Mercedes-AMG C-Klasse

02. Juli 2018 05:01; Akt: 01.07.2018 20:34 Print

Sonne und Sturm

von Nina Vetterli - Das Cabrio ist die lustvollste Art, die überarbeitete Mercedes-Benz C-Klasse zu fahren. Und mehr AMG als beim 43er-Modell braucht eigentlich kein Mensch.

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Neu, neu, neu! In der Autowelt muss immer alles neu sein, und wenn Mercedes von 50 Prozent Neuteilen spricht, dann erwartet man bei der überarbeiteten C-Klasse nichts weniger als das: ein praktisch neues Auto. Umso enttäuschender, das Facelift dann gerade mal an retuschierten Stossfängern und erstmals volldigitalen Instrumenten zu erkennen, die allerdings nicht dem spektakulären Widescreen-Cockpit der A-Klasse entsprechen. Renoviert wurde der Bestseller
somit vor allem in Details.

Unter anderem halten effizientere Motoren und Assistenzsysteme aus der S-Klasse Einzug; optional können bis zu 650 Meter weit leuchtende Multibeam-LED-Scheinwerfer geordert werden. Doch was kümmert es den C-Klasse-Cabrio-Fahrer, dass die Neuerungen kaum sichtbar sind: Bei geöffnetem Verdeck weht sowieso ein frischer Wind.

Mal ein Grummeln, mal ein Donnergrollen

Mit dem AMG-Einsteigermodell C 43 4Matic zieht sogar ein Sturm auf. Der um 23 auf 390 PS erstarkte V6 ist an eine blitzschnelle 9-Gang-Automatik gekoppelt, katapultiert den 1,8-Tonnen-Wagen in unter fünf Sekunden auf Tempo 100 und gibt je nach Klappenauspuffeinstellung mal ein Grummeln, mal ein Donnergrollen von sich – mehr AMG braucht kein Mensch. Klar geht es bei den V8-Sportlern C 63 und C 63S noch stürmischer zu, die Schattenseite ist jedoch ein reiner Heckantrieb. Der C43 ist mit seinem serienmässigen Allradantrieb trotz hecklastiger Auslegung auch für echte Stürme geeignet.

Unabhängig vom Wetter fährt man damit auf der Sonnenseite des Lebens. Die Sportsitze sind bequem, das AMG-Fahrwerk kommt ohne übertriebene Härte aus und der Kofferraum fasst respektable 360 Ladeliter. Das Akustikverdeck ist derweil gut gedämmt; im offenen Zustand sorgen ein elektrisches Windschottsystem und eine optionale Kopfraumheizung für angenehme Temperaturen.

Egal, ob praktisch neu oder nur in tausenden Details verbessert: In sich wirkt das C43 Cabrio stimmiger denn je. Dass der Preis hoch und die Optionenliste lang ist – nun, in der Hinsicht liess sich leider tatsächlich nichts Neues erwarten.
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Mercedes-Benz C43 4Matic Cabriolet Facts & Figures
2-türiges Sportcabrio mit 4 Sitzen.

Masse:
Länge: 4696 mm, Breite: 1810 mm, Höhe: 1408 mm, Radstand: 2840 mm.

Kofferraumvolumen:
285 bis 360 Liter.

Leergewicht:
ab 1870 kg.

Motor:
3,0-V6-Zylinder mit 390 PS (287 kW) und 520 Nm.

Antrieb:
9-Gang AMG Speedshift TCT .

Fahrleistungen:
0 bis 100 km/h in 4,8 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit 250 km/h.

Verbrauch:
9,5 (NEFZ) Liter auf 100 Kilometer (Mix/offizielle Werksangabe).

CO2-Ausstoss:
218 Gramm pro Kilometer.

Markteinführung:
ab sofort.

Preis:
Ab 80'900 Franken.

Infos:
www.mercedes-benz.ch

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Auto-Quartett: Der Mercedes-Benz C43 4Matic Cabriolet im Vergleich

Mercedes-AMG C43 4Matic Cabriolet
PS/Nm 390/520
0–100/Vmax 4,8/250
l/100 km/CO2 9,5 (NEFZ)/218
Preis ab 80'900.–

Audi S5 3.0 TFSI Cabrio
PS/Nm 354/500
0–100/Vmax 5,1/250
l/100 km/CO2 7,9/179
Preis ab 91'500.–

BMW 440i xDrive Cabrio
PS/Nm 326/450
0–100/Vmax 5,0/250
l/100 km/CO2 7,7/179
Preis ab 76'350.–

Ford Mustang 5.0 GT Cabrio
PS/Nm 451/529
0–100/Vmax 4,6/250
l/100 km/CO2 12,5/279
Preis ab 56'900.–

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Giorgio am 02.07.2018 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Urdenken

    Reiner Heckantrieb ist Schattenseite. So ein Quatsch.

  • small-block am 02.07.2018 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    kein Style

    Der Innenraum der neuen C-Klasse ist sehr viel schöner geworden. Aussen werden sie immer hässlicher.

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  • R. Schmid am 02.07.2018 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Image ist leider durch bestimmte Klientel am Boden. Wie bei den gesamten Deutschen-Autos.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Al Banese am 17.07.2018 00:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schön aber es geht auch anders

    Finde den CLA 45 AMG besser, ist 4x4 und mit 2L 4 Zylinder hat AMG 381Ps rausgeholt, Service, Unterhalt und Verbrauch sind deutlich besser als beim C43

  • Ein Ausgewachsener am 03.07.2018 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich immer noch doof wäre...

    würde ich auch heute noch ein Auto aus deutscher Fabrikation fahren, habe fast alles durchs Band jahrzehntelang ausprobiert, aber ich bin nach jahrelanger, schlechter Erfahrung schläuer geworden und fahre längst zuverlässige Japaner, wenig Spritverbrauch, viel Power und sogar noch sehr günstig im Unterhalt. Dass mein Bankkonto jetzt immer fetter wird ist zu verkraften!

    • Dani am 03.07.2018 21:37 Report Diesen Beitrag melden

      Schläuer?

      Du kannst das Konjunktiv weglassen, Herr Ausgewächsener

    • Illumination am 03.07.2018 21:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Ein Ausgewachsener

      Kenne auch Besitzer und Fahrer mit schlechten Erfahrungen mit Fahrzeugen von deutschen, japanischen, italienischen, französischen, englischen, koreanischen, schwedischen, amerikanischen Herstellern - weiss bald nicht mehr, was ich kaufen soll - bleibe am besten zuhause... ;-)

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  • Weiteres überflüssiges Auto am 02.07.2018 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie war das mit Energiesparen?

    Noch so ein überflüssiger, übermotorisierter Glatzenbrenner für die verregnete Nebensaison?

    • Turbovic am 02.07.2018 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Weiteres überflüssiges Auto

      anders gefragt, was bringt dir ein Fahrzeug, dass wenig verbraucht und es die Mehrheit immer noch nicht geschnallt hat, das man den Straßenverkehr, flüssig halten muss. Also so lang es überwiegend solche (böse gesagt) "ignoranten" auf der Straße anzutreffen sind, bringt dir das nicht so viel, ausser dem Hersteller....

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  • Ronny C. am 02.07.2018 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrieb eingestellt

    Tja, der C63 wurde letztes Jahr mit 0%-Leasing verramscht. Warum ? Nun, der C63 ist den Weg Porsches gegangen, den WLTP hat er bei weitem nicht geschafft und demzufolge ist das Modell nicht mehr verfügbar, wie so viele andere deutsche Automodelle. Aus dem Merc-Konfigurator wurde das Alteisen bereits entfernt. Die Japaner schaffen den WLTP, die Koreaner, die Amerikaner...nur die Deutschen, welche intensivst lobbyiert und mitgearbeitet haben an der Norm, schaffen es nicht. Die deutsche Autoindustrie ist zum Technik-Schlusslicht geworden, wer hätte das gedacht ?

    • Illumination am 02.07.2018 11:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C.

      Mir nicht bekannt, dass z.B. GM den 6,2 l/V8 LT-1 Basismotor (Corvette, Camaro, Cadillac) bisher nach Euro 6d-TEMP/RDE zertifizieren konnte, wie per 01.04.2018 überhaupt noch kein Chevrolet-Fahrzeug, auch nicht Chrysler, bisher nur Ford einzelne Modelle/Motoren.. ;-)

    • Greg Bühlmann am 02.07.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      Andere Sitten, strengere Normen

      @Illumination : Schauen wir uns die strengere BIN-Norm der Amis an, alle Produkte müssen diese schaffen, da verstehen sie keinen Spass. Die Autoindustrie dort weiss, dass nachgemessen wird. Die Deutschen haben 4 Jahre lang versucht auch beim WLTP zu betrügen, durch den Dieselskandal wurden die Pläne über den Haufen geworfen, da jetzt auch hier gemessen wird. Die Bosch-Filter haben eine Reinigungswirkung unter der Nachweisgrenze, deshalb sind die grossen Benziner vom Tisch. Dem Diesel gehts nächstes Jahr hoffentlich endlich an den Stinkkragen.

    • Illumination am 02.07.2018 13:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Greg Bühlmann

      Sorry, die US-Normen kennen keine separaten Partikelgrenzwerte (Masse/Grösse) wie die Euro 6d-TEMP/RDE Norm.. ;-)

    • dr.z am 02.07.2018 14:53 Report Diesen Beitrag melden

      @ronny C.

      Das problem bei der WLTP das jedes Auto in alle möglichen Austattungsvariante getetet werden muss. Da die Japaner nicht so viele Austattungsvarianten haben wie die Deutschen Kollegen konnten Sie den Test schnell durchführen. Während dessen Die Deuschen Monate brauchen für 1 Model.

    • Robert Bachmann am 02.07.2018 19:40 Report Diesen Beitrag melden

      Andere Massstäbe

      @Illumination : In den USA gelten, und das ist das einzig Richtige, dieselbe Werte für Diesel und Benziner. Hier darf der Diesel, dank der deutschen Lobby, stinken und die Luft mit hochgiftigem NOx verpesten, dass es schlicht absurd ist. Wenn dann endlich auch hier gleiche Abgaswerte für Benziner und Diesel gelten, wird es diesen Stinkern endlich an den Kragen gehen. Diese simpelsten Motoren gehören nicht in moderne PKWs. Aber ja, Mercedes, Porsche, BMW usw. scheitern schon heute am einfachen WLTP.

    • Robert Bühlmann am 02.07.2018 19:57 Report Diesen Beitrag melden

      Genau - andere Massstäbe..

      Okay - gebe mich geschlagen, Sie wissen alles besser.. :-)

    • IndyCars am 03.07.2018 10:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Robert Bachmann

      Ähm - selbst bei Vollgas auf der Autobahn wurde z.B. beim Diesel-Peugeot 308 SW 2.0 BlueHdi nur noch 45 mg NOx pro Kilometer gemessen (WLTP-Grenzwert 80 mg/km) - ein Wert auf "Benziner-Niveau"...

    • Sonny D. am 03.07.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

      Staatlich geschützte US-Industrie

      Nennen Sie mir ein US-Modell das den WLTP bestanden hat ausser den auf Daewoo basierenden Chevy-Modellen? Sie werden keinen finden weil die USA den WLTP nicht in einer Gesetzesvorlage verankert haben. Die US-Automodelle werden von den US-Umweltbehörden aufgrund von Werksmessungen zertifiziert und durchlaufen nicht wie europäische Fabrikate unabhängige Tests. Sie denken doch nicht ernsthaft dass ein 6.2l US-Aggregat auch nur annähernd den RDE-Test bestehen würde. Worauf die USA mit den illusorisch tiefen Grenzwerten hinauswollen ist logisch, zumal der Luftgrenzwert von NOx fünfmal höher ist.

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  • Dr. e-Schizophrenie am 02.07.2018 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CO2 höherlegen?

    390 PS - Das ist genau das e-Auto, das jeder braucht...

    • Dr. Daumenleser am 02.07.2018 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. e-Schizophrenie

      An den Daumen erkennt man sofort, wo das Grundproblem beim Individualverkehr eigentlich liegt.

    • ;-) am 02.07.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. e-Schizophrenie

      390 ist doch nichts. Mindestens 500 sollten es schon sein... Man sieht es an den Daumen.

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