Vermisst

    Wir vermissen E-Guru und Sunpower! Gibt es denn kein Geld mehr für deren Beiträge?

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  • Scrat am 04.08.2019 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Grässlich

    Kann man dem Wagen bitte ein paar schöne Felgen verpassen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MiniGO am 12.08.2019 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbestellungen

    45'000 Vorbestellungen sprechen fr sich...

  • Franz W. am 08.08.2019 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alternative

    Das deutsche Startup Unternehmen Sono Motors, hat mit dem Model Sion einen tollen Mini Van entwickelt der autark ohne flüssige Brennstoffe funktioniert.

  • Maxi am 06.08.2019 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mini

    Der Mini war, ist und bleibt ein Frauen-Gag, sowie das iPhone. Girls müssen iPhone haben. Oder hat je jemand einen Mann in einem Mini gesehen? Ich nicht, ich sehe nur Frauen in diesen Minis sitzen.

    • Ex Minifahrer am 06.08.2019 20:43 Report Diesen Beitrag melden

      wie bitte?

      Der Mini war, ist und bleibt ein Frauen-Gag??? Ich hatte über drei Jahre einen alten Mini 1000S als ich noch jünger war. Zudem galt der Mini auch in der Rennscene als Männerauto. Wie alt sind denn Sie, das Sie so ein Müll von sich geben? Und ich habe auch ein I-Phone. Also? Was wollten Sie genau sagen?

    • Grossfahrer am 07.08.2019 14:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Ex Minifahrer

      Vielleicht sind Sie im falschen Körper geboren? Schon mal darüber Gedanken gemacht? ;-)

    • Redback am 07.08.2019 15:22 Report Diesen Beitrag melden

      Wie kommt man auf sowas?

      Antwort an Maxi waaasss... ich kenne etwa 4 Männer die eine Cooper S fahren. Was für eine Aussage

    • Ex Minifahrer am 07.08.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Grossfahrer

      Oder vielleicht haben Sie was an der Waffel ;-) Haben Sie mal darüber nachgedacht?

    • Chris am 07.08.2019 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maxi

      Sie verwechseln da wohl den Minirock. Viele Männer wie ich lieben kleine Fahrzeuge, weil bei uns etwas anderes nicht zu kurz geraten ist. Also benötige wir keine Kompensation, auch wegen den Mini's nicht. Alles klar?

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  • Thomas am 06.08.2019 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Bin mal gespannt!

    Ich bin ja mal gespannt was VW nächsten Monat in Frankfurt zeigt mit dem ID.3. Dann steigt einer der grössten Autobauer in diesen Markt ein!

    • Rainer D. am 06.08.2019 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Geliefert wird bei VW auch erst 2020.

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  • Ronny C. am 06.08.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Macht wenig Sinn

    Die Reichweite ist im Vergleich zum Model 3 eher ein schlechter Scherz, Schnellladenetz gibts auch keines. Mit etwas Ausstattung kostet der Wagen aber deutlich mehr als die Konkurrenz. An der Verarbeitungsqualität kanns nicht liegen, Minis sind bekannt für knarzendes Hartplastik überall. Sehe nicht, wo so ein technisch mauer, überteuerter 2-door-Kleinwagen Sinn machen könnte.

    • Mini Service Driver am 06.08.2019 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C.

      Ich weiss nicht welcher Jahrgang der Mini hatte in dem Sie gesessen sind, vermutlich noch aus Mister Bean zeiten. Die verarbeitungsqualität im Interieur gehört nämlich zu dem qualitativ besten in seiner Klasse! Von wegen Hartplastik. Das Leder zum Beispiel stammt vom selben Lieferant wie louis vuitton. Ausserdem, welcher Kleinwagen bietet 3 Jahre Garantie und 10 Jahre Gratis Service? Was die Reichweite anbelangt gebe ich Ihnen recht, da hat es noch viel Potenzial.

    • Ronny C. am 06.08.2019 14:31 Report Diesen Beitrag melden

      Ausfahrt mit Mr. Bean

      @Mini Service Driver : Am Wochenende in einem gut 3 Jahre alten Cooper S Cabrio (wie der auch immer genau heisst). Ja, der Wagen bietet Fahrspass, aber es rappelt und knistert überall. Und nein, das ist nicht bei allen Cabrios so und ich fuhr nicht über Schotterpisten. Für die gut CHF 58'000.-- die der Wagen gem. Besitzer gekostet hat, erwarte ich von BMW etwas bessere Verarbeitungsqualität. Das Leder war ok, aber das Fakeholz-Zeugs aus Plastik passt nicht in diese Preisklasse.

    • Mini Service Driver am 07.08.2019 00:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C.

      Demnach war es also nicht das aktuellste Modell. Ich selber fahre ein Cabrio Jahrgang 2019 und da knistert gar nix. Wenn Sie echte Holzleisten wollen dann müssen Sie sich wohl einen Bentley kaufen. Im Tesla werden Sie diese kaum finden.

    • Ronny C. am 07.08.2019 15:23 Report Diesen Beitrag melden

      Skihütten-Charme

      @Mini Service Driver : im privaten Model X hats Holz drin, in unseren Geschäfts-Model 3 auch. Ich habe die mit dem dunklen Interior genommen, aber nicht wegen dem Holz, sondern wegen den Sitzen. Weisse Sitze in Geschäftswagen sehen schnell siffig aus. Grundsätzlich brauche ich diesen Skihütten-Charme aber nicht. Es gibt tollere Materialien als altväterischers Holz und Leder. Das war 1960 vielleicht cool, Aber klar, ist Geschmacksache. Geniessen Sie Ihren Mini, Fahrspass bietet er zweifellos.

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