Car of the Week

15. Februar 2019 05:00; Akt: 15.02.2019 08:26 Print

Mit V8-Motor und 550 PS den guten Ruf verteidigen

von Michael Köckritz - Vor zwei Jahren ging der Range-Rover Velar als vielversprechender Schönling an den Start. Jetzt will er sich mit einer mächtigen Motorisierung gegen die leistungsorientierte Konkurrenz behaupten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Man mag sich fragen, was ein Fahrzeug mit knapp fünf Metern Länge und einer Höhe von fast einem Meter siebzig in der sogenannten Midsize-Klasse zu suchen hat. Trotzdem tritt der Range Rover Velar seit zwei Jahren in dieser Kategorie an. Optisch gab er dabei von Anfang an eine gute Figur ab. Bei den World Car Awards räumte er nicht von ungefähr in der Sparte Design ab. In Sachen Motorisierung aber gab er sich eher bescheiden: Der Velar, der die Lücke zwischen dem traditionellen Range Rover und dem Evoque füllt, war bislang nur mit Vier- und Sechszylindermotoren zu haben, mit 180 PS im Zweiliter-Turbodiesel bis 300 PS im Vierzylinder-Turbobenziner und im V6-Turbodiesel.

Das war einmal. Nun stattet Land Rover den Velar mit dem beeindruckenden V8-550-PS-Kompressor-Kraftpaket aus dem Range Rover Sport SVR aus. Vor ein paar Jahren setzte der Hersteller noch voll auf Selbstzünder für den Velar, und was zu jener Zeit sicherlich sinnvoll war, erwies sich später jedoch als Manko, zumal die Dieselkrise dem Absatz deutlich schmälerte und die politischen wie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch nicht gerade hilfreich waren – angefangen bei den Vereinigten-«America-first»-Staaten über Brexit-UK bis hin zum chinesischen Markt, dessen Wachstumsraten in Richtung Normalität schrumpfen. Dazu trumpfte die Konkurrenz wie AMG oder BMWs mächtiger X6 M, der wie der Velar rätselhafterweise zur Midsize-Gruppe gezählt wird, mit imposantem Leistungsdaten auf und profitierte davon, dass dicke Motoren – warum auch immer – wieder beliebt sind.

Es gilt, einen Ruf zu verteidigen

Deshalb soll nun die «Velar SVAutobiography Dynamic Edition» den V8-Benzinern der Mitbewerber Paroli bieten – wobei das Team von Land Rovers «Special Vehicle Operations», zuständig für blitzschnelle Luxusausführungen, den Auftrag sehr ernst nahm. Immerhin galt es, einen Ruf zu verteidigen: Die Typenbezeichnung «Autobiography» steht für Wertvolles im Universum von Land Rover. Traditionell bekommen nur die Top-Versionen eines Modells den glorreichen, wenn auch sperrigen Titel.

Die 550 PS und 680 Newtonmeter des 5-Liter-V8-Kompressor-Motors bringen den Titelhelden in 4,5 Sekunden von Null auf 100 km/h, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 274 km/h. Um den Fahrleistungen des 1'800 Kilo wiegenden Velar gerecht zu werden, verpasste das «SVO»-Team dem Fahrzeug deutlich grössere Bremsen, die leichter sind – und rot. Die Luftfederung wurde gestrafft, die Stabilisatoren verstärkt. Die Acht-Gang-Automatik wurde deutlich sportlicher ausgelegt, und die elektronischen Kontrollsysteme, die den Midsize-Riesen sowohl auf der Strasse als auch im Matsch spurtreu halten, wurden der erhöhten Leistung angepasst. Der auf der gleichen Plattform basierende F-Pace könnte von der Entwicklung profitieren, sollte er in der nächsten Auflage mit der gleichen Maschine ausgestattet werden.

Über das innovative Design des Velar, das die geradlinige Formensprache der zukünftigen Range-Modelle vorausnimmt, ist viel geschrieben worden. Äusserlich wird sich am V8-Modell wenig ändern. Es steht ein wenig breiter und tiefer da als sein Kollege, das Gesicht wurde durch die grösseren Lufteinlässe in den neuen Stossfängern ein wenig strenger. Geblieben ist die super-elegante Linienführung, leicht verbrämt mit schnittigen Designelementen an den Türen und an der Haube. Bestückt ist er mit 21 Zoll grossen Leichtmetallfelgen, optional sind 22-Zöller zu haben. Der Flügel am Heck wirkt ausgeprägter, grösser ist er allemal, und der Diffusor zwischen den vier viereckigen Auspuffrohren wuchs gewaltig.

Ein Knopfdruck auf's Smartphone und der Velar startet

Im Innern sieht’s dann mehr nach Neuem aus – mit klimatisierten Ledersitzen, einem leicht futuristischen Lenkrad (obwohl immer noch rund) und Schaltwippen aus Aluminium. Die Symbole der Bedienungsknöpfe am Steuer werden erst bei Bedarf sichtbar. Hinter dem Lenkrad findet sich ein optionales interaktives 12,3-Zoll-TFT-Instrumentendisplay, in der Mitte zwei übereinander angeordnete Touchscreens. Auf Wunsch gibt’s ein Kohlefaser-Set inklusive der trefflich benannten «Carbon Weave»-Lackierung. Die besonders Fortschrittlichen unter den Velar-Kunden können ihr Fahrzeug per Smartphone oder -watch starten.

Trotz aller Zugeständnisse an die Premium-Käuferschaft bleibt der Velar einer der besten Offroader – in allen Klassen. Seit Jahrzehnten bewährt sich Range Rovers Allradantrieb (AWD) mit Intelligent Driveline Dynamics (IDD) und Torque Vectoring. Aber das allein zählt nicht mehr. In seiner veredelten Aufmachung als Kraftmeier könnte der Velar den verlorenen Boden am Ende wieder gutmachen.

Und, wenn wir ehrlich sind, kann man einen V8 immer gut gebrauchen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ronny C. am 15.02.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Sowas ist absolut sinnlos....

    So, warten wir mal auf all die Umwelt-Jammeris, die wohl bald loslegen. So eine Motorisierung macht wenig Sinn, aber eine Uhr für CHF 300'000.-- zeigt auch nur die Zeit an. Auf den Malediven kann man den Bierbauch auch nur im Salzwasser schwenken, was auch in Italien möglich wäre. Man könnte die Liste beliebig fortsetzen. Jeder hat sein Hobby und seine Interessen und ein paar dieser Autos werden die Welt nicht untergehen lassen. Also lasst das Gejammere, es ist schade um den Strom für die Router, Server und euren PC.

    einklappen einklappen
  • Oliver Morado am 15.02.2019 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Velar Driver

    Die Avantgarde der SUV's. Design und Komfort stehen im absoluten Verhältnis bei einander. Der 3l Diesel überzeugt mit seiner lauf ruhe und ordentlichem Drehmoment. Der grosse Wumms fehlt jedoch und wirkt daher tlw. ein wenig träge. Die V8 Version ist sicherlich die Alternative jedoch ist der Verbrauch nicht ohne. Absolutes Schmuckstück.

  • Holger am 15.02.2019 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Déjà-Vu?

    Ehm, war dieses Auto nicht schon vor ein paar Tagen hier?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Auto am 25.02.2019 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst

    Das ist doch ein Auto für ängstliche Frauen die sich mit so viel Blech etwas sicherer fühlen. Aber eine Gefahr für alle anderen sind ;-)

  • neuer, glücklicher MB Fahrer am 21.02.2019 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal und nie wieder!

    Auch mich erstaunt, dass schon wieder das gleiche Auto präsentiert wird. Geschickt getarnte Werbung von EF? Ich bleibe dabei: Dieses Auto sieht cool aus, kann aber nicht halten was es verspricht. Leder können die Inder, Plastik und Elektronik definitiv nicht. Ich bin den 3 Liter Diesel 14 Monate gefahren und bin heilfroh ist das Ding nun weg. Ist mir denn doch noch nie passiert. Gut für ein Mama-Taxi aber nicht als Geschäftswagen der muss nämlich fahren..

  • noldi am 18.02.2019 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    So ist es

    Der Pannenlord bleib ein Pannenlord! Der Name hat er nicht vergebens bekommen.Fertig!!

    • ehemaliger RR Kunde am 21.02.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

      genau...

      Kann ich beststätigen. Von 365 Tagen steht die Karre 50 Tage in der Garage bei EF und sie suchen und suchen....

    einklappen einklappen
  • E-Guru am 17.02.2019 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spare Parts

    Geld sparen bei ... ... Anlasser, Lichtmaschine, Starterbatterie, Katalysator, Auspuff, Öltank, Ölfilter, Kraftstofffilter, Zahnriemen, Kupplung, Zündkerzen, Benzinpumpe, Ölwechsel. Durch ein Elektromobil.

  • Heli Kopter am 17.02.2019 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeitgemäss fahren

    Gut haben wir jetzt 550 PS um unsern Setzling die 2 km in den Kindergarten zu fahren. Schliesslich hat Kevin noch seinen Teddy dabei und der will auch sicher ankommen. Auf dem Rückweg fahre ich noch Brötchen kaufen, die haben auch noch Platz.

    • Tante Emma am 17.02.2019 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heli Kopter

      Als Zweitwagen geht der durch

    einklappen einklappen