Porsche Taycan

14. Mai 2019 16:24; Akt: 14.05.2019 16:25 Print

So fährt sich der erste vollelektrische Porsche

von Thomas Geiger - Thomas Geiger war mit Baureihenchef Stefan Weckbach auf Abnahmefahrt mit dem elektrischen Porsche Taycan in Weissbach Weissach.

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Der Taycan fährt nicht nur wie ein Porsche und trotzdem ganz anders – aber auch das Design schlägt eine Brücke in die Zukunft, ohne die Vergangenheit zu verleugnen. Was 2015 als Mission E geboren wurde und nach bald vier Jahren Vorspiel diesen Herbst endlich in den Handel kommen soll, lässt die Gemeinde der Schnellfahrer und Besserverdiener schon einmal feuchte Hände kriegen. An Elan mangelt es dem Tarnkappenbomber bei seinem Tiefflug nicht. Mit rund 600 PS für die stärkste der zahlreichen geplanten Modellvarianten erreicht er mit je einem Motor pro Achse trotz seiner stets deutlich über zwei Tonnen Gewicht Fahrleistungen, die besser sind als bei jedem Panamera. Eine Ansicht, an die man sich gewöhnen wird: Von 0 auf Tempo 100 wird der Taycan kaum mehr als drei Sekunden brauchen und wo Audi e-tron oder Mercedes EQ C im Leben nicht auf 200 km/h kommen, nimmt der Porsche diese Hürde in etwa zwölf Sekunden. Mit einem Schwerpunkt niedriger als beim GT3, mit der mitlenkenden Hinterachse des Elfers und einem adaptiven Fahrwerk wie im Panamera schrumpft der knapp fünf Meter lange Riese augenscheinlich zu einem handlichen Sportwagen, der die Landstrasse zur Lustmeile macht. Ob der Taycan ein Erfolg wird? Sicher. Denn ein paar Monate vor der Lancierung ist die Nachfrage nach dem E-Porsche mittlerweile so hoch, dass die Stuttgarter die Produktionskapazität für den Taycan gerade noch einmal angehoben haben. Innen gibts ein Cockpit, in dem sich Porsche-Fahrer fühlen werden wie Captain Future und trotzdem auf Anhieb zurechtkommen dürften. Denn hier schaut man in eine Bildschirmlandschaft, in der es kaum noch haptische Bedienelemente gibt – selbst die Lüfterdüsen verstellt man jetzt auf einem Touchscreen.

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Kein Auto wird mit so viel Spannung erwartet wie dieses. Denn eine neue Baureihe legt Porsche nicht alle Tage auf. Und wenn es dann auch noch der erste elektrische Porsche ist, dann bekommt die Gemeinde der Schnellfahrer und Besserverdiener schon einmal feuchte Hände. Die eine Hälfte, weil sie darauf hofft, dass sie in Zukunft wieder ohne Reue einen Sportwagen bewegen darf, und die andere, weil sie um das Ende einer Legende fürchtet und Angst hat, dass die nationale Sportwagen-Ikone bald endgültig auf dem Altar des Klimaschutzes und der Political Correctness geopfert wird. Zwischen den beiden Lagern steht Stefan Weckbach: Er leitet die Baureihe J1, die zur IAA 2015 als Mission E geboren wurde und nach bald vier Jahren Vorspiel in diesem Herbst endlich in den Handel kommen soll.

Von Erwartungen und Befürchtungen eingezwängt wie in einem Schraubstock und der Countdown für den Start der Produktion im Stammwerk Zuffenhausen in der heissen Phase – da würde man dem Mann eine gewisse Nervosität zugestehen. Doch wenn es die gibt, lässt sich Stefan Weckbach davon jedenfalls nichts anmerken. Im Gegenteil: Entspannt, gelassen und mit dem bislang erreichten augenscheinlich sehr zufrieden, sitzt er am Steuer seines Prototypen und treibt jenen Sportwagen, der Porsche fit für die Zukunft machen soll, mit Lust und Leidenschaft rund um das Entwicklungszentrum in Weissach.

Vom Taycan hört man nur ein leises Surren

Das hat durchaus etwas Gespenstisches, selbst wenn die Tarnung des Taycan mittlerweile ziemlich dürftig ist und das viertürige Coupé, das nur wenig kürzer, dafür aber deutlich flacher ist als der Panamera, lange nicht mehr so geheimnisvoll wirkt. Doch da, wo sonst die Turbos röhren und die Boxer-Motoren brüllen, vernimmt man vom Taycan nur ein leises Surren und spürt ihn eher vorbeifahren als dass man ihn tatsächlich hört.

Das ist jedoch fast schon der einzige Unterschied zu Elfer & Co. Am Elan jedenfalls mangelt es dem Tarnkappenbomber bei seinem Tiefflug nicht. Mit rund 600 PS für die stärkste der zahlreichen geplanten Modellvarianten erreicht er mit je einem Motor pro Achse trotz seiner stets deutlich über zwei Tonnen Gewicht Fahrleistungen, die besser sind als bei jedem Panamera. «Alles, was wir bei der Präsentation der Studie versprochen haben, werden wir mit dem Serienauto einhalten oder gar übertreffen», sagt Weckbach. Von 0 auf Tempo 100 wird der Taycan deshalb kaum mehr als drei Sekunden brauchen und wo Audi e-tron oder Mercedes EQ C im Leben nicht auf 200 km/h kommen, nimmt der Porsche diese Hürde in etwa zwölf Sekunden.

Kickdowns sollen nicht zur Spassbremse werden

Aber dass Elektroautos spurtstark sind, das hat auch schon Elon Musk mit seinen Teslas gepredigt und bewiesen. Und dass der Taycan Auslauf bis 250 km/h bekommt, ist nach der Vorlage des Tesla Model S – zumindest aus Marketinggründen – das mindeste. Doch damit kann und will sich Porsche nicht begnügen: Weil der Taycan ein echter Porsche sein soll, bringt er diese Performance nicht wie Tesla & Co zwei, oder dreimal, sondern immer und immer wieder. «So lange die der Akku genügend Strom liefern kann, bietet der Taycan auch die volle Leistung», verspricht Weckbach. Ein Porsche, der freiwillig einen Gang herunterschaltet, das ist den Entwicklern derzeit (noch) zu viel.

Natürlich definiert Weckbach Sportlichkeit nicht allein über Sprintwerte, sondern erlaubt im Taycan auch eine Querdynamik, wie man sie unter den Stromern so noch nicht erlebt hat. Mit einem Schwerpunkt niedriger als beim GT3, mit der mitlenkenden Hinterachse des Elfers und einem adaptiven Fahrwerk wie im Panamera schrumpft der knapp fünf Meter lange Riese augenscheinlich zu einem handlichen Sportwagen, der die Landstrasse zur Lustmeile macht. Trotz der sportlichen Fahrt hat Weckbach eine Hand meist in der Luft und unterstreicht damit seine Worte. Denn egal, wie eng und verwinkelt der Kurs auch ist, hält der Baureihenleiter den Taycan meist nur mit einer Hand auf der Ideallinie, so gut ist das Auto offenbar zu beherrschen.

Fährt wie ein Porsche – nur ganz anders

Aber der Taycan fährt nicht nur wie ein Porsche und trotzdem ganz anders. Sondern auch das Design schlägt eine Brücke in die Zukunft, ohne die Vergangenheit zu verleugnen. Aussen stehen dafür vor allem die neuen Scheinwerfer, die vor den wie immer überhöhten Kotflügeln zu schweben scheinen, und das dünne Leuchtschwert am Heck, das die durchgehenden Rücklichter der aktuellen Modellpalette neu interpretiert. Und innen ist es das Cockpit, in dem sich Porsche-Fahrer fühlen werden wie Captain Future und trotzdem auf Anhieb zurechtkommen dürften. Denn wenn Weckbach zwischendurch mal stolz die blickdichten Tarnmatten lüftet, schaut man in eine Bildschirmlandschaft, in der es kaum noch haptische Bedienelemente gibt – selbst die Lüfterdüsen verstellt man jetzt auf einem Touchscreen.

Das sieht futuristisch aus und lässt selbst die Teslas mit ihrem grossen Tablet irgendwie alt wirken, hat aber schon bei der Cross Turismo-Studie so gut funktioniert, dass man sich über Bediensicherheit keine Gedanken machen muss. Zumal auch hier ein paar goldene Gesetze der Porsche-Geschichte berücksichtigt bleiben: Die unterschiedlichen Fahrmodi wählt man nach wie vor mit einem Drehschalter am Lenkrad und links davon leuchtet stolz ein Sensorfeld, das an den Startknopf erinnert.

Ob der Taycan ein Erfolg wird? Sicher. Denn ein paar Monate vor der Lancierung ist die Nachfrage nach dem E-Porsche mittlerweile so hoch, dass die Stuttgarter die Produktionskapazität für den Taycan gerade noch einmal angehoben haben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PS;L am 14.05.2019 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ui meine armen Augen

    Ich schmeiss mich weg, der Wagen sieht aus wie ein kleines Mädchen bei den ersten Schmink-versuchen. Technisch Hop, Optisch Flop

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  • Pirmin Hegg am 14.05.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schräges Design

    Gar nicht mal so schön; die wohl hässlichsten Scheinwerfer und Rückleuchten, die ein Porsche je hatte, gar noch schlimmer als damals die unsäglichen "Spiegeleier-Scheinwerfer" beim 911er und beim Boxster!

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  • Herr Bert am 14.05.2019 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Optisch wenig anziehend. Schade wurde nicht die ursprüngliche Mission E Studie umgesetzt. Ich bleibe noch bei meinem "Lüfter"

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Info am 18.05.2019 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    +++++++++++ Auf dem Auto-Portal ECOMENTO findet man im Internet immer die neusten Informationen zu Elektroautos und zur E-Mobilität.

  • Lisa am 17.05.2019 02:14 Report Diesen Beitrag melden

    Vollelektrisch

    Die haben sicher auch einen Staubsauger im Handschuhfach.

  • Dean am 17.05.2019 02:12 Report Diesen Beitrag melden

    In unter 3 Sekunden auf 100

    Das macht absolut Sinn.

  • Menstag Frei am 16.05.2019 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heute ist doch erst Auditag

    Ihr bringt mich ganz aus dem Konzept. Nun denke ich wieder den ganzen Tag, es sei schon Freitag.

    • Deichgraf am 17.05.2019 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      Schau genau

      Der Artikel wurde aber am Dienstag, also dem offiziellen Porschetag veröffentlicht. Donnerstag ist der Wiederholungstag, wie Sie am Artikel zum Lamborghini Miura leicht feststellen können. Aber dass heute kein Audiartikel erschienen ist irritiert mich aber auch.

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  • Flaacher Käfer am 16.05.2019 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Sun-Guru-Power-Porsche im 911-Kleid. Wer es denn braucht.