Klein, aber oho

07. Januar 2020 12:03; Akt: 07.01.2020 11:14 Print

Ein neuer Star unter den Stadtflitzern

Coolerer Look, mehr Extras – und los gehts schon ab unter 10 000 Franken: Der Mitsubishi Space Star bietet viele gute Argumente für die City.

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Der riesige Grill des Mitsubishi Space Star sorgt für Aufmerksamkeit und zaubert dem Kleinwagen ein Lächeln ins Gesicht. (Bild: PD)

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Erfolg ist vor allem eine Frage der Betrachtung. Denn obwohl der Space Star im grossen Heer der kleinen Autos kaum auffällt, ist er für Mitsubishi eine dicke Nummer. Schliesslich ist Europa nicht nur der mit Abstand grösste Gesamtmarkt für den Stadtflitzer aus thailändischer Produktion, sondern mit 1381 Zulassungen allein von Januar bis November ist er auch der Bestseller der Marke in der Schweiz, die in der gleichen Zeitspanne allerdings auch ein Minus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.

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Entsprechend liebevoll wird der Konkurrent von VW Up oder Kia Picanto auch gehegt und gepflegt und bekommt deshalb jetzt schon sein zweites Facelift. Wenn er im Frühjahr zu Preisen ab 9 950 Franken in den Handel kommt, kämpft er mit einem strahlenden Lächeln gegen seine mangelnde Bekanntheit und strahlt künftig mit einem riesigen Grill – Dynamic Shield genannt – im Stadtverkehr. Ausserdem gibt es ein paar zusätzliche Assistenzsysteme wie eine Notbremsautomatik, eine Spurführungshilfe und einen Fernlichtassistenten sowie ein bisschen modernes Infotainment. Denn während der Bordcomputer noch immer nur grobe Pixel anzeigt, spiegelt der Touchscreen in der Mitte jetzt auch iPhones und Android-Telefone und zeigt das Bild einer Rückfahrkamera.

Viel Plastik innen

Der jetzt auf 3,85 Meter gewachsene Winzling sieht zudem frischer aus und fährt mit feingetunter Antriebseinheit etwas entspannter als bisher. Aber im Grunde ist auch der neue Space Star ganz der alte: ein ebenso preiswerter wie handlicher Kleinwagen mit überraschend viel Platz, der sich an all jene Grossstädter wendet, die wenig Ansprüche haben und vor allem nicht mitmachen wollen beim Schaulaufen auf dem Boulevard der Eitelkeiten. Mehr Sein als Schein, lautet sein Motto – selbst wenn er auf Wunsch mit LED-Leuchten strahlt und ein chromglänzendes Lächeln im Gesicht trägt. Für das viele Hartplastik im Innenraum schämt sich der Space Star in Anbetracht des Preises – vom Entry für 9 950 bis zum Diamond mit CVT-Getriebe für 17 950 Franken – genauso wenig wie für das Kunstleder auf den dünnen Sitzen, die dafür ein bisschen mehr Beinfreiheit für die Hinterbänkler schaffen.

Kein Rennauto

Zum Anspruch passt auch die Auswahl der Motoren: denn mehr als drei Zylinder sind nicht drin. Im Einstiegsmodell knattert weiterhin ein 1,0-Liter mit 71 PS und 88 Nm Drehmoment, der nur mit ordentlich Drehzahl ein bisschen Laune macht. Für 4000 Franken mehr bekommt man einen 1,2-Liter, der mit seinen 80 PS und 106 Nm auf dem Papier kaum stärker ist, in der Praxis aber sehr viel gelassener bleibt und sich bei entsprechender Drehzahl in der Stadt ganz lebendig anfühlt. Über Land wird es allerdings bei beiden Varianten ein bisschen mühsam und auf der Autobahn recht anstrengend. Denn es dauert doch schon mindestens 12,8 Sekunden bis Tempo 100, und wer dem Dreizylinder die Sporen gibt, kann den Verbrauch von 5,1 Litern natürlich vergessen.

Nein, der modernste Kleinwagen ist der Mitsubishi Space Star nicht und auch nicht der peppigste. Doch während Fiat, Ford oder VW in diesem Segment bereits zum Totentanz laden und für ihre Stadtflitzer kaum mehr eine Zukunft sehen, steht Mitsubishi treu zum Space Star. Und da kommt dann wieder die Sache mit dem relativen Erfolg ins Spiel. Während die Zulassungen beim VW Up relativ gering sind – in der Schweiz von Januar bis November 2019 nur noch 389 Fahrzeuge – und VW-Importeur Amag deshalb vergleichsweise leicht darauf verzichten könnte, täte sich Mitsubishi relativ schwer damit, sein erfolgreichstes Modell vom Markt zu nehmen.

(tg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Random Guy am 07.01.2020 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit zweierlei Mass gemessen!

    Ist ja schon lustig, beim Mitsubishi der nicht mal 10K kostet wird das Plastik im Innenraum bemängelt und z.B. Beim T-Rotz der genauso viel billiges Plastik verbaut hat aber das doppelt und dreifache kostet wird die super Qualität gelobt...

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  • skogar am 07.01.2020 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ein sehr praktischer Kleinwagen

    ein super Kleinwagen und übrigens, das einzige auto bisher, das bis auf den zehntel liter genau jenen verbrauch hinbringt der vom werk angegeben wird. ein super faires Angebot also.

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  • Desillumination am 07.01.2020 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kritik + Lob

    Warum gibt's nicht mehr Bilder, z. B. auch vom Innenraum? Aber mir gefällt der Preis!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bianchi am 09.01.2020 01:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genug PS

    Gutes Auto für den Klimaschutz. Grösser und stärker braucht es nicht. Für 80 Ausserorts braucht es nicht mehr PS. Mehr ist nur pervers.

  • Weric 44 am 09.01.2020 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Er Fahrer

    Brauche immer 25 Liter mit einem alten rr CO2 wird dafür bei der Herstellung gespart da so ein Ding 75 Jahre läuft

  • rolli am 08.01.2020 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es war einmal

    vor 20 Jahren war der space star von Mitsubishi noch ein Van und heute ein Kleinwagen. leider ist es in Europa allgemein ruhig um Mitsubishi geworden. kenne kaum noch aktuelle Modelle. wird wohl bald auch aus Europa verschwinden wie Daihatsu. naja... eventuell werden sie sich ja auch wieder mit eine andere Automarke zusammenschließen.

  • Danke Mitsubishi am 08.01.2020 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wenigstens ist es kein dämlicher

    Stromer der mit Kiloweise hochgiftigen Batterien die Umwelt verdrekt!

  • Snickas am 08.01.2020 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Beim dritten Anlauf

    hats Mitsubishi auch endlich mal geschafft einen zeitgemässen Space Star zu entwerfen. Halleluja!