Noch ein Anlauf

24. September 2019 12:00; Akt: 24.09.2019 12:01 Print

So will Ssangyong endlich mit dem Korando punkten

von Thomas Geiger - Mit dem neuen Korando möchte Ssangyong aus dem Schatten von Hyundai und Kia fahren. In der Schweiz dürfte das Vorhaben nur schwerlich gelingen.

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Dass sie in Korea längst solide SUV bauen können, das haben Hyundai und Kia in den letzten Jahren zur Genüge bewiesen. Doch bei allem Erfolg von Modellen wie dem Hyundai ix35 oder dem Kia Sportage wird der Dritte im Bunde gerne vergessen – Ssangyong. Dabei ist das die eigentliche SUV-Marke, die zumindest für den Export gar keine klassischen Personenwagen im Angebot hat. Doch ein Blick auf die Verkaufszahlen in der Schweiz zeigt, warum Ssangyong hierzulande oft vergessen wird – die Marke hat bis Ende August erst 321 Fahrzeuge an den Mann oder die Frau gebracht. Und das sind 39,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Doch weil er die Statistenrolle langsam leid ist, müht sich der kleinste der Koreaner redlich, um aus dem Schatten der beiden grossen Marken heraus zu treten und macht dafür jetzt mit dem neuen Korando den nächsten Schritt. Denn wenn die vierte Generation des Tiguan-Gegners an den Start geht, sieht der nicht nur vergleichsweise gut aus und bietet bei nun 4,45 Metern Länge und 2,68 Metern Radstand in beiden Reihen mehr Platz denn je und zwischen 551 und 1248 Litern Kofferraum. Sondern vor allem Ambiente, Ausstattung und Assistenzsysteme sind jetzt auf der Höhe der Zeit.

«Wie eine fürsorgliche Mutter über ihr Kind»

So blickt der Fahrer in komplett digitale Instrumente mit zahlreichen Darstellungsoptionen, die Finger fliegen über einen ordentlich integrierten Touchscreen, aus den Konsolen schimmert fast holographisch eine Ambientebeleuchtung und so sehr das ganze Gebimmel und Geblinke auch nervt, wacht der Korando über seine Insassen wie eine fürsorgliche Mutter über ihr Kind.

Erstmals gibt es eine Abstandsregelung und Spurführung mit Lenkeingriff, es gibt eine Auffahrwarnung und einen Querverkehrswarner und selbst wer unbedacht die Tür öffnet, wird im Zweifel gewarnt, wenn sich von hinten ein anderes Auto nähert. Ausserdem bieten die Koreaner nun auch eine elektrische Heckklappe an, die Sitze sind klimatisiert und zumindest in der besten Ausstattungsvariante gibt es mittlerweile sogar LED-Scheinwerfer. Was da noch fehlt, ist eigentlich nur noch die verschiebbare Rückbank.

Ausstattung top, Motorisierung flop

Während Ssangyong bei den Assistenten klotzt, wird beim Antrieb nur gekleckert. Denn zum Start gibt es den Korando einzig mit einem 1,6 Liter grossen Diesel, der magere 136 PS leistet und sich vor allem im Zusammenspiel mit der kraftzehrenden Automatik ein bisschen schwer tut. Ja, die Gangwechsel sind jetzt viel harmonischer als früher und das raue Knurren des Vierzylinders ist passé. Doch so richtig eilig darf man es mit dem Korando nicht haben: Mit gerade einmal 320 Nm dauert der Spurt von 0 auf 100 km/h gefühlte zehn, eher zwölf Sekunden, und auf der Autobahn fühlt sich der neuste Ssangyong nicht sonderlich dynamisch an.

Selbst wenn der Diesel im besten Fall mit fünf Litern zufrieden ist, freut man sich deshalb schon auf den Benziner, den Ssangyong noch in diesem Jahr nachreichen will. Der holt aus nur 1,5 Litern dank einem Turbo und der Direkteinspritzung immerhin 163 PS und wenigstens noch 280 Nm.

Auch der kleine Bruder Tivoli profitiert

Zwar bleibt es vorerst bei diesen beiden Motoren und ob die für Ende 2020 angekündigte Elektroversion dann auch noch Korando heissen wird, ist noch nicht entscheiden. Doch bringen die Koreaner zumindest über Antrieb und Getriebe ein wenig Varianz ins Spiel. Denn beide Motoren gibt es wahlweise mit Front- oder aber mit Allradantrieb und neben dem Handschalter immer auch mit sechsstufiger Automatik.

Vom neuen Korando profitiert übrigens auch sein kleiner Bruder Tivoli. Denn der bekommt zur Hälfte der Laufzeit nicht nur die gleichen Motoren, sondern auch dasselbe digitale Cockpit sowie die meisten Assistenzsysteme und startet zum gleichen Termin. Nur dass die Koreaner für 20 Zentimeter weniger Auto deutlich weniger Geld verlangen.

Verlierer in diesem Spiel könnte ausgerechnet das Auto werden, mit dem die Aufholjagd des kleinsten Koreaners eins begonnen hat – das Flaggschiff Rexton. Denn das sieht jetzt nach nur zwei Jahren plötzlich ganz schön alt aus.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lömu am 24.09.2019 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Auto

    Schönes Auto. Hatte die letzten 4 Jahre einen Korando. Kann nichts negatives berichten. Nur der Wiederverkaufswert ist natürlich nicht der Knaller da nicht gesucht.

  • Matts am 24.09.2019 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Korando Forever

    Sogar mit vollem Pferdehänger! Top Auto - fahren wir seit Jahren und wollen nie wieder was anderes

  • Roger am 24.09.2019 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal was Neues

    Sieht schön aus ... kommt man mit dem Motörchen auch ordentlich den Berg rauf?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Enis am 27.09.2019 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langsam reichts

    Citroen hat mit der C-Säule wirklich einen Trend gesetzt...

  • Alex Keller am 25.09.2019 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die Marke hat kein Erfolg weil

    Unter 200 PS und 4x4 schaut sich kein Schweizer das Fahrzeug an! Wir sind Weltmeister in Sachen hoch motorisierten Fahrzeuge

  • lecker Stickoxide in der Lunge am 25.09.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschädlich, unnötig, egoistisch.

    Und weiterhin, auch nach über 50 Jahren des warnens und einem immer schlimmer werdenden Klimawandel präsentieren die geldgierigen, egoistischen Ewiggestrigen weiterhin überdimensionierte SUVs & Co. für die egoistischen Ewiggestrigen die auch noch so unintelligent sind, diese Karren immernoch zu kaufen. Anstatt euch auf Autos zu fixieren, würdet ihr besser mal einige Interviews von Wissenschaftlern und Klimaexperten zur extremen Gefahr und Problematik lesen. Hauptsache 1.7 Tonnen Auto für 80kg Mensch von A nach B... Alle den Schuss nicht annäherend gehört.

    • Mann o Mann am 25.09.2019 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lecker Stickoxide in der Lunge

      ... was ist den mit Dir los? Man könnte meinen die Autos seien das Umweltproblem Nr. 1! Macht Dich mal ein bisschen schlau und komm dann gestärkt und mit neuen Weisheiten zurück.

    • Loki am 25.09.2019 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lecker Stickoxide in der Lunge

      mein cadillac ist schwerer und säuft viel,sehr viel. und das ist gut so.

    • Driver am 25.09.2019 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lecker Stickoxide in der Lunge

      Äh nein, mein Sorento ist über 2 Tonnen schwer, und mit Chiptuning auf 325PS gepimt. Und das schönste an der Sache ist, das ich die Kiste ohne schlechtes Gewissen auf der Strasse rumstosse.

    einklappen einklappen
  • Bobby Singer am 25.09.2019 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Auto aber,

    für so einen 1.7 Tonnen schweren SUV ist er schlicht zu schwach motorisiert. Der Vorgänger hatte noch einen 2 Liter verbaut, aber dieser erreicht wahrscheinlich die neuen Abgasvorschriften nicht mehr. Kommen die Motoren nicht von Mercedes?

  • pater007 am 25.09.2019 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Klotz zum klotzen

    Bitte nicht noch so ein hässlicher SUV-Klotz. Die sehen ja eh alle gleich aus.